Fehler machen verboten!

Der Apostel Paulus schreibt:

Die Absicht, Gutes zu tun, ist zwar bei mir vorhanden, aber nicht die Kraft, dieses Gute in die Tat umzusetzen. Denn ich tue nicht das Gute, das ich eigentlich will, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich!

Römerbrief 7:18/19

Sebastian Vettel hat seinen Kampf um die Formel 1 Weltmeisterschaft so gut wie verloren. Seine Gegner: Lewis Hamilton im Mercedes, und er selbst! Sebastian Vettel kämpft auch gegen sich selbst. Vor dem Formel 1 – Rennen in Singapur sagte er: „Mein größter Gegner bin ich!“ Die Süddeutsche Zeitung (Ausgabe Nr. 213) schrieb, er ist „Sich selbst ein Feind“.

Sebastian Vettel wollte keine Fahrfehler mehr machen. Sonst wäre der Traum von der Weltmeisterschaft aus. Fünf große Fehler passierten ihm dieses Jahr schon. Seine guten Vorsätze brachten ihm leider auch in Singapur keinen Erfolg. Das lag damals nicht an ihm, sondern an Fehlentscheidungen im Ferrari-Kommandostand. Doch auch am 7. Oktober in Japan riskierte Vettel zu viel – und verlor. Und wieder die Schlagzeilen: das hat sich der Ferrari-Pilot selbst zuzuschreiben.

Was mich mit Sebastian Vettel verbindet ist der feste Vorsatz, hinter dem Steuer keine Fehler machen zu wollen. Wenn ich mit meinem Auto unterwegs bin, dann immer mit dem Vorsatz: Fehler machen verboten! Das heißt für mich konkret: Finger weg vom Handy! Das heißt: keinen Tropfen Alkohol trinken, wenn ich fahre. Das heißt: in der Stadt auf Fußgänger und Radfahrer achten! Im Jahr 2017 starben auf Deutschlands Straßen 382 Radlerinnen und Radler, mehr als 79.000 wurden verletzt. Das ist schlimm!

Es gibt so viele Lebensbereiche, in denen keine Fehler gemacht werden dürfen! Nicht von Ärzten, nicht von Piloten, nicht von Autofahrern, Fußgängern, Radfahrern. Weil alle dabei Leib und Leben riskieren. Entweder das anderer Menschen, oder das eigene.

Probleme im Straßenverkehr kannte der Apostel Paulus nicht. Aber war sich selbst Gegner. Er geht mit sich so hart ins Gericht, weil er sich zu gut kennt. Er nimmt sich immer wieder vor, Gutes zu tun. Aber seine guten Vorsätze bringen ihn nicht weiter. Er schafft es einfach nicht, das zu tun, was gut ist. Gut für ihn, gut für andere. Kennen Sie das?

Gute Vorsätze hat beispielsweise der Arbeitskollege, der keinen Alkohol mehr trinken will. Weil sonst seine Ehe kaputt geht, oder weil er irgendwann den Job verliert. Aber – er kommt von seiner Sucht nicht los. Oder jemand will unbedingt abnehmen. Also weniger Süßigkeiten essen! Doch die Schokolade und die Chips in der untersten Schublade locken und verführen.

Manche Christen nehmen sich vor, mehr in der Bibel zu lesen. Oder sie versprechen sich und Gott, regelmäßiger in den Gottesdienst zu gehen. Sie wollen mehr für andere beten. Oder sich mehr um Hilfsbedürftige kümmern. Wollen? Ja, gerne! Tun? Leider hat es wieder nicht geklappt…

Ich kenne diesen Satz: wollen habe ich wohl, aber können? Das habe ich wieder nicht geschafft.

Der Apostel Paulus steht in einem ausweglosen Kampf gegen die Sünde, die ihm ständig einen Strich durch die Rechnung macht. Er kämpft nicht gegen zu viele Kalorien. Er kämpft darum, so zu leben, wie es Gott gefällt. Und das geht immer wieder daneben.

Da macht er das einzig Richtige: er schaut auf Jesus Christus! Am Kreuz von Golgatha hat Jesus Christus alle Fehler, alles menschliche Versagen auf sich genommen. Dort hat er jeden Menschen erlöst von dem krampfhaften Versuch, Gott gefallen zu wollen durch das genaue Einhalten von religiösen Gesetzen und Vorschriften. Am Kreuz von Golgatha hat Jesus Christus, der Sohn Gottes, entschieden: ich nehme alle Schuld auf mich! Damit bist du frei zum Leben. Zu einem Leben mit Gott, dem Vater. Ohne Leistungsdruck.

Das Kreuz von Golgatha ist das große Plus-Zeichen, das aus einem Minus, aus menschlichem Versagen und aus Fehlern noch etwas Gutes werden lässt. Mit Jesus Christus ist immer ein Neubeginn möglich. Ich muss die Fehler der Vergangenheit nicht mit mir herumschleppen. Ich kann sie am Kreuz bei Jesus Christus abladen. Dort gehören sie hin.

Das bedeutet aber nicht, dass alles beim alten bleiben kann. Das heißt nicht, dass ich die alten Fehler ständig wieder und wieder machen soll. Wer zum Beispiel Drogen- oder Alkoholprobleme hat, sollte unbedingt mit einer Sucht-Therapie beginnen. Das Kreuz von Golgatha bereinigt meine Vergangenheit. Aber meine Zukunft will aktiv von mir gestaltet werden.

Der Neustart mit Jesus Christus heißt, mit seiner Hilfe ab sofort neue Wege gehen zu können. Paulus sagt das so (Kap. 8:14): „Alle, die dem Geist Gottes erlauben, sie zu leiten, sind Söhne und Töchter Gottes.“ Der Geist Gottes, der Heilige Geist, übernimmt gerne die Leitung des Lebens. Er sorgt dafür, dass mit seiner Kraft das Gute nicht nur gewollt, sondern auch getan wird.

Wo der Geist Gottes die Regie übernimmt, klappt das Wollen und das Vollbringen immer besser. Der Geist Gottes hilft mit seiner Kraft, das Gute zu tun. Er begleitet mich auf dem Weg der Veränderung. Tag für Tag, Schritt für Schritt. Wer das erlebt, kann mit Paulus ausrufen: „Liebe Freunde, ich bin noch nicht alles, was ich sein sollte, aber ich setze meine ganze Kraft für dieses Ziel ein. Indem ich die Vergangenheit vergesse und auf das schaue, was vor mir liegt, versuche ich, das Rennen bis zum Ende durchzuhalten und den Preis zu gewinnen, für den Gott uns durch Jesus Christus bestimmt hat.“ (Philipper 3, 13+ 14)

Ich wünsche Ihnen, dass Sie mit Jesus Christus in dieses Rennen gehen. Dass Sie Ihr Ziel, die ewige Gemeinschaft mit Gott, nicht aus den Augen verlieren. Sie dürfen mit Jesus Christus an jedem Tag neu starten. Unbelastet, ohne Minuspunkte. Frei zum Leben.

Wenn das Ihr Wunsch ist und Sie nicht ganz genau wissen, was Sie beten könnten: hier finden Sie ein von mir formuliertes Gebet:


Jesus Christus,

du kennst meine Schwächen.
Du weißt, was mir nicht gelingt, obwohl ich es will.
Ich sage es dir jetzt noch einmal unter vier Augen: ……

Bitte vergib mir, wo ich anderen Menschen damit geschadet habe.

Bitte hilf mir, so zu leben, wie es dir gefällt.
Hilf mir in meiner Schwachheit mit deiner Kraft.
Mache mein Herz wieder froh.
Befreie mich zum Leben.
Ich übergebe dir die Leitung meines Lebens.
Lass mich deine Kraft jeden Tag erfahren.

Amen.

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