Gott liebt Musik

Lobt Gott mit dem Klang der Posaune,
lobt ihn mit Harfe und mit Zither.

Psalm 150, 3

Liebe Leser,

können Sie sich ein Leben ohne Musik vorstellen? Ich nicht! Meine Frau und ich hören schon morgens nach dem Aufwachen Musik des Evangeliums-Rundfunks (ERF). Tagsüber summe ich gern mal ein Lied oder pfeife eine Melodie, die mir in den Sinn kommt. Und natürlich singen wir gerne im Gottesdienst mit der Gemeinde!

Unsere Enkel üben Klavier und Geige. Das ist natürlich ein bisschen was anderes. Bis da mal eine Melodie sitzt, das braucht viel Zeit und Übung. Ich kann jenen Mann ein wenig verstehen, dem die musikalischen Übungen seines Nachbarn irgendwann auf die Nerven gingen. Er klagte gegen den Mann, einen Profi-Trompeter. Jetzt verlor er die Klage vor dem Bundesgerichtshof (BGH). Musizieren ist ein Grundrecht, sagen die höchsten deutschen Richter. Musizieren ist eine „sozial-adäquate Freizeitbeschäftigung“. Musik machen ist eine Quelle der Lebensfreude. Niemand hat einen „Anspruch auf völlige Stille“, so das Urteil der Richter.

Gott mag es überhaupt nicht, wenn wir still sind. Wir sollen nicht nur mit ihm reden („Betet immer und in jeder Situation mit der Kraft des Heiligen Geistes“ Eph.6:18), sondern singen und musizieren. Gott liebt es, wenn wir ihn Tag und Nacht loben. Das ist Musik in seinen Ohren! Wenn wir ihm sagen, dass wir ihn lieben. Wenn wir sagen, dass wir dankbar sind. Wenn wir ihn loben für seine Treue, Geduld und Fürsorge. 

Aber Gott hält sich nicht die Ohren zu, wenn wir ihm unsere Klagelieder singen. Er ist kein wütender Nachbar. Er ist ein liebender Vater im Himmel, ganz nah und ganz Ohr. Nicht immer geht uns ein Lobpreis-Lied locker von den Lippen. Ich darf dem himmlischen Vater alles sagen, was mir auf der Seele brennt. Ihm kann ich sagen, dass mir nicht nach Singen zumute ist, sondern nach Heulen. Ihm kann ich mein ganzes Leid sogar entgegen schreien.

Er darf, ja er soll auch die Misstöne meines Lebens hören. Er hört zu, wenn ich mich wieder mal im Ton vergriffen habe. Er sieht mich, wenn ich bei anderen mal wieder neue Saiten aufziehen will. Und er hört mir zu, wenn ich resigniert sage: „das ist das Ende vom Lied!“.

Ob ich meine Lebensmelodie in Moll oder Dur spiele, ändert nichts an Gottes Liebe zu mir. Er freut sich, wenn ich ihm meine Lebensfreude mit Pauken und Trompeten entgegen schmettere. Er freut sich, wenn ich ihm mein Klagelied jammere und ihm ganz einfach vertraue. Jesus Christus sagt: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken!“ (Matth. 11:28).

Vieles verändert sich schon heute zum Guten, wenn wir mit unseren Klageliedern zu Jesus Christus kommen. Er ist uns nah und tröstet, damit wir wieder einstimmen können im großen Chor derer, die Gott loben. Nicht erst im Himmel, sondern heute schon.

Ein Gedanke bringt mein Herz zum singen: In Gottes neuer Welt, die wir Christen erwarten, wird es einmal kein Geschrei und keinen Schmerz mehr geben. Gott sagt zu: dieser Tag wird kommen! Der Apostel Johannes hört in einer Vision Worte, die Musik in meinen Ohren ist: „Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein. Denn das Erste ist vergangen. Siehe, ich mache alles neu.“ (Offenbarung 21:4 f).

Wie es im Himmel zugehen wird? Ziemlich laut, denke ich. Gott wird gelobt mit Pauken und Trompeten, viel Fortissomo. Wenn irdische Richter schon sagen, dass es keinen Anspruch auf völlige Stille gibt, warum sollte dann der himmlische Richter anders entscheiden? Über dem Stall von Bethlehem war es ja auch nicht mucksmäuschenstill.

Eine gesegnete und frohe Woche wünscht Ihnen
Hans-Peter Nann

Wenn Sie beten möchten, aber die Worte fehlen, hier für Sie formuliertes Gebet:

Jesus Christus, ich danke dir, daß du mir zuhörst.
Du hörst, wenn ich mich freue und singe.
Du hörst, wenn mir Worte fehlen und jedes Lied in mir verstummt ist.

Ich sage dir, was mir auf der Seele liegt: …

Bitte bringe deinen Trost in mein Herz.
Mache mich wieder froh.
Fülle mein Herz mit deinem Liebeslied.

Amen.

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