Gute Nacht!
 

Jakob machte sich auf den Weg von Beerscheba nach Haran. Als die Sonne unterging, beschloss er, an dem Platz, an dem er gerade war, zu übernachten. Unter den Kopf legte er einen der Steine, die dort herumlagen.
 

1.Mose / Genesis 28, 10+11  

Liebe Leser,

 

ein harter Bursche, dieser Jakob. Legt sich müde irgendwo auf den Boden. Als Kopfkissen einen Stein. Und schläft. Ich hätte kein Auge zugetan. Nicht nur aus Angst vor einem Überfall oder irgendwelchen Tieren. Einen Stein als Kopfkissen? Nein danke!

 

Wie schlafen Sie? Mein Kopfkissen ist mir wichtig. Ich habe mein Kopfkissen schon mit in den Urlaub genommen! Jemand erzählte mal, dass er diese großen, fetten Kopfkissen braucht, in die er sich hinein wühlen kann. Andere Schläfer werfen alle Kissen weg und brauchen nichts unter dem Kopf als die Matratze.

 

So oder so: schlaflose Nächte kennt jeder Mensch. Mit und ohne Kopfkissen. Da kommt man nicht zur Ruhe, findet keinen Schlaf. Unruhige Gedanken, Sorgen liegen hart wie ein Stein unter dem Kopf.

 

Jakob hätte Grund gehabt für schlaflose Nächte. Er war auf der Flucht. Seinen Bruder Esau hatte er betrogen. Er hatte sich den väterlichen Erstgeburts-Segen erschlichen. Er war ein Betrüger! Da hatte sich der Bruder geschworen: wenn unser Vater gestorben ist, dann bringe ich dich um! (Gen. 27:41)

 

Vielleicht hat Jakob absichtlich einen Stein als Kopfkissen genommen. Wollte er gar nicht tief und fest schlafen? Wenn man auf der Flucht ist, den hasserfüllten Bruder im Nacken, dann ist es besser, hellhörig zu bleiben. Auch in der Nacht noch wachsam sein.

 

Trotzdem schläft Jakob dann doch ein. Und er träumt sogar! Gott begegnet ihm im Schlaf. Er sieht eine Leiter zwischen Himmel und Erde, auf der die Engel Gottes hinauf und hinabsteigen. Und er hört, wie Gott ihm persönlich verspricht: „Siehe, ich bin mit dir und will dich behüten überall, wohin du gehst, und dich in dieses Land zurückbringen; denn ich werde dich nicht verlassen, bis ich getan, was ich dir versprochen habe.“ (Genesis 15:28)

 

In jener Nacht erlebt Jakob, wie Gott ihn im Traum ganz persönlich anspricht. Dieser große, allmächtige, unnahbare Gott wendet sich ganz persönlich diesem einsamen Flüchtling zu. Gott sagt ihm seine Gemeinschaft zu: Ich bin mit dir! Gott sagt ihm seinen Schutz zu: Ich will dich behüten. Gott sagt um eine Zukunftsperspektive zu:  Ich bringe dich wieder nach Hause zurück. Gott garantiert ihm seine Zusagen: Ich lasse dich nicht im Stich!

 

Das reißt Jakob aus dem Schlaf. Voller Ehrfurcht stellt er fest: Hier, auf diesem steinigen Acker, da wo ich liege, da wohnt Gott!

 

Er nimmt seinen „Kopfkissen-Stein“ und stellt ihn auf als einen Gedenkstein. Und diesen Ort der Gottesbegegnung, den nennt er Bethel, d.h. Haus Gottes. Diese Nacht veränderte sein Leben.

 

Ich kenne ähnliche Nächte. Da lag ich schlaflos, weil mir ein Problem wie ein Stein im Magen lag. Da hatte ich keine Ruhe, weil mir eine Situation Kopfzerbrechen machte.

 

Und doch waren es auch Nächte unter einem „offenen Himmel“! Nicht etwa, weil ich die Sterne funkeln sah. Sondern weil mir Gottes Wort leuchtete. Weil  das, was Jesus Christus sagt, die Gedanken wieder hell gemacht hat. Wir kommen zur Ruhe, wenn wir – auch in schlaflosen Nächten – Jesus zu Wort kommen lassen, der uns zusagt:  „Siehe, ich bin bei Euch alle Tage bis an der Welt Ende“ (Mt. 28:20).  Wir kommen zum Frieden, wenn wir Gottes heilsames Wort kennen lernen. Wenn uns Gott ganz persönlich anspricht.

 

Ein solches Wort sagt Jesus Christus zum Beispiel zum Thema Streit unter Geschwistern: wenn du mit deinem Bruder in Unfrieden lebst, dann bemühe dich um Versöhnung. Mach du den ersten Schritt! Geh erst dann wieder zum Gottesdienst, wenn du dich versöhnt hast (Matth. 5:23).

 

Jakob und Esau versöhnten sich eines Tages wieder. Sicher, es war ein langer Weg dahin. Aber dann lief Esau Jakob entgegen, umarmte und küsste ihn. Beide weinten vor Freude (Gen. 33:4)!

 

Ich wünsche Ihnen den direkten Draht nach oben, wie Jakob mit dieser Himmelsleiter. Und ich wünsche Ihnen diesen Frieden, von der David im Psalm 4 betet: „Ich will mich in Frieden hinlegen und schlafen, denn du allein, HERR, gibst mir Geborgenheit.

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