Die Predigttexte stammen aus der laufenden Perikopenreihe der Evangelischen Kirche,
Reihe IV:

1.Petrusbrief 3, 8 – 15a
 

Schließlich sollt ihr alle einig sein, voller Mitgefühl und gegenseitiger Liebe. Seid barmherzig zueinander und demütig. Vergeltet Böses nicht mit Bösem. Werdet nicht zornig, wenn die Leute unfreundlich über euch re­den, sondern wünscht ihnen Gutes und segnet sie. Denn genau das verlangt Gott von euch, und er wird euch dafür segnen! Denn in der Schrift heißt es: »Wenn du ein glückliches Leben führen und gute Tage erleben willst, dann hüte deine Zunge vor bösen Worten und verbreite keine Lügen. Wende dich ab vom Bösen und tue Gutes. Bemüht euch, mit anderen in Frieden zu leben. Der Herr beschützt die, die das Rechte tun, und er wird ihre Gebete hören. Der Herr wendet sich gegen die, die Böses tun.«
 

Wer würde euch schaden wollen, wenn ihr euch bemüht, Gutes zu tun? Doch selbst wenn ihr dafür leidet, dass ihr das Richtige tut: Gott wird euch dafür belohnen. Also habt keine Angst und seid unbesorgt. Macht Christus zum Herrn eures Lebens

Foto: Europäische Zentralbank, Frankfurt am Main


Dieser Predigt-Text hat das Zeug für einen großen Nummer-Eins-Hit! Erinnern Sie sich noch an den Song „Don´t worry, be happy“? Ich gebe zu: das war die Generation, die heute wahrscheinlich Senioren-Teller bestellt, wie ich. Damals sang sich Bobby McFerrin in die Herzen vieler Menschen: “Here's a little song I wrote You might want to sing it note for note: Don't worry, be happy.” Sing mein kleines Lied, sorg dich nicht, sei glücklich!
 

Das Lied war 1988 in den USA, Deutschland und Österreich auf Platz 1, in England und der Schweiz auf Platz 2. Es bekam sogar eine Auszeichnung, den Grammy Award (1989). Lang, lang ist es her…

Was Petrus schreibt, ist viel älter. Ich nie gehört, dass seine Zeilen mit einem Preis ausgezeichnet wurden. Ich kenne auch niemand, der daraus ein Lied gemacht hätte. Verständlich, denn der Text hat ja auch eine andere Zielrichtung: „Don´t worry, make others happy!“ Sorg dich nicht, werde glücklich, in dem du andere glücklich machst!


In Bobby McFerrin´s Song heißt es weiter: In jedem Leben gibt´s Probleme. Aber wenn du dich sorgst, verdoppelst du sie. Mag sein. Aber fest steht, dass ich die Probleme im Leben anderer Menschen tatsächlich verdoppeln kann. Durch mangelndes Mitgefühl. Durch „Vergeltungs-maßnahmen“. In dem ich Böses rede und Lügen verbreite. In dem ich Unfrieden verbreite und mit jedem in die Haare gerate. Ob andere glücklich werden, liegt oft auch an mir! Ob andere im Frieden leben können, liegt auch an mir!


Petrus schreibt: selbst wenn ihr mit Leuten zu tun habt, die ständig einen Streit vom Zaun brechen – zahlt nicht mit gleicher Münze zurück! Auch wenn dabei den Kürzeren zieht. Ihr gehört doch Jesus Christus. Er hört eure Gebete und gibt euch Kraft, das Richtige zu tun. Das Richtige ist immer das, was anderen zum Leben und zum Frieden hilft.


Vor ein paar Wochen machte ich eine Führung durch die Europäische Zentralbank, hier in Frankfurt. Im Visitor-Center wurden wir über die Geldpolitik informiert. Es war interessant, obwohl ich vieles nicht richtig verstanden habe. Zwei Zitate im Visitor-Center haben mich aber sehr beeindruckt, ich habe sie fotografiert.

 

Jean Monnet, bedeutender Wegbereiter für ein geeintes Europa, sagte: “It is better to fight around a table than on a battlefield.“ Es ist besser, an einem Tisch zu streiten, als sich auf einem Schlachtfeld zu bekämpfen. Und von Albert Einstein stammt der Satz: „Frieden kann nicht durch Gewalt erhalten werden; er kann nur durch Verständnis erzielt werden.“

Jean Monnet war Franzose und hatte zwei Weltkriege miterlebt. Im Juni 1944 landeten in der Normandie (Frankreich) die West-Alliierten. Soldaten aus Frankreich, USA, England, Kanada und Polen kämpften gegen die deutsche Wehrmacht. Am 8.Mai versank das Nazi-Regime in Schutt und Asche. Krieg und Terror waren endlich zu Ende. Gott sei Dank!

Aus der Normandie (!) stammt ein Lied, das in unserem evangelischen Gesangbuch steht

(Nr. 416). Es soll um das Jahr 1913 geschrieben worden sein, also vor dem ersten Weltkrieg.
Es beginnt so:


O Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,

dass ich Liebe übe, wo man sich hasst,
dass ich verzeihe, wo man sich beleidigt,
dass ich verbinde, da, wo Streit ist,
dass ich die Wahrheit sage, wo der Irrtum herrscht,
dass ich den Glauben bringe, wo der Zweifel drückt,
dass ich die Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält,
dass ich ein Licht anzünde, wo die Finsternis regiert,
dass ich Freude mache, wo der Kummer wohnt.

 

Lassen Sie uns JA sagen zu dieser Herausforderung! Machen wir doch diese Bitten zu unserem täglichen Gebet. Machen wir Jesus Christus zum HERRN unserer Gedanken und Taten.

 

Eine gesegnete Sommerzeit wünscht Ihnen
H.P.Nann

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