No risk, no faith?

Darauf nahm ihn der Teufel mit nach Jerusalem, auf den höchsten Punkt der Tempelmauer. Dort sagte er: »Wenn du der Sohn Gottes bist, dann spring hinunter! Denn die Schrift sagt: `Er befiehlt seinen Engeln, dich zu beschützen. Sie werden dich auf ihren Händen tragen, damit deine Füße niemals stolpern.´« Jesus antwortete: »Die Schrift sagt aber auch: `Fordere den Herrn, deinen Gott, nicht heraus.´«

Matth. 4, 4 - 7

Liebe Leser,

„Riskiere alles, sogar dein Leben“ (!) – eine wirklich teuflische Aufforderung! „Es wird dir nichts passieren. Denn Gottes Engel fangen dich unten mit einem Sprungtuch auf.“ (Aber: sollten die Engel nicht da sein, dann hast du verloren). Doch Jesus lässt sich nicht provozieren, auch nicht mit frommen Worten. Der Sohn Gottes weiß, dass niemand Gott herausfordern darf.

Der Apostel Paulus kannte diesen Herausforderer. Er schreibt im 2. Korintherbrief (Kap. 11:14) „Der Satan verstellt sich als Engel des Lichts“. Der Böse erscheint gerne als Lichtgestalt. Er verführt Menschen dazu, lieber ihren eigenen Wünschen und Träumen zu folgen als Gottes Willen. Er verführt Menschen dazu, auch Kopf und Kragen zu riskieren.

Gott will das nicht! Es ist der Mensch, der sich von seinen Begierden leiten lässt. Im Jakobusbrief (Kap. 1:13 f) können wir es lesen: „Wenn ein Mensch in Versuchung gerät, soll er nicht sagen: »Gott hat mich in Versuchung geführt.« So wie Gott nicht zum Bösen verführt werden kann, so verführt er auch niemand dazu. Es ist die eigene Begehrlichkeit, die den Menschen ködert und einfängt.“

Die eigenen selbstherrlichen Begierden haben schon manche Menschen ins Unglück gestürzt. Da hatte jemand den Wunsch, ganz groß rauszukommen, etwas ganz Besonderes zu sein. Oder da war die Überzeugung, Gott würde auch finanzielle Risiken mit einem weichen Polster auffangen.

Auch Christen sind an diesen Versuchungen schon gescheitert. Ich kenne leider Menschen, deren Glaube sogar Schiffbruch erlitten hat. Die Waghalsiges unternahmen und sich zu dazu verführen ließen, unbeschreibliche Dummheiten zu machen.

Auf die Frage nach dem höchsten Gebot antwortet Jesus: »Liebe den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen, mit ganzem Willen und mit deinem ganzen Verstand!« Wir sollen Gott lieben auch mit dem Verstand. Überlesen wir das zu oft? Wir ehren Gott auch mit unserem Denken, mit unserer Vernunft.

Es ist etwas ganz anderes, wenn mich Gott ermutigt, Glaubensschritte zu wagen. Ich darf den Worten Jesu vertrauen. Die Bergpredigt (die ich gerne mit Ihnen in den kommenden Wochen betrachten will) ist ein Glaubensweg. Was Jesus Christus sagt, soll mein Leben gestalten. Was Jesus sagt, soll meinem Leben eine neue Form geben. Mutig darf ich mit ihm Schritt für Schritt gehen.

Ich darf auf Jesus Christus hören, darf beten und um die Leitung des Heiligen Geistes bitten. Wenn ich bei bestimmten alltäglichen Entscheidungen unsicher bin, sollte ich erfahrene Christen fragen und ihren Rat suchen.

Dabei können mir ein paar Fragen helfen: fühle ich mich gut bei dem, was ich tue? Habe ich ein gutes Gewissen? Baut das, was ich tue, einen anderen Menschen auf? Habe ich Frieden in mir, wenn ich diesen oder jenen Schritt tue? Wenn ich mit meinem Vorhaben etwas oder jemand zerstöre, kann ich keinen Frieden haben!

Sollten Sie gerade, liebe Leserin, lieber Leser, vor der Frage stehen, ob Sie einen „riskanten Sprung“ wagen sollten: Tun Sie es bitte nicht! Nehmen Sie doch erst einmal „die Treppe“, bleiben Sie auf dem Boden! Klären Sie mit Gott und mit Freunden, ob dies ein Glaubensschritt ist, den Sie wagen dürfen – oder ob Sie damit etwas zerstören, zum Beispiel Beziehungen und Vertrauen.

Der Heilige Geist hält sich an meine Grenzen. Er weiß, was ich kann und was ich nicht kann! Er hält sich an meine physischen und seelischen Grenzen. Ganz anders als der diabolische Geist. Er hält sich an keine Grenzen. Er überschreitet ständig Grenzen, zerstört Vertrauen und überfordert mit seinen Herausforderungen.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Woche unter der Leitung des Heiligen Geistes!

 

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