Gabelflug

 

„Da Jesus geboren war zu Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, ihn anzubeten.

 

Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut und gingen in das Haus und sahen das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an …  Und da ihnen im Traum befohlen wurde, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem andern Weg wieder in ihr Land.“

 

Matthäus-Evangelium, Kapitel 2, Verse 1+2, 10 + 12

Liebe Leser,

 

mich erinnert das an einen Gabelflug. Man fliegt von einem anderen Airport zurück als vom Zielflughafen. Die Weisen aus dem Morgenland waren beim neugeborenen König der Juden. Sie hatten den Messias gesehen. Ihn berührt. Jetzt verlassen sie den Ort der Anbetung wieder. Sie lassen Bethlehem zurück. Aber Gott greift ein durch einen Traum. Seine Anweisung: kehrt nicht mehr zurück zu Herodes! Geht einen anderen Weg zurück in die Heimat!

 

Gott legt diesen Heiligen die neue Reiseroute fest. Das ist für mich auch ein Bild für das Christ-sein.

 

Gott sagt diesen Menschen etwas sehr wichtiges: „Kehrt nicht um zu Herodes!“ Geht nicht zurück, auch wenn ihr es ihm versprochen habt. Wer seine Knie vor dem König Jesus gebeugt hat, wer den Messias angebetet hat, der kann nicht mehr vor irdischen Machthabern auf die Knie gehen. Wer einmal dem Licht des Lebens begegnet ist, der kann nicht wieder zurück in die Finsternis.

 

Herodes ein finsterer Mensch. Alle Historiker bezeugen: Herodes war ein Mörder. Herodes der Große war ein Machtmensch, der über Leichen ging. Er scheute auch vor Mord nicht zurück.

 

Der Apostel Paulus erinnert uns Christen daran, dass Gottes Licht keine Gemeinschaft mit der Finsternis haben kann (1.Kor. 6:14): „Was hat die Gerechtigkeit zu schaffen mit der Ungerechtigkeit?! Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis?!“ Wer gerecht gemacht ist durch Jesus Christus und sein vergossenes Blut am Kreuz, der kann keine Gemeinschaft mehr haben mit Unrecht. Wer Jesus Christus, das Licht der Welt, gesehen hat, kann nicht mehr zurück in die Finsternis der Gottesferne.

 

Der Hebräerbrief erinnert die Christen daran, dass es keine Rückkehr ins alte Leben geben kann: Wer einmal erleuchtet worden ist vom Licht des Lebens, wer geschmeckt hat die himmlische Gabe und Anteil bekommen hat am Heiligen Geist und geschmeckt hat das gute Wort Gottes und die Kräfte der zukünftigen Welt, der kann nicht zurückkehren in den Machtbereich der Sünde und der Finsternis. (Vgl. Hebräer-Brief, Kap. 6)

 

Die Männer aus dem Morgenland gehen zurück in ihre Heimat. Reich beschenkt durch die Begegnung mit Jesus Christus. Sie gehen zurück in ihr normales Leben, das jetzt ganz anders geworden ist. Das alte Leben ist vorbei, Neues ist geworden in Bethlehem. Der Stern des Messias leuchtet in ihrem Leben. Sie gehören dem, dem alle Macht gegeben ist im Himmel und auf Erden.

 

Wer Jesus Christus ins Herz aufgenommen hat, kann fröhlich seinen weiteren Lebensweg fortsetzen. Er geht neue Lebens-Wege. Vom Schatzmeister der äthiopischen Königin heißt es nach seiner Taufe: „Er setzte seine Reise voller Freude fort“. (Apostelgeschichte 8, 19 b). Wer seinen Lebensweg mit Jesus Christus gehen darf, dessen Herz wird froh!

 

Für Jesus, Maria und Josef beginnt eine andere Reise. Sie fliehen nach Ägypten. Mehr dazu nächstes Wochenende.

 

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Woche und ein fröhliches Herz!

 

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