Grundschule des Glaubens

 

Als er – Jesus - aber das Volk sah, ging er auf einen Berg. Und er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach: Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich. Matth. 5, 1 – 5

 

 

Liebe Leser,

 

Jesus öffnet einen Hörsaal auf einem Berg, unter freiem Himmel. Die Studenten: seine Jünger. Das Wort Jünger bedeutet auch Schüler oder Lernender. Sie sollen jetzt lernen, wie Gott sich das Leben für alle Menschen vorstellt. Jesus lehrt die Grundlagen des christlichen Glaubens.

Gewissermaßen das Kleine 1 x 1.

 

Kinder lernen schon im Kindergarten, 1 und 1 zu addieren. Auch Albert Einstein hat irgendwann damit angefangen. Jesus will, dass wir lernen. Damit das Leben eine gute, feste Grundlage hat. Damit Leben gelingt.

 

Am Ende seiner langen Lehrstunde vergleicht Jesus das Leben mit einem Hausbau. Wer auf das hört, was er lehrt und das Gehörte auch tut, der baut sein Lebenshaus auf Fels. In Krisenzeiten wird das Lebenshaus fest stehen bleiben. Jesus sagt, das sind kluge Menschen! Wer aber Gottes Wort in den Wind schlägt und nicht danach lebt, der ist dumm. Mag er noch so intelligent sein. Dessen Lebenshaus, dessen Lebenswerk hat kein gutes Fundament. Das bricht eines Tages zusammen wie ein Kartenhaus. Der baut auf Sand. Sand ist kein tragfähiges Fundament für ein Haus (Mt. 7, 24 f). Das lehrt Jesus seine Jünger.

 

Seine ersten Lektionen beginnen mit einem Lob! Er freut sich, dass Menschen zu ihm kommen und hören wollen, was er zu sagen hat. Er lobt sie:

Freuen dürfen sich alle, die nur noch von Gott alles erwarten – und nicht mehr von sich selbst. Die erkennen, wie arm sie vor Gott sind. Die begreifen, wie sehr sie Gott brauchen. Alle, die nicht auf ihre Stärke bauen, sondern auf Gottes Barmherzigkeit, auf seine Liebe. Solche Menschen sind in seinen Augen glückliche Menschen. Ihnen wird der Himmel geschenkt, das heißt sie erfahren Gottes Gegenwart. Sie haben eine Zukunft bei Gott.

 

Wer von Jesus Christus alles erwartet, der bekommt einen weiten Blick. Dem öffnet Gott eine neue Lebensperspektive. Viele Menschen erwarten vieles oder sogar alles von anderen. Die Anderen sollen ihre Erwartungen und Hoffnungen erfüllen. Diese Rechnung geht selten auf, weder im Privatleben noch in der Politik. Gerade im politischen Alltag erwarten Menschen viel von anderen. In der Energie-Politik, im Umweltschutz, in ethischen Fragen. In Demokratien denken Menschen im Vier- oder Fünf-Jahres-Rhythmus. Von Wahl zu Wahl hoffen sie auf positive Veränderungen. Doch die Zahl der Menschen, die von Politikern enttäuscht sind, scheint mir sehr hoch zu sein.

 

Die Bergpredigt Jesu beginnt nicht bei anderen, sondern fängt bei mir an. Jesus lenkt den Blick auf seine Zuhörer. Das ist sehr herausfordernd. Das kann sogar sehr unangenehm werden. Weil Jesus sagt, was Gott von uns, von mir persönlich erwartet. Er erwartet bei mir Veränderung, damit das Leben gelingen kann, damit das Zusammenleben mit anderen gelingen kann. Damit das Leben mit Gott gelingt.

Wer die Bergpredigt aufschlägt, der schlägt das spannendste Kapitel seines Lebensbuches auf. Was Jesus sagt, ist atemberaubend, ist neu! Das war schon am Originalschauplatz so. „Als Jesus seine Rede beendet hatte, waren die Zuhörer von seinen Worten tief beeindruckt.“ (Mt. 7:28). Ich erwarte in den kommenden Wochen Neues von Jesus Christus zu hören.

 

Alles beginnt aber damit: akzeptieren, dass ich Gott brauche. Dass ich sein Wort brauche. Also zustimmen: Ja, ich will lernen, ich will zuhören. Ja, ich will alles von Jesus Christus erwarten. Ich begreife, dass ich vor Gott mit leeren Händen da stehe. Ich komme, um mir meine Hände von Gott füllen zu lassen. Ich komme und bitte darum, dass das, was Jesus sagt, mein Herz und meine Gedanken erfüllen. Ich komme und erwarte alles von ihm.

 

Jesus sagt: „Wer sich die neue Welt Gottes nicht wie ein Kind schenken lässt, dem bleibt sie verschlossen.“ (Lk.18:17)  Ich wünsche Ihnen dieses kindliche Vertrauen und eine gesegnete Woche.

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