Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten.

Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein.

Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind.

So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

Mt. 5, 13 - 16

 

Heute zeigt uns Jesus, welchen Wert Christen in dieser Welt haben. Welche große Bedeutung es für diese Welt hat, dass es uns Christen gibt. Das mag für manche Ohren überheblich klingen – aber Gott sieht das ganz anders. Seine Leute sind wichtig in dieser Welt. Wir sind Gott viel wert, aber er überträgt uns auch eine große Verantwortung.

Jesus macht das deutlich in zwei Bildreden (oder Gleichnissen), nämlich in der Bild-Rede vom Salz und vom Licht.

1. Salz und Licht sind lebensnotwendig.

Den Menschen damals war sofort klar, was Jesus meinte: ein Leben ohne Salz und ohne Licht, das geht überhaupt nicht. Salz war nicht nur die Würze für ein gutes Essen. Salz brauchte man ganz besonders für die Konservierung von Fisch und Fleisch.

Stellen Sie sich den Fischer Petrus nach einem Fischfang vor. Wenn er seine Sardinen frischhalten wollte, dann musste er die Fische salzen oder pökeln. Die wären sonst bei 40° im Schatten schnell vergammelt. Die hätten zum Himmel gestunken. Die Fische mussten ja schnell konserviert werden. Und Tiefkühltruhen gab es nicht. Es gab keinen elektrischen Strom. Also: die Fische schnell pökeln, damit man sie noch essen konnte.

Und Licht? Auch Licht war wichtig in diesen dunklen, fensterlosen Häusern. Licht kam von einer Öllampe in den einfachen, dunklen Räumen. Eine Öllampe, die den Raum ein bisschen hell machte.

Die Leute damals verstanden sofort, was Jesus meinte. Salz verliert seinen Zweck, wenn es nicht mehr salzig ist. Das ist doch logisch, klar! Jesus sagt: Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und die Leute treten drauf. Es ist nur noch Streusalz.

Das  hatte nichts mit Schnee und Streupflicht tun. Sondern mit der damaligen Salzgewinnung. Heute wird Salz industriell gewonnen, also reines Kochsalz für die Küche. Das war vor 2000 Jahren nicht möglich. Salz wurde oft aus dem Meer gewonnen und war verunreinigt. Wenn Salz z.B. feucht wurde, dann konnte es auch verderben. Dann wurde es einfach weggeworfen, wie Müll.

Entscheidend ist also die Wirksamkeit des Salzes. Jesus sagt, es muss wirken. Es muss das tun, wozu es geschaffen ist: Salz muss wirken als Salz. Es muss würzen, es muss konservieren.

Beim  Licht ist das genauso. Das Licht muss leuchten, muss hell machen. Das kann es nicht, wenn es unter einem Eimer steht. Eine Öllampe verliert ihren Zweck, wenn sie in einem dunklen Zimmer steht und brennt, aber zugedeckt ist. Dann bekommt sie bald keinen  Sauerstoff mehr und geht aus.

Jetzt wird es spannend! Denn Jesus bezieht diese Vergleiche auf Menschen, und zwar auf seine Zuhörer, auf uns Christen. Auf Sie und mich.

Was Jesus da sagt, ist atemberaubend. Leute, sagt er, IHR Christen seid das Salz der Erde. IHR Christen seid das Licht der Welt.

Ihr seid es. Er sagt nicht: Könntet ihr euch vielleicht einmal vorstellen, hin und wieder, je nach Alter und Schönheit, auch mal ein bisschen Salz zu sein in eurer Gemeinde, ein bisschen Licht zu sein in eurer Familie?

Nein, sagt er. IHR SEID das Salz der Erde. IHR SEID das Licht der Welt! – Sie müssen jetzt nicht gleich ohnmächtig werden und sagen: das ist unmöglich! Das kann ich nicht! Das ist zu viel! Jesus, du überforderst mich!  

2. Jesus überfordert Sie nicht. Er ehrt Sie mit dieser Zusage!

Jesus ehrt sie. Er gibt Ihrem Christ-sein einen unvorstellbaren Wert. Jesus gibt diesen Wert. Das Salz kann sich seinen Wert nicht aussuchen. Auch nicht das Licht.

Wenn Jesus Ihnen und anderen Christen zusagt „ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt“ dann gibt er Ihnen nicht einfach eine neue Funktion, sondern er beschenkt Sie mit einem ganz neuen Wesen.  

Es ist ein großer Unterschied, ob man nur christlich funktioniert, oder ob man es wirklich durch und durch Christ ist. Ein funktionierender Christ ist für mich jemand, der sein Licht einschaltet, wenn es nötig ist. Der mal christlich funktioniert, wenn er christlich sein soll. Der aber den „christlichen Lichtschalter“ wieder ausmacht, wenn es ihm nicht passt. Das ist so eine Art Energie-Spar-Christ.

Oder der nur dann kraftvoll wie Salz würzt, wenn es ihm passt. Der auch mal zuckersüß sein kann, wenn ihm das besser gefällt.

Jesus macht deutlich: ihr seid mit eurem ganzen Wesen, mit eurer ganzen Persönlichkeit Salz und Licht. Nicht nur sonntags, sondern 24/7.

Der Apostel Paulus hat das geistlich so gesagt (2. Korinther 5:17): Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden!

Und im Galaterbrief 2:20: Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir!

Das ist der wesentliche Unterschied zwischen einem funktionierenden Christen, der für sich entscheidet, ob, wann und wo er mal Licht und Salz sein will und einem Christen, in dessen Herz Jesus Christus lebt und dessen Wesen immer mehr von Jesus Christus geprägt wird. Der nicht anders kann, als Salz und Licht zu sein. Der nichts anderes sein will als Licht und Salz in seiner Umgebung! In seiner Gemeinde! An dem Ort, wo er lebt.

Wir werden Salz und Licht, wenn der Heilige Geist in unserem Herzen wohnt. Nicht nur hin und wieder Gast ist,  sondern wenn er auf Dauer in uns wohnt und an unserer Persönlichkeit arbeitet.

Wir müssen zulassen, das zu werden, was wir für Jesus auch sein sollen: Salz und Licht. Das ist unsere Bestimmung als Menschen in der Nachfolge Jesu Christi.

Jesus mahnt: Christen, die nicht Licht und Salz sein wollen, die sind so unbrauchbar wie verdorbenes Salz oder wie die Öllampe unter einem Eimer. Die braucht kein Mensch. Und Gott auch nicht. Solche Leute verfehlen ihr Ziel, verfehlen ihre Bestimmung. Und das wäre jammerschade.

Sie sind kraftlos, wirkungslos in dieser Welt. Sie sind fad, manchmal sogar geschmacklos, überflüssig. Sie haben keine Ausstrahlungskraft. Sie sind letztlich wirkungslos. Aber genau das sollen sie sein, wirkungsvoll in dieser Welt.

Daher: Salz und Licht sein wo wir leben und arbeiten!

Jesus begrenzt unseren Wirkungskreis nicht. Im Gegenteil: er vergrößert ihn. Als Licht und Salz dürfen wir wirken, wo immer wir sind. Einfach dort, wo wir unseren Lebens-Mittelpunkt haben. Denn Salz ist ein Lebensmittel.

Es gibt für uns Christen kein duales System, also am Sonntag fromm und nett – und im Alltag die Ellenbogen zuspitzen und zeigen, wer der Platzhirsch ist.

Die Salzleute und Lichtträger sind freundlich und barmherzig an allen Orten, in allen Lebenssituationen, wo immer sie sind. Ich will das zum Schluss verdeutlichen:

Ich habe auf Reisen immer ein kleines Nachtlicht dabei. Damit ich nachts, wenn ich raus muss, den Lichtschalter finde oder die Tür. Diese kleine Nachtlampe gehört in mein Reisegepäck wie die Zahnbürste.

So soll es auch sein mit unserem geistlichen Licht. Wo immer wir sind: ein festes JA zu Gottes Willen, zu Gottes Barmherzigkeit, zu seiner Liebe zu den Menschen. Was immer wir tun:  Sehnsucht nach Frieden und Gerechtigkeit, Anbetung des Heiligen Gottes, das gehört zu unserem Wesen.

Jesus sagt uns, warum das so wichtig ist: „Lasst doch das, was euer Leben hell gemacht hat, auch anderen zugutekommen. So merken die Leute, wie ihr euch für das Gute einsetzt und euren Vater im Himmel dafür rühmen, Gott die Ehre geben.“

Licht und Salz heißt -  wir setzen uns für das Gute ein. Was das Leben fördert, was Beziehungen fördert. Damit wird Gott, der Vater, geehrt. Das ist das Ziel: Gott soll geehrt werden, und wir tun es mit unserem ganzen Wesen, wo immer wir sind.

Wenn Sie sagen: mein Leben ist manchmal so fad und ohne Würze, und jeder Tag ist grau in grau, dann können Sie das ändern: Lassen Sie Christus in ihr Leben, lassen Sie den Heiligen Geist in ihr Herz. Lassen Sie ihn arbeiten. Dann wird ihr Leben hell und Ihre Persönlichkeit voller Würze. Sie werden ein „geschmackvoller“ Mensch, an dem andere ihre Freude haben!

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