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Als Jesus am See Genezareth entlangging, sah er dort zwei Männer: Simon, der später Petrus genannt wurde, und dessen Bruder Andreas. Sie waren Fischer und warfen gerade ihre Netze aus. Da forderte Jesus sie auf: »Kommt, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschen machen, die andere für Gott gewinnen.« Sofort ließen die beiden Männer ihre Netze liegen und gingen mit ihm. Nicht weit davon entfernt begegnete Jesus zwei anderen Fischern, den Brüdern Jakobus und Johannes. Sie waren mit ihrem Vater Zebedäus im Boot und brachten ihre Netze in Ordnung. Auch sie forderte Jesus auf, ihm nachzufolgen. Ohne zu zögern, verließen sie das Boot und ihren Vater und gingen mit Jesus.

Matth. 4, 18 – 22

Liebe Leser,

Jesus, der Messias, setzt sein Erlösungswerk fort. In Galiläa beginnt er, den Menschen sein Heil zu bringen. Doch dabei soll es nicht bleiben. Alle Menschen sollen erfahren, dass sie von Gott geliebt sind. Alle Menschen sollen zur Erkenntnis dieser Wahrheit kommen.

Der Apostel Paulus schreibt: „Denn Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und seine Wahrheit erkennen. Es gibt nur einen einzigen Gott und nur einen Einzigen, der zwischen Gott und den Menschen vermittelt und Frieden schafft. Das ist der Mensch Jesus Christus.  Er hat sein Leben als Lösegeld hingegeben, um uns alle aus der Gewalt des Bösen zu befreien. Diese Botschaft soll nun verkündet werden, denn die Zeit, die Gott festgelegt hat, ist gekommen.“ (1. Tim. 2, 4 – 6).

Damit die beste Nachricht aller Zeiten bekannt wird, ruft Jesus Christus Menschen in seinen Dienst. Sie sollen anderen bezeugen: „Groß und einzigartig ist das Geheimnis unseres Glaubens: In die Welt kam Christus als ein Mensch, und der Geist Gottes bestätigte seine Würde. Er wurde gesehen von den Engeln und gepredigt den Völkern der Erde. In aller Welt glaubt man an ihn, und er wurde aufgenommen in Gottes Herrlichkeit.“ (1.Tim. 3, 16)

Von diesem Geheimnis des Glaubens sollen Menschen wie Petrus und Andreas, Jakobus und Johannes zukünftig erzählen. Diese vier waren keine Theologen, keine V.I.P., sondern Arbeiter, die mit Fischfang ihr Geld verdienten. Jesus beruft ganz einfache Fischer, keine Fachleute für religiöse Fragen.

Petrus, Andreas, Jakobus und Johannes waren andere Fachmänner: sie konnten Fischernetze knüpfen. Ein Fischernetz besteht aus geknüpften Schnüren. Wo die Fäden zusammenlaufen, entsteht ein Knoten. Das ist so ähnlich wie beim Internet. Internet ist ein riesiges Netz aus Rechnern. Frankfurt ist ein Internet-Knotenpunkt. Hier laufen die Informationsströme aus aller Welt zusammen.

Jesus beginnt, mit diesen vier Fischern sein „Netzwerk der Zeugen“ zu knüpfen. Er fügt nach und nach Männer und Frauen dazu. Es soll ein Netzwerk der Liebe Gottes werden. Es soll ein Netz von Menschen werden, die miteinander verbunden sind durch Jesus Christus. Die miteinander verbunden sind durch Glaube, Hoffnung und Liebe zu Jesus Christus und den Mitmenschen.

Wo immer sich Christen zusammenfinden, sind sie verbunden durch Jesus Christus selbst. Durch ihn werden Christen zu einer lebendigen Gemeinschaft, wächst seine weltweite Gemeinde. Menschen, die sich fremd waren, werden Schwestern und Brüder. Menschen, die nichts miteinander zu tun hatten, gehören durch Jesus Christus zusammen wie zu einer großen Familie.

Das Geheimnis dieser Verbundenheit liegt in der Einheit mit Jesus Christus. Der Apostel Paulus beschreibt es so: „Nun seid ihr alle zu Kindern Gottes geworden, weil ihr durch den Glauben mit Jesus Christus verbunden seid. Ihr gehört zu Christus, denn ihr seid auf seinen Namen getauft. Jetzt ist es nicht mehr wichtig, ob ihr Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, Männer oder Frauen seid: In Jesus Christus seid ihr alle eins.“ (Galater 3, 26 – 28)

Aus vier Fischern wurde eine Kleingruppe. Ich kenne viele Gemeinden, in denen es Kleingruppen gibt. Sie nennen sich Bibelkreise oder Hauskreise. Regelmäßig treffen sich Frauen und Männer, um miteinander über ihren Glauben auszutauschen. Sie lesen in der Bibel und lassen sich von Gottes Wort inspirieren. Sie singen und beten miteinander. Sie unterstützen sich gegenseitig, trösten in Zeiten der Not. Wo, wenn nicht in Kleingruppen, kann man lernen, einander anzunehmen, wie Jesus Christus uns angenommen hat (Römer 15:7).

Ich ermutige Sie, sich einer Kleingruppe in Ihrer Gemeinde anzuschließen! Und wenn es bei Ihnen noch keinen Hauskreis oder Gesprächskreis gibt: machen Sie doch den Anfang! Zögern Sie nicht! Knüpfen Sie Beziehungen. Ich bin überzeugt: Gott wird Ihren Mut segnen.  

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