2. Kor. 4, 16 + 17

Deshalb geben wir nie auf! Unser Körper mag sterben, doch unser Geist wird jeden Tag erneuert. Denn unsere jetzigen Sorgen und Schwierigkeiten sind nur gering und von kurzer Dauer, doch sie bewirken in uns eine unermesslich große Herrlichkeit, die ewig andauern wird..
 

„Wie alt wollen wir werden?“ fragte neulich eine Krankenkasse ihre Versicherten. Sie schreibt: der Traum von ewiger Jugend wäre so alt wie die Menschheit. Doch jetzt sei man ganz nah dran, diesen Traum zu verwirklichen. Peter Thiel, ein Silicon-Valley-Milliardär, unterstützt das mit „Transhumanismus“. Eine umstrittene Philosophie, die den Menschen neu gestalten will. Sie will ewiges Leben. Thiel sagt: „Ich sehe keinen Sinn im Tod und habe deshalb beschlossen, gegen ihn anzukämpfen.“ (KKH aktiv 2/2018).
 

Auch Gott sieht keinen Sinn im Tod. Deshalb will er ewiges Leben für alle Menschen. Aber für Gott hat ewiges Leben eine andere Bedeutung. Ewiges Leben ist ein Qualitätsbegriff. Es geht nicht darum, die biologischen Fesseln abzuschütteln. Gewissermaßen dem Tod ein Bein zu stellen durch genetische Verbesserungen. Oder gar eine Verschmelzung von Gehirn und Computer, von Mensch und Maschine.

Die Krankenkasse zitiert auch Wilhelmus Couwenbergs (81). Der sieht ein Problem. Er sagt dazu: „Ewige Jugend und ewiges Leben sind für mich uninteressant, weil der Herrgott uns erschafft und nimmt, wenn er es für nötig hält.“ (KKH aktiv 2/2018 S. 25).
 

Für mich ist ewiges Leben sehr interessant. Nicht endloses Leben hier auf Erden. Ewiges Leben bei Gott ist meine Hoffnung. Paulus schreibt (1. Kor. 15:19): „Wenn der Glaube an Christus nur für dieses Leben Hoffnung gibt, dann sind wir die elendesten Menschen auf dieser Welt.“

Für den Apostel Paulus ist klar, dass der Tod nicht zum Leben gehört, sondern der Feind Gottes ist. Der Tod ist der letzte Feind, der von Jesus Christus endgültig vernichtet wird (1.Kor. 15:26). Am Ostermorgen hat Jesus Christus eine neue Schöpfung in die alte, vergängliche Welt gebracht. Er ist der Erste der neuen Welt Gottes.
 

Solange wir Menschen noch in der alten Schöpfungsordnung leben müssen, ist unser Dasein begrenzt. Nach dem großen Vertrauensbruch im Paradies setzte Gott seinem Adam und seiner Eva eine Lebensgrenze. In Gen. 3:22 + 23 legt Gott die Grenze fest: “Der Mensch ist geworden wie wir, weil er gut und böse erkennen kann. Auf keinen Fall darf er jetzt von dem Baum essen, dessen Frucht leben schenkt – sonst lebt er für immer!  Darum schickte er die beiden aus dem Garten Eden fort ..“. Endloses Leben ist fortan passé!
 

Danach legt Gott die „Restlaufzeit“ für den Menschen fest (Gen. 6:3): „Die Menschen sollen nicht mehr so alt werden, ich werde ihnen meinen Lebensatem nicht für immer geben. Sie lassen sich immer wieder zum Bösen verleiten. Ich werde ihre Lebenszeit auf 120 Jahre begrenzen.“ Daran hat sich bis heute nichts geändert. Ein paar Hundertjährige sollen in Japan, Sardinien, Costa Rica, Griechenland und Kalifornien leben.
 

Heute sind die meisten Menschen in unseren Breitengraden dort angekommen, was schon Psalm 90 vor mehr als zweitausend Jahren nüchtern feststellte: „Wir bringen unsere Jahre zu wie ein Geschwätz. Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn´s hoch kommt, sind es achtzig Jahre, und was daran köstlich scheint, ist doch nur vergebliche Mühe … Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“ (Ps. 90:9 f)
 

An unsere Vergänglichkeit erinnert Prediger 12, 1 – 5: Denk schon als junger Mensch an deinen Schöpfer, bevor die be­schwerlichen Tage kommen und die Jah­re näher rücken, in denen du keine Freu­de mehr am Leben hast. Dann wird selbst das Licht immer dunkler für dich: Sonne, Mond und Sterne verfinstern sich, und nach einem Regenschauer ziehen die Wolken von neuem auf. Deine Hände, mit denen du dich schützen konntest, zit­tern; deine starken Beine werden schwach und krumm. Die Zähne fallen dir aus, du kannst kaum noch kauen, und deine Augen werden trübe. Deine Oh­ren können den Lärm auf der Straße nicht mehr wahrnehmen, und deine Stim­me wird immer leiser. Schon frühmor­gens beim Zwitschern der Vögel wachst du auf, obwohl du ihren Gesang kaum noch hören kannst. Du fürchtest dich vor jeder Steigung und hast Angst, wenn du unterwegs bist. Dein Haar wird weiß, mühsam schleppst du dich durch den Tag. und deine Lebenslust schwindet. Dann trägt man dich in deine ewige Wohnung, und deine Freunde laufen trauernd durch die Straßen.
 

Grauer Star und Arthrose lassen sich heute behandeln. Zahnprothesen und Hörgeräte gehören zum Altern dazu. Doch insgesamt erstaunt, wie wenig sich seit ein paar tausend Jahren geändert hat.

Der Glaube an Gott gibt mir eine neue Sicht auf das Altwerden. Wer zu Jesus Christus und seiner Auferstehung “JA” sagen kann, der kann getrost auch JA sagen zum Limit seiner Lebenszeit. Der kann auch ein JA finden zu den Zeiten, die nicht gefallen. Mit Jesus Christus beginnt neues Leben, ewiges Leben. Nicht eine Verlängerung des alten Lebens – das wäre nicht erstrebenswert. Sondern das neue Leben in Gottes Gemeinschaft. Gott schenkt uns seinen Heiligen Geist, der unsere Seele Tag für Tag erfrischt wie eine Oase in der Wüste. Die Gegenwart Jesu an jedem Tag gibt Hoffnung und Trost. Sie kann und will dankbar machen.
 

Unser Herz müsste sogar jubeln vor Freude, weil wir unsere Ewigkeit bei Gott, dem Schöpfer des Lebens verbringen dürfen. Wie das konkret aussehen wird, weiß ich nicht. Es ist die Reise am Ende des Lebens in eine neue Zukunft. Wer hier mit Jesus Christus lebt, dem steht die Tür offen zu einem Leben im Licht Gottes.

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