Jesus sagt: „Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Weisungen der Propheten außer Kraft zu setzen. Ich bin nicht gekommen, um sie außer Kraft zu setzen, sondern um sie zu erfüllen und ihnen volle Geltung zu verschaffen.“ Mt. 5, 17

 

Liebe Leser,

 

im Dezember 1987 schlossen der amerikanische Präsident Reagan und der sowjetische Generalsekretär Gorbatschow den INF-Vertrag. Beide Länder verpflichteten sich, nukleare Mittelstrecken-Raketen zu vernichten. Im Februar 2019 kündigten die USA diesen Vertrag. Die USA warfen den Russen Vertragsbruch vor. Sofort warf Russland den USA vor, schon seit langer Zeit gegen den Vertrag zu verstoßen. Wie du mir, so ich dir.

 

Verträge, die gebrochen werden, sind wertlos. Das gilt in der Politik, das gilt in allen Lebensbereichen. Wenn Vertragspartner sich nicht daran halten, was sie vereinbart haben, wird das Vertrauensverhältnis gestört oder sogar zerstört.

 

In seiner Bergpredigt wirft Jesus der religiösen Elite vor, den Bund mit Gott zerstört zu haben. Die Pharisäer und Gesetzeslehrer interessierten sich nur noch für die Einhaltung der Buchstaben. Den Sinn von Gottes Geboten hatten sie längst vergessen. Ein Beispiel: sie fragen Jesus scheinheilig, ob man am Sabbat einen Menschen heilen darf. Jesus sagt: klar! Natürlich man darf am Sabbat einem anderen Menschen Gutes tun! Und er macht das. Er heilt einen Mann mit einer behinderten Hand. 

 

Das bringt die Pharisäer auf die Palme. So etwas geht doch nicht! Dieser Jesus muss weg! Sie überlegen, wie sie ihn umbringen können (Matth. 12, 9 – 13). Denn ihre religiösen Vorschriften sind ihnen heiliger als der Mensch. Sie erkennen nicht, dass sie damit das Vertrauen zu Gott zerstören.

 

Das Vertrauensverhältnis zwischen Gott und Mensch ist schon lange nachhaltig gestört. Weil Menschen sich nicht an Gottes Lebensordnungen halten können. Als Mose mit zwei Steintafeln vom Berg Sinai kam (Ex. 34), trug er die zehn Gebote Gottes. Nur zehn Gebote. Die kann man an beiden Händen abzählen. Nur zehn einfache Regeln aus dem Himmel für das Leben auf der Erde (Ex. 20). Doch immer wieder gebrochen, bis heute.

 

Jesus Christus sagt: ich komme, um das Vertrauensverhältnis zwischen Gott, meinem Vater und euch Menschen wieder herzustellen. Ich werde die Gesetze Gottes erfüllen. Alle Gebote, ohne Ausnahme! Jesus kündigt den Vertrag nicht, den Gott mit den Menschen geschlossen hat. Er bringt das gestörte Vertrauensverhältnis wieder in Ordnung. Jesus verändert nicht die Lebensordnungen Gottes, er annulliert sie nicht, er setzt sie nicht außer Kraft. Der Sohn Gottes erfüllt sie alle. ER kann das, nur ER.

 

Jesus hat immer danach gefragt, was der Wille Gottes ist. So hat er gelebt. So sollen wir leben. ER sagt uns, was wir beten sollen: „Vater im Himmel, dein Wille geschehe!“ (Matthäus 6,10)

 

Wenn mir das trotz der besten Vorsätze nicht gelingt, dann darf ich mit meiner Schuld zu Jesus kommen. Am Kreuz von Golgatha hat er für die Schuld aller Vertragsbrecher bezahlt. Am Kreuz von Golgatha hat er den Weg zum Vater im  Himmel frei gemacht.

 

Weil Jesus Christus das Gesetz Gottes erfüllt hat bis auf das letzte i-Tüpfelchen, müssen wir nicht mehr krampfhaft nach den Buchstaben des Gesetzes leben. Jesus Christus bringt uns die wunderbare Freiheit, als Gottes Kinder zu leben.

 

Wenn Staatsmänner Verträge schließen, unterschreiben sie das Dokument, stehen auf, reichen sich die Hand und zeigen allen stolz den neuen Vertrag. Dann überreichen sie einander dieses wichtige Dokument. Aber sie geben einander nicht nur ein Blatt Papier in die Hand, sondern der Vertrag ist in einem besonderen Schutzumschlag. In einer roten oder schwarzen Schutzhülle. Denn der Vertrag ist etwas ganz Besonderes.

 

Das macht Gott im Prinzip auch so. Er reicht uns die Hand, übergibt uns sein neues Gesetz. Auf dem Schutzumschlag steht in großen Buchstaben: ERFÜLLT DURCH MEINEN SOHN JESUS. ERFÜLLT DURCH SEINE LIEBE. Jesus ist die Erfüllung des Gesetzes. Mit seiner Liebe zu uns hat er den Vertrag erfüllt. Jesus Christus ist die Liebe Gottes in Person. Und „die Liebe ist die Erfüllung von Gottes Gesetz“, so sagt es der Apostel Paulus in Römer 13, 10.

 

Gott schenkt uns durch Jesus Christus einen neuen „Vertrag“, er schließt mit uns einen neuen Bund. Wer ihn „unterschreibt“ durch sein fröhliches  „JA!“ in seinem Herzen, der muss nicht mehr mit Gott und seinen Geboten kämpfen. Der hat Gott nicht mehr zum Feind, sondern zum Vater im Himmel. Der ist ein Kind Gottes. Die Liebe Gottes wird zur treibenden Kraft in seinem Leben. Als Kinder Gottes bekämpfen wir nicht unsere Mitmenschen in Gedanken oder mit Worten oder Taten. Denn „die Liebe fügt niemandem Schaden zu.“ (Röm. 13:10).

 

Wer durch Jesus Christus ein Kind Gottes wurde, der kann, der will auch mit Freude Gottes Lebensordnungen erfüllen. Aus Liebe zu Gott und den Mitmenschen. Der Heilige Geist gibt dazu den Willen und die Kraft.

 

Als Reagan und Gorbatschow den Vertrag unterschrieben hatten, tauschten sie die Füller, schüttelten die Hände, die Zuschauer im Weißen Haus applaudierten.  Einen himmlischen Füller bekommen Sie garantiert nicht, wenn Sie „JA“ sagen zu Jesus Christus. Aber ich bin mir sehr sicher, dass es im Himmel einen Riesen-Applaus für Sie gibt. Sagen Sie „Ja“, und Sie hören mit Ihrem Herzen die Engel jubeln.

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