I´m on your page!

Jesus Christus sagt: Ich bin gekommen, um ihnen das Leben in ganzer Fülle zu schenken.

Johannes-Evangelium 10:10b

Liebe Leser,

die Frankfurter Buchmesse feierte in diesem Monat ihren 70. Geburtstag. Hauptthema war die Menschenrechts-Deklaration der Vereinten Nationen vor 70 Jahren. Die Kampagne „I´m On The Same Page“ setzt sich für Menschenrechte ein. „I´m On The Same Page“ - ich bin auf derselben Seite. Damit wollte die Buchmesse klar machen, dass sie auf der Seite der Menschenrechte steht.

Menschenrechte sind für mich Europäer etwas ganz Normales. Gedankenfreiheit, Gewissensfreiheit, Religionsfreiheit und die Meinungsfreiheit sind so selbstverständlich wie sauberes Trinkwasser. Auch das Grundrecht auf Informationsfreiheit ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Nur durch Informationsfreiheit kann sich ein Mensch überhaupt eine eigene Meinung bilden. Auch eine kritische Meinung! Für viele Menschen sind diese Grundrechte leider Fremdworte, sie werden ihnen leider vorenthalten.

Dem Slogan „I´m On The Same Page“ begegnete ich während der Buchmesse oft (auf dem Foto zum Beispiel an einer Bushaltestelle). „Ich bin auf derselben Seite“, das erinnerte mich an die biblische Botschaft. Jesus Christus sagt: Ich bin auf derselben Seite wie du! Ich bin auf deiner Seite!

Gott ist auf unserer Seite. Auf jeder Seite des Neuen Testaments erzählt Jesus Christus von der beispiellosen Wertschätzung, die Gott für jeden Menschen hat. Sie erzählt seitenlang von der einzigartigen Liebe Gottes zu uns Menschen. Seite für Seite informiert sie, dass Gott unser Leben will. Und zwar ein Leben in seiner ganzen Fülle. Ein Leben, das nicht begrenzt wird von einem Mangel an Freiheit oder einem Mangel an Liebe. Jesus Christus informiert uns, wie Gott ist. Er zeigt uns das Wesen Gottes.

Bei der Eröffnungsfeier der Buchmesse erzählte die deutsch-georgische Schriftstellerin Nino Haratischwili eine kleine Geschichte aus ihrem Heimatland. Zwischen Georgien und Russland gäbe es sogenannte „kriechende Grenzen“. Immer wieder versuchten russische Soldaten, die Grenzen ein wenig nach vorn zu verlegen. So sei eines Morgens ein Bauer plötzlich auf russischem Gebiet aufgewacht. Aber er weigerte sich beharrlich, seinen Hof und das Grab seines Sohnes aufzugeben (Quelle: Frankfurter Neue Presse vom 10.Okt.2018, S. 21 „Wer Grenzen öffnen will, muss stark sein“)

Auch Jesus Christus erzählte eine Geschichte aus der Landwirtschaft, in der es um Grenzverschiebungen geht (Quelle: Neues Testament, Johannes-Evangelium, Kap. 10): Ein Schafhirte geht zu seinen Schafen. Den Schafstall betritt er durch die Tür. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit (wie Menschenrechte auch). Er klettert nicht über die Mauer, er verschafft sich nicht unberechtigten Zutritt. Dieser gute Hirte ist eben kein Dieb, kein Räuber.

Jesus sagt seinen Zuhörern: ich bin dieser gute Hirte. Ich bringe jedem Menschen, der zu mir gehört, das Leben in seiner ganzen Fülle. Jesus öffnet die Grenze zum Leben. Jesus warnt vor den heimlichen Grenzverschiebern, die durch die Hintertüre kommen. Falsche Heilsbringer, die rauben, morden und zerstören. Falsche Heilsbringer, die nicht aufbauen, sondern Leben zerstören.

Jesus Christus stiehlt nicht, er raubt nicht. Er raubt uns nicht das Denken, er manipuliert nicht. Er ist die Wahrheit. Er stiehlt auch niemandem die Freiheit. Im Gegenteil: ER befreit zum Leben, er beschenkt mit seiner Kraft.

Nur ER, der Sohn Gottes, bringt Leben. Nur ER, der Messias, schenkt das Leben. Dafür hat er sich am Kreuz geopfert. Dafür ist er gestorben. Seine Auferstehung ist stärker als der Tod. Er hat dem Tod die Grenze aufgezeigt. Der Tod hat keine Macht mehr über ihn (Römerbrief Kap. 6, 3 ff).

Die Fülle seiner Liebe zeigt sich in den Früchten, die im Herzen eines Menschen wachsen sollen: Nächsten- und Feindesliebe, Freude, Frieden (an meinen Grenzen), Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung (Galaterbrief 5:22+23). Auf dieser Seite steht Jesus Christus.

Das alles bekommt, wer es nur haben will. Wäre es nicht an der Zeit, die Grenzen zum Leben endlich zu überschreiten und hinter sich zu lassen, was das Leben verhindern will?

In ihrer Fantasie ging für die Schriftstellerin Nino Haratischwili die Geschichte vom Bauern und Soldaten so weiter: Der Bauer siegte mit seiner Standhaftigkeit gegen den Soldaten. Dieser zog wieder ab. Wie würden Sie diese Geschichte weitererzählen?

Ich würde diese Geschichte so weiterspinnen: der Soldat legt die Waffe aus der Hand, zieht seine Uniform aus und wird Bauer. Er überwindet die Grenze des Unrechts und kauft das Land neben seinem Nachbarn. Und aus diesen Nachbarn werden Freunde. Der Soldat betritt das Neuland der Feindesliebe, des Friedens, der Freundlichkeit. Er macht aus seiner Waffe eine Pflugschar.

Eine Utopie? Ich denke nein. Seit 70 Jahre leben wir Europäer in Frieden. Aus Erzfeinden wurden friedliche Nachbarn. Grenzen wurden überwunden. Hüten wir uns, wieder Grenzen in den Köpfen und Herzen aufzubauen.

Jesus Christus lädt ein, Grenzen abzubauen. Grenzen zum Mitmenschen, Grenzen zu ihm. Er lädt Sie ein, Ihn hinein zu lassen ins Leben, ins Denken. Er will mit seiner Lebens-Fülle seinen Frieden bringen. Denn ER steht auf unserer Seite! Stehe ich auch auf seiner Seite?

Wenn Sie beten möchten, aber die Worte fehlen: hier finden Sie ein vorbereitetes Gebet.

Eine gesegnete Woche wünscht Ihnen
Hans-Peter Nann

 

Herr Jesus Christus,

ich danke dir, dass du auf meiner Seite stehst.
Ich danke dir, dass du mir das Leben mit seiner ganzen Fülle schenken willst.
Ich bitte dich um Frieden in meinem Leben, in meinen Gedanken, in meinem Herz.
Ich bitte dich, lass mich Grenzen überwinden: Grenzen des Hasses, Grenzen des Egoismus.
Ich will auf deiner Seite stehen, auf der Seite des lebendigen Gottes.

Amen.

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