Die Predigttexte stammen aus der laufenden Perikopenreihe der Evangelischen Kirche,
aktuell Reihe IV:

Genau das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und die wir an euch weitergeben:
Gott ist Licht. In ihm existiert keinerlei Finsternis. Wenn wir nun sagen: »Wir haben bleibende Gemeinschaft mit ihm« und verbringen gleichzeitig unser Leben in der Dunkelheit, dann lügen wir und tun nicht die Wahrheit. Wenn wir aber unser Leben im Licht führen. so wie er, Gott selbst, im Licht ist, dann erleben wir echte Gemeinschaft miteinander. Ja, dann macht uns das Blut von Jesus, seinem Sohn, ganz und gar rein und nimmt alle Sünde von uns!

 

Wenn wir sagen: »Uns trifft überhaupt keine Schuld!«, dann machen wir uns etwas vor und die Wahrheit hat keinen Raum in uns.
 

Wenn wir aber unsere Schuld zugeben, dann erweist Gott sich als ver­trauenswürdig und gerecht. Denn er nimmt unsere Schuld von uns und macht uns rein von aller Ungerechtigkeit. Wenn wir aber sagen: »Wir ha­ben keine Schuld auf uns geladen!«, dann erklären wir ihn damit zum Lüg­ner. Und dann hat sein Wort auch keinen Raum in uns.

 

 

1.Johannesbrief 1, 5 - 10

Ich weiß: alte Menschen erzählen gerne von früher. „Damals, als ich noch jung war …“ usw.
Ganz offen gesagt -  ich mag das nicht. Aber heute muss ich Ihnen eine Geschichte aus meiner Jugend erzählen! Sie hängt mit dem Bild von der Flamme zusammen, und natürlich mit dem Text.

 

Zu meinen schönsten Jugend-Erinnerungen gehören Lagerfeuer. Ich war damals im CVJM und unsere Jugendgruppe zeltete oft. Abends dann am Lagerfeuer sitzen, Lieder singen, Würstchen grillen – da ging mir das Herz auf. Und natürlich gab es noch diese Nachtwanderungen! Ohne Taschenlampe durch den Wald stapfen. Ein bisschen Angst haben bei jedem Knistern im Unterholz. Den Sternenhimmel sehen. Unvergessliche Augenblicke.

 

Ich konnte stundenlang ins flackernde Lagerfeuer sehen. Wenn die Holzscheite glühten und knisterten. Es war der Inbegriff von Wärme, Geborgenheit, Frieden. So eine Flamme ist etwas Faszinierendes. Sie gibt Licht, in ihrem Inneren ist dieses Licht ganz weiß.

 

Daran musste ich denken beim Lesen des Johannes-Textes, an dieses helle Licht. Gott ist Licht. In ihm ist keinerlei Finsternis! Dieses Licht, Gott selbst, macht alles hell, verströmt Wärme. Ohne dieses Licht ist alles kalt und dunkel.

 

Wo Licht und Wärme ist, kann etwas wachsen. Eichen, Rosen, Erdbeeren. Wo Kälte und Finsternis sind, wächst absolut nichts. Jesus Christus ist dieses Licht, er ist diese Wärme in Person. Während er in Israel lebte, verströmte er Licht und Wärme. Bei ihm fanden Menschen Geborgenheit. Er brachte Licht in ihr Leben, er holte sie raus aus ihren finsteren Gedanken und aus ihrer Dunkelheit. Durch ihn konnten sie wieder froh werden.  

 

Liebe ist wie Licht. Wer liebt, bringt Licht ins Herz anderer Menschen, so wie Gottes Liebe unser Herz hell und freundlich macht. Leider kann es immer wieder vorkommen, dass auch Schatten auf unser Leben mit Gott fallen. Dass da Dinge passieren, die nichts mit Gottes Liebe zu tun haben.  Die so wenig zu einander passen wie fröhlich am Lagerfeuer sitzen und als Angsthasen durch den düsteren Wald schleichen.

 

Nun hat das Leben irgendwann nichts mehr mit Lagerfeuer-Romantik zu tun. Es wird hart, ja oft brutal, und zwar dort, wo sich Finsternis als gottfeindliche Macht zeigt. Wo Menschen in dieser gottesfeindlichen Finsternis leben und durch ihre Lügen das Vertrauen anderer missbrauchen und Beziehungen zerstören. Lüge gehört in den Machtbereich der Finsternis. Und umgekehrt: wo Wahrheit ist, ist Licht. Ein Sprichwort sagt: die Wahrheit kommt ans Licht.


Zu Jesus kommt eines Nachts ein Mann, der das Licht Gottes sucht. Es ist Nikodemus (Johannes-Evangelium, Kap. 3). Jesus zeigt ihm den Weg zum Licht. Er sagt ihm: wer an ihn, den Sohn Gottes, glaubt, bei dem wird es ganz hell. Jesus sagt (3:19 - 21): Das Licht ist vom Himmel in die Welt gekommen, aber die Menschen liebten die Dunkelheit mehr als das Licht, weil sie Böses taten. Sie hassen das Licht, weil sie im Dunkeln Böses tun. Sie bleiben dem Licht fern, weil sie Angst haben, dass ihre Machenschaften aufgedeckt werden. Wer sich aber nach der Wahrheit ausrichtet, kommt ans Licht und jeder kann sehen, dass er in Verantwortung vor Gott handelt.

 

Jesus Christus lädt jeden ein, Farbe zu bekennen und sich von der Dunkelheit zu verabschieden. Sich nicht verstecken hinter Masken. Für Lug und Betrug darf kein Platz im Leben sein. Wir müssen raus aus den Schattenseiten und hin zum Licht Gottes! Dieses Licht strahlt ganz hell: es ist das Kreuz von Golgatha. Dort hängt der Retter und Erlöser von aller Finsternis am Kreuz. Er hat die tiefste Nacht der Gottesferne durchlitten und unsere Schuld getragen. Damit wir im Licht Gottes leben und gedeihen können. So zeigt sich Gottes Liebe zu uns!

 

Lassen Sie dieses Jesus-Wort Ihr Herz durchfluten wie ein Sonnenstrahl, der Ihr Leben hell machen will:

 

So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn  hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat. (Joh. 3:16).

 

Gottes Segen wünscht Ihnen
Hans-Peter Nann

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