Die Predigttexte stammen aus der laufenden Perikopenreihe der Evangelischen Kirche,
Reihe IV

 

„Bin ich etwa nur ein Gott, der in der Nähe ist?“, spricht der HERR. „Bin ich nicht auch ein Gott in der Ferne? Gibt es Schlupfwinkel, in denen sich ein Mensch verbergen könnte, sodass es mir nicht mehr möglich wäre, ihn zu sehen? Bin ich denn nicht überall, fülle ich nicht den Himmel und die Erde aus?“

Jeremia 23:23/24

 

Vor ein paar Wochen besuchte uns die Nichte meiner Frau mit ihren beiden kleinen Kindern. Schöne Tage! Die Rückfahrt nach Süddeutschland konnten wir über den „Live-Standort“ von WhatsApp verfolgen. Auf dem Smartphone sahen wir ziemlich genau, wo die drei gerade fuhren. Welchen Weg sie nahmen, welche Abkürzung. Nach zwei Stunden wussten wir: sie sind zuhause. Alles in Ordnung. Wir dankten Gott.

Wir wussten es. Auch Google wusste es. Facebook wusste es. Und natürlich auch Gott. Oder sollte Gott weniger wissen als die großen “Big Five” Microsoft, Apple, Google, Amazon und Facebook zusammen?

Ich war erstaunt, was der Wissenschafts-Journalist Ranga Yogeshwar in seiner TV-Sendung „Quarks“ sagte (Sendung des WDR vom 15.5.18 „Soziale Medien? Wie viel Macht Facebook wirklich hat.“): Allein Facebook hat weltweit 2,2 Milliarden Nutzer. Das ist ein Viertel der Weltbevölkerung! Können Sie sich vorstellen, welche Datenmengen bei den „Big Five“ liegen? Und welche Informationen wir Tag für Tag durch das Internet weitergeben? Was gebe ich preis, wie viel wissen die „Big Five“ über mich? Die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung DSGVO soll mehr Sicherheit und Transparenz bringen. Das erhoffen sich viele.

Ich bin bei meiner Datenfreigabe vorsichtig geworden. So manches übersteigt – ich gebe es zu – auch meine Vorstellungskraft. Genauso wie das Gotteswort, das Jeremia sagen muss. Es gab damals selbsternannte Propheten, die den Menschen ein X für ein U vormachten. Diese Propheten predigten, ohne Gott wirklich zu kennen. Im Gegenteil: es waren böse Menschen. Sie hielten Menschen vom Leben mit Gott ab.

Denen sagt Gott: ich bin allwissend und allmächtig. Glaubt bloß nicht, dass ich das nicht sehe! Ich höre doch die Lügen dieser Propheten. Was sie sagen, ist leeres Stroh, ist saft- und kraftloses Geschwätz. Ganz anders, sagt Gott, ist sein Wort (Jer. 23:29): Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der Herr, und wie ein Hammer, der Felsen zertrümmert? Gott will, dass Menschen IHN suchen und sein kräftiges Wort. Wir sollen Jesus Christus suchen und nicht falschen Propheten auf den Leim gehen.

Google weiß, wonach ich suche. Microsoft weiß, welche Apps ich gerne nutze. Amazon weiß, welche Bücher mich interessieren. Facebook kennt meine Freunde und deren Freunde. Apple kennt meine Lieblingsfilme. Und Gott? Kennt das alles und mehr. Er kennt sogar meine Gedanken. Er kennt mein Herz. Er kennt mich durch und durch:

Psalm 139, 2 – 4: „HERR, du erforscht mich und kennst mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege. Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, dass du Herr, nicht schon wüsstest.“

Macht das Angst, oder tröstet das? Mich tröstet das. Ich weiß, dass ich von der Gnade Jesu Christi lebe. Über allen meinen abwegigen Gedanken und allen unnötigen Worten liegt Gottes Barmherzigkeit. Den mächtigen „Big Five“ meine Daten zu vertrauen, fällt oft sehr schwer. Aber der allmächtige Gott kennt meine intimsten Daten, mein Herz, meine Gedanken. IHM kann ich sie nicht verbergen. Ich versuche auch gar nicht, sie zu verstecken. Bei IHM sind sie in besten Händen. Ihm vertraue ich. Er kennt mich wie seine Westentasche.

Jesus Christus lädt uns ein, dass wir ihm völlig vertrauen: „Alle, die auf mein Wort hören und dem glauben, der mich gesandt hat, haben das ewige Leben. Sie kommen nicht mehr vor Gottes Gericht; sie haben den Tod schon hinter sich gelassen und das unvergängliche Leben erreicht.“ (Johannes 5:24)

Wer Jesus Christus vertraut, braucht sich nicht zu fürchten. Ich vertraue IHM, der Himmel und Erde erfüllt.

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