Mehr wert!

Jesus fragte seine Leute: Was kosten fünf Spatzen?  Vielleicht ein paar Cent? Und doch vergisst Gott nicht einen einzigen von ihnen. Und auch die Haare auf eurem Kopf sind alle gezählt. Habt deshalb keine Angst, denn ihr seid Gott wertvoller als ein ganzer Schwarm Spatzen.

Lukas-Evangelium 12:6+7

Liebe Leser,

wie sehr sich Wertvorstellungen verändern! Ein Spatz kostet heute zwischen 20 € und 70 € - wenn er kunstvoll aus Holz oder aus Bronze ist. Für echte Spatzen gibt kein Mensch auch nur einen Cent aus! Damals, zu Jesu Zeiten, waren Sperlinge allerdings ein Leckerbissen! Sie könnten mir gebratene Wachteln oder Tauben vorsetzen – ich brächte sie nicht runter! Schon gar keinen Spatz!

Das Thema „Essen“ und „Haarausfall“ passt eigentlich nicht zusammen. Aber Jesus hat es in einem Atemzug erwähnt. Er zeigt auch am Beispiel mit den Haaren, wie wertvoll wir Gott sind. Er sagt: unsere Haare auf dem Kopf sind gezählt. Gott weiß, dass jeder Mensch jeden Tag 50 bis 100 Haare vom Kopf fallen. Sie wachsen aber normalerweise wieder nach.

Viele Menschen leiden aber auch unter ihrem Haarausfall. Hormonelle Veränderungen, Schwangerschaft, Wechseljahre können für Frauen sehr belastend sein.

Die männliche Glatze ist genetisch bedingt. Das tröstet mich. Von Yul Brynner bin ich noch meilenweit entfernt.

Wer Haar-Ersatzteile oder gar Haar-Transplantate braucht, muss tief in die Tasche greifen. Wenn ich dem Internet glauben darf, hat sich der britische Fußballer Wayne Rooney seine Haartransplantation 36.000 Euro kosten lassen.

Von Spatzen aus Bronze und Haartransplantation ahnten die Zeitgenossen Jesu nichts.  Jesus macht mit seinem Beispiel eines deutlich: nichts ist vergessen unter dem Himmel Gottes. Weder die kleinen Piepmätze für ein paar Cent, noch die ungezählten Haare, die uns im Laufe der Jahre verloren gehen.

Jesus erzählt seinen Zuhörern vom Wert des Menschen, den er bei Gott hat. Den Sie und ich bei Gott, dem Schöpfer haben. Wenn Gott schon jedes seiner Geschöpfe kennt (für mich unvorstellbar!), vom Flugsaurier bis zum Spatz, dann kennt er auch Sie und mich. Er kennt meine Gene und weiß, wie viele Haare mir noch vom Kopf fallen werden.

Warum erzählt Jesus von Spatzen und Haaren? Ich denke, er hat zwei Gründe:

Zum einen macht er deutlich, wie wertvoll der Mensch in Gottes Augen ist. Diesen Blick vermisse ich bei vielen Menschen. Sie sehen im Mitmenschen kein wertvolles Geschöpf Gottes. Im Gegenteil.  Mitmenschen werden versklavt, ausgebeutet, erniedrigt. Ihre Würde wird oft buchstäblich mit Füßen getreten.

Gerade beim Thema Sexualität empfinde ich das so. In der Pornografie werden Menschen zu Objekten erniedrigt. Unsagbar schlimm empfinde ich die Verbrechen der Kinderpornografie. Ich frage mich, was Menschen so schamlos macht, sich an Kindern zu vergehen. Unsägliches Leid, das Erwachsene diesen kleinen Geschöpfen Gottes zufügen.

Ich bin überzeugt: wir brauchen wieder den Blick dafür, wie wertvoll jeder einzelne Mensch auf dieser Erde ist. Wenn Gott die unzähligen Spatzen, Kolibris, Adler und was-weiß-ich kennt, dann kennt er auch die unzähligen Menschen, die seinen Planet Erde bevölkern. Jeder ein Unikat. Jeder wertvoll. Jeder von Gott geliebt!

Ein Zweites: schon zu Jesu Zeiten haben sich Menschen gekämmt. Kämme sind uralt. Körper- und Haarpflege sind so alt wie die Menschheit. Jeden Morgen, wenn wir unsere Haarpracht wieder in Form bringen, dann sollen wir uns daran erinnern, dass wir von Gott geliebte Menschen sind. Wertvolle Menschen. Mit jeder Haarpflege darf ich Gott danken, wie er mich gemacht hat. Der alltägliche Blick in den Spiegel erinnert mich an die Schöpfungsgeschichte Gottes: „Gott schuf die Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf er sie, als Mann und Frau schuf er sie.“ (Genesis 1:27).

Ich wünsche Ihnen, dass Sie etwas von der Ebenbildlichkeit Gottes in sich und an sich entdecken. Freuen Sie sich daran, ein von Gott geliebter, wertvoller Mensch zu sein! Ganz gleich, wie viel Haare sie noch auf dem Kopf haben.

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