„Glückselig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Land ererben.“ Matth. 5, 5

 

Liebe Leser,

 

haben Sie jemals ein Stück Land geerbt? Einen Acker oder ein Grundstück? Vielleicht sogar mit Haus? Wurden Sie dadurch glücklich?

 

Wenn es darum geht, ein Erbe zu verteilen, dann wird nach meiner Erfahrung oft gestritten. Von sanftmütigen Erben höre ich selten. Ich hörte von Geschwistern, die bis zum Tod der Mutter ein Herz und eine Seele waren. Die Erbschaft hat sie leider auseinandergebracht, jetzt reden sie nicht mehr miteinander. Traurig!

 

Wovon redet Jesus in seiner dritten Seligpreisung? Was ist Sanftmut? Welches Land soll geerbt werden? Sanftmut ist eine Herzenshaltung. Im Galaterbrief wird sie beschrieben als eine Frucht des Heiligen Geistes (Gal. 5:23): „Die Frucht des Geistes ist … Sanftmut.“ Von Natur aus ist kein Mensch sanftmütig. Es sei denn, der Heilige Geist bewirkt das in ihm. Der Heilige Geist will unser Wesen mit  Sanftmut prägen.

 

Als Jesus seine Zuhörer auffordert zu ihm zu kommen und bei ihm innere Ruhe zu finden, da sagt er: ich bin sanftmütig: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig…“ Wer einen sanftmütigen Menschen sehen will, der braucht nur auf Jesus zu schauen.

 

Sanftmut ist keine Schwäche, sondern eine Charakterstärke. Sanftmütig ist der Mensch, der seine Seele öffnet für Gottes Wirken. Ein sanftmütiger Mensch erlebt die Gegenwart Gottes als wohltuend. Ein sanftmütiger Mensch kann auch die Last eines anderen mittragen.

 

In einem Christen, in dem der Heilige Geist diese Sanftmut reifen lässt, der wird eine große Ausstrahlungskraft haben. Ein sanftmütiger Christ, der von Jesus lernt, wird mit seinen Mitmenschen freundlich, geduldig, friedfertig umgehen.

 

Das Land, von dem die Rede ist, bezieht sich sicherlich auf das kommende Gottesreich. Jesus macht die Sanftmütigen zu Erben seines neuen Himmels und der neuen Erde, die er eines Tages schaffen wird (Offb. 21, 5). In Gottes neuer Welt wird es keinen  Platz mehr geben für diejenigen, die mit Gewalt regieren wollen, die ihre Mitmenschen unterdrücken, die sich nur um sich selbst drehen.

 

Das bedeutet für Christen nicht, heute die Hände in den Schoß zu legen. Jesus hat die Menschen um ihn herum eingeladen, sanftmütig zu werden. Damit sie das Gesicht dieser Welt durch geistliche Sanftmut prägen. Das geschieht dort, wo Jesus Christus willkommen ist. Das geschieht dort, wo wir anderen in Liebe und Wertschätzung dienen. Das geschieht dort, wo wir mit (für uns) „schwierigen“ Menschen zu tun haben und ihnen dennoch mit viel Geduld und Freundlichkeit begegnen.

 

Eine Gemeinde ohne sanftmütige Christen wirkt auf mich kalt, distanziert. Vielleicht bin gerade ich selbst für andere ein „schwieriger“ Zeitgenosse und freue mich dankbar, wenn mich sanftmütige Mitchristen freundlich und ohne Vorbehalte akzeptieren.

 

Glückselig sind die Sanftmütigen. Eine wunderbare Verheißung, die Jesus macht. Ich wünsche Ihnen, dass Sie dort, wo Sie leben, also in Ihrem Land, vielen Menschen mit Sanftmut den Alltag lebenswert machen. Bringen Sie mit der Sanftmut Jesu ein Stück Hoffnung, Frieden und Freundlichkeit in das Herz eines anderen. Gottes Geist helfe Ihnen dazu!

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