In Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Er­kenntnis.
Kol. 2,3

 

Liebe Leser,
 

ein antiker Pferdekopf aus Bronze brachte einem Landwirt in Hessen viel Geld ein. Archäologen fanden diesen Schatz bei Grabungen auf dem Acker des Landwirts. Der Pferdekopf gehörte einmal zu einem römischen Reiterstandbild. Vermutlich stellte es Kaiser Augustus dar (63 v. bis 14 n. Christus). Den Wert schätzen Experten auf 1,6 Mio. Euro.

 

Der Landwirt wollte Geld für den Fund. Schließlich war es sein Acker. Ein Gericht sprach ihm eine Enteignungs-Entschädigung von 773.000 Euro zu. Das muss man sich vorstellen: jahrelang pflügte der Mann seinen Acker und ahnte nicht, welches Vermögen unter seiner Scholle lag.

Der Traum vieler Menschen: einen wertvollen Schatz finden. Münzen, Gold, antike Skulpturen oder wertvolle Bilder. Eine glückliche Ehe kann auch ein großer Schatz sein! Oder Frieden. Ein guter Job kann eine wahre Goldgrube sein.

 

Oft sind es gar nicht materielle Dinge, die uns zu „Schatzsuchern“ machen. Wir suchen das, was uns glücklich macht. Was uns hilft zu einem glücklichen Leben. Manche Menschen sind lebenslang unterwegs auf der Suche. Leider auch erfolglos.

 

Wir Christen sollten Schatzsucher sein! Und die Schätze der Weisheit und Erkenntnis suchen, die in Christus verborgen liegen. Bei ihm findet sich der kostbarste Schatz, der von bleibendem Wert ist: wahre Weisheit und tiefe Gotteserkenntnis.

 

1. Vorsicht, Verwechslungsgefahr!

 

Diesen antiken Pferdekopf hätte sogar ich als besonderen Schatz erkannt. Doch nicht immer ist das so offensichtlich. Gerade bei religiösen Fragen besteht Verwechslungsgefahr. Davor warnt der Apostel Paulus. Er schreibt in seinem Brief an die Kolosser in Kap.2:4 + 8, dass die Schätze, die wir bei Jesus finden, leicht mit ähnlichen Angeboten der Welt verwechselt werden können. In Vers  4 schriebt er: Ich sage euch das, damit ihr euch von niemandem durch wohlklingende Worte auf einen falschen Weg bringen lasst. Damit euch niemand mit falschen Argumenten täuschen kann. Und in Vers 8: Fallt nicht auf Weltanschauungen und Hirngespinste herein. All das haben sich Menschen ausgedacht; aber hinter ihren Gedanken stehen dunkle Mächte und nicht Christus.

 

Die Christen in Kolossä standen vor diesem Problem. Neue Prediger kamen mit neuen Erkenntnissen. Sie wollten in der Gemeinde neue Speisevorschriften einführen. Sie lehrten, dass jetzt bestimmte Feiertage und Feste von großer Bedeutung für den Glauben sein würden. Sie lehrten von übersinnlichen Mächten und Gewalten, von Engeln, die man fürchten und anbeten müsse. Also weniger Christus, dafür mehr Rituale, mehr Spirituelles.

 

So was fällt auf fruchtbaren Boden. Das hören manche gerne: nicht allein Jesus Christus im Zentrum des Glaubens sein lassen, sondern den Glauben ausbauen zu einem komplexen Glaubensgebäude. Viele sind nicht gegen Religionen, sie müssen eben nur in das eigene Gedankengebäude hineinpassen. Ein bekannter Sportler sagte: er sucht sich für sein Leben aus allen Religionen das Beste heraus. Das, was ihm am Besten zusagt. Paulus sagt, das ist eine große Gefahr. Das verwässert und verfälscht, was Jesus Christus für uns getan hat: durch seinen Tod am Kreuz hat er jedem Menschen die Sünde vergeben. Durch seine Auferstehung hat er den Tod besiegt. Aber diese Botschaft vom Kreuzestod ist für viele Menschen leider nur Unsinn. Damals wie heute.

 

2. Am richtigen Platz suchen

 

Die Archäologen suchten an der richtigen Stelle. Sie hatten erst Tonscherben gefunden und wussten, dass dieser Acker vor 2000 Jahren zu einer römischen Siedlung gehören musste. Sie gruben tief, sie fanden einen Brunnen. Unter Steinen fanden sie den Pferdekopf.

 

Jesus sagt in einem Gleichnis (Matt. 13:44): Die neue Welt Gottes ist wie ein verborgener Schatz, den ein Mann in einem Acker entdeckte und wieder vergrub. In seiner Freude verkaufte er sein gesamtes Hab und Gut und kaufte dafür den Acker mit dem Schatz.

 

Die Schätze sind da, sagt Jesus, ihr müsst nur die Augen offen halten. Ihr müsst sie suchen! Sucht sie bei mir! Die Schätze des Himmelreichs sind in Jesus verborgen. Daher heißt es, ihn suchen! Den Weg zu ihm finden und zu ihm gehen. In Jesus Christus das Himmelreich entdecken, die neue Welt Gottes sehen, das ist der erste große Schatz, den wir finden können. Dann geht's weiter, von „Schatzkammer zu Schatzkammer“. Viele Schätze sind zu entdecken, und wir dürfen neugierig sein auf alles, was wir in Jesus entdecken können.

 

Das bringt Wachstum in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn. Der Apostel Petrus schreibt (2.Petr.3,18): Lebt mehr und mehr aus der Gnade unseres Herrn Jesus Christus und lernt ihn immer tiefer erkennen! Darum geht es: die Beziehung zu Jesus Christus vertiefen!

 

Damit werden wir nie fertig. Niemals kann irgendein Mensch den ganzen Reichtum er­fassen, der in Jesus Christus verborgen ist. Alle unsere Erkenntnis bleibt Stückwerk (1.Kor. 13:12). Dennoch sollten wir uns nicht mit den entdeckten Schätzen zufrieden geben und auf die faule Haut legen. Wir sollen weiter suchen nach den geistlichen Schätzen, die wir bei Jesus finden!

 

Der beste Weg zu diesen Schätzen ist das intensive Bibellesen. Mit dem persönlichen Bibel-Studium fängt es an. Betend die Bibel lesen und dabei Gott zuhören. Gott zu Wort kommen lassen. Sich nicht nur auf Prediger und ihre Auslegungen verlas­sen, mich eingeschlossen. Sondern mit dem Wort Gottes ganz persönlich umgehen. Es wirken lassen. Es aufmerksam lesen und betend hin­einarbeiten. Das tut der Seele gut.

 

Viele Christen scheuen diese „Arbeit“! Aber wir reifen nur zu mündigen Christen heran durch in­tensives persönliches Bibelstudium. Wir sollten uns durch nichts hindern lassen, täglich in Gottes Wort ernsthaft zu lesen und zu forschen.

 

3. Diese Schätze sind nicht mein Privateigentum

 

Der Landwirt durfte den römischen Pferdekopf nicht für sich behalten und im Wohnzimmer an die Wand hängen. Der Acker gehörte ihm, aber rechtlich nicht der Fund. Das ist mit den geistlichen Schätzen genau so. Meine Bibeln gehören zwar mir, aber das Wort Gottes ist nicht mein Privatbesitz. Christen sammeln geistliche Schätze nicht, um sie zu horten. Das will Gott nicht! Wir haben sie zu teilen. Wir haben sie anderen zugänglich zu machen. Wir sollen andere ermutigen, selbst Schatzsucher zu werden.

 

In Matt. 25,14 - 30 sagt Jesus in einem Gleichnis ganz klar, was seine Leute mit den anver­trauten Schätzen machen sollen: damit arbeiten! Sein Urteil über den unnützen Knecht, der seinen Schatz wieder verborgen hatte, war vernichtend (Vers 30): „Werft diesen Nichtsnutz hinaus in die Finsternis hinaus, wo es nur Weinen und ohnmächtiges Jammern gibt!“

 

Wir dürfen über die geistlichen Schätze, über unsere Gaben nicht verfügen, wie es uns passt. Wir sollen Mut-Macher und Helfer werden für andere, damit auch sie Freude an den Schätzen in Jesus haben können. Darum machen wir uns gegenseitig auf entdeckte Schätze aufmerksam, zum Beispiel in einem Hausbibelkreis. Wir bereichern unser Leben gegen­seitig mit den entdeckten Schätzen. Das ist ein wunderbarer Dienst, den wir uns gegenseitig tun können. So wachsen wir im Vertrauen an Gott, wir wachsen in seiner Liebe. Das lässt uns zu einer lebendigen Gemeinde wachsen.

 

Es wäre schade, wenn es Christen so ginge wie dem Landwirt, der von dem Reichtum unter seinem Pflug nichts wusste. Es wäre jammerschade, wenn die Bibel jahrelang, womöglich lebenslang im Bücherregal stünde und die Schätze, die dort in Jesus Christus verborgen sind, unentdeckt blieben. Machen Sie sich auf und suchen Sie den großartigsten Schatz, den Sie finden können: das Wort Gottes. Bei Jesus Christus, dem Messias, finden Sie es. Er selbst ist dieser Schatz!

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