Ohne Wenn und Aber

 

Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser. Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen. Und siehe, eine Stimme aus dem Himmel sprach: »Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe«.

Da wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, damit er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat herzu und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so sprich, dass diese Steine Brot werden. Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben (5. Mose 8,3): »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht«. Mt. 3, 16 – 17 und 4, 1 – 4

 

Liebe Leser,

 

der Himmel öffnet sich über Jesus. Gott bestätigt: dies ist mein lieber Sohn! Dieser Jesus ist der Messias. Er allein hat die Vollmacht, Gottes Heilsplan zu erfüllen. Gott salbt durch seinen heiligen Geist seinen Sohn zum mächtigen König und Propheten. Jetzt kann Jesus sein öffentliches Wirken beginnen.

 

Jetzt ist der Himmel wieder offen für alle Menschen. Jeder Mensch hat durch Jesus Christus eine offene Tür zu Gottes Vaterherz. Es regiert nicht mehr das Gesetz, sondern Gottes Gnade.

 

Gott spricht zu seinem Sohn, wie der Sohn zu uns spricht. Gott sagt: dies ist mein geliebter Sohn. Er ist einzigartig geliebt. Und dieser geliebte Sohn kommt in unsere Welt und liebt Sie und mich, ohne Wenn und Aber! Denn „so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben“ (Joh. 3:16). Gottes Liebe gilt jedem Menschen, ohne Wenn und Aber!

 

Doch Gott prüft seinen Sohn. Er führt ihn in die Wüste. Jesus durchleidet eine lange Zeit des Hungers, der Einsamkeit, der Erschöpfung. Ihn trifft menschliches Elend. Vielleicht mussten Sie, liebe Leser, das auch einmal durchleiden. Warum muss Jesus das durchmachen? „Denn weil er selbst gelitten hat und denselben Versuchungen ausgesetzt war wie wir Menschen, kann er uns in allen Versuchungen helfen“ (Hebräerbrief 2:18). Weil Jesus diese Glaubensprüfungen kennt, kennt er auch unsere Glaubens-Wüsten.

Die diabolische Versuchung ist der Zweifel: wenn du Gottes Sohn bist, dann mache aus Steinen Brot! Wenn du es bist, dann beweise es doch! Zeige doch, dass du Wunder tun kannst. Der Teufel will Jesus verführen, eigenmächtig zu handeln.

 

Das ist auch heute die Versuchung mancher Christen. Sie sollen ihr Vertrauen in die Fürsorge Gottes aufgeben und eigenmächtig für ihre Bedürfnisse kämpfen. Es ist die Versuchung, mit Gottes Gaben und Wegführungen unzufrieden zu werden. Ein gottloses Sprichwort sagt es so: Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott.

 

Jesus bleibt in der totalen Abhängigkeit vom Vater. Denn wer aus der Abhängigkeit von Gott heraustritt, der zerstört das Vertrauen zu Gott.

 

Jesus konnte seinen Hunger, seine Erschöpfung, seine Wüstenzeit ganz der Fürsorge des Vaters überlassen. Er versuchte nicht, seine Wüstenzeit eigenmächtig zu beenden. Er wusste, der Vater hilft zu dem Zeitpunkt, wenn Hilfe nötig ist.

 

Das gilt auch Ihnen und mir. Der Hebräerbrief macht uns Mut: „Lasst uns deshalb zuversichtlich vor den Thron unseres gnädigen Gottes treten. Dort werden wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden, die uns helfen wird, wenn wir sie brauchen“ (Hebr. 4,18).  Alle, die zur Gemeinde Gottes gehören, dürfen Jesus Christus ihre ganze Not sagen. Wir dürfen kommen mit unserer Krankheit, mit unseren materiellen Nöten, mit unserer Glaubensmüdigkeit und in seine Gegenwart treten. Wir sollen vertrauen auf seine Hilfe, die kommen wird. Ohne Wenn und Aber!

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