Wegbegleiter. Wegbereiter.

 

Als Herodes gestorben war, erschien dem Josef in Ägypten der Engel des Herrn im Traum und sagte: »Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter und kehre in das Land Israel zurück; denn alle, die das Kind umbringen wollten, sind gestorben.« Da stand Josef auf, nahm das Kind und seine Mutter und kehrte nach Israel zurück. Er kam in die Stadt Nazareth und ließ sich dort nieder.

 

Damals trat der Täufer Johannes in der Wüste von Judäa auf und verkündete: »Ändert euer Leben!« Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und um die Hüften einen Ledergurt. Seine Nahrung bestand aus Heuschrecken und Honig von wilden Bienen. Die Leute aus Jerusalem, aus ganz Judäa und der ganzen Jordangegend kamen zu ihm, bekannten öffentlich ihre Sünden und ließen sich von ihm im Jordan taufen.
 

Matth. 2, 19 ff bis Matth. 3, 6

Liebe Leser,

 

Gott lässt sich nicht aufhalten. Er geht seinen Weg weiter mit Menschen, die er beruft. Josef bekommt neue Dienstanweisungen. Inzwischen leben Herodes und seine Handlanger nicht mehr. Jetzt führt er Josef weiter zum nächsten Zielpunkt: Nazareth. Dorthin soll Jesus. Dort setzt Gott seinen Heilsplan fort.

 

Josef wird zum Wegbegleiter. Er begleitet den Sohn Gottes auf seinem weiteren Weg. Das ist sein Dienst für Gott. Ich stelle mir vor, wie sich Josef Tag für Tag um seine Frau und um Jesus kümmert. Er geht an die Arbeit, verdient sein Geld, ist ein fürsorglicher Ersatz-Vater. Der Maler Conrad von Soest (1370 – 1422) hat das wunderbar dargestellt. In seinem Gemälde „Die Geburt Christi“ kniet Josef auf dem Boden und kocht auf einem Feuer einen Brei für Jesus. Sie finden das Bild bei Wikipedia.

 

Seit damals gibt es unzählige „Josefs“ und „Josefinen“. Menschen, deren Lebensmitte Jesus Christus ist. Mitten im Alltag. Sie gehen Tag für Tag ihrer Arbeit nach, als Handwerker wie Josef oder als Verkäuferin, als Juristin oder Mechaniker. Aber ihr Herz schlägt für Jesus Christus. Mit ihm gehen sie durchs Leben.

 

Diese „Josefs“, Frauen und Männer, sind keine wortgewaltigen Menschen wie Johannes der Täufer. Sie fallen auch nicht auf durch ausgefallene Kleidung oder durch einen besonders aufregenden Lebensstil. Sie haben nie ein Buch geschrieben. Nie gepredigt. Von ihnen kennt man nur den Namen. Es sind die Treuen, die im unscheinbaren Alltag ganz nah bei Jesus Christus sind. Deren Herz brennt für Jesus Christus. Ihre „selige Werkstatt“, so sagte es Martin Luther, ist die Bibel.

 

Es sind Menschen, die eines Tages aus dem Blickfeld verschwinden, wie Josef damals. Von ihm hören wir nicht mehr viel (vgl. Lukas-Evangelium 2, 41 f). Aber eines ist wichtig: sein Name ist untrennbar mit Jesus Christus verbunden. Und genau das wünsche ich Ihnen und mir. Ich wünsche uns, dass wir in der Liebe Gottes bleiben (1. Joh. 4; 16) „Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“ Ich wünsche uns diese Freude, von der Jesus sagt: „Freut euch, dass eure Namen im Himmel aufgeschrieben sind.“ (Lukas 10, 20). Ich wünsche uns, das unsere Namen untrennbar mit Jesus Christus verbunden sind.

 

Als Josefs Zeit zu Ende ging, erschien ein anderer Mann in der Heilsgeschichte Gottes: Johannes der Täufer. Er war der Wegbereiter Jesu. Auch solche Menschen braucht Gott, auch heute. Egal, wie sie aussehen. Wichtig ist diese Botschaft: „Kehrt um zu Gott. Macht den Weg frei für den Herrn. Räumt alle Hindernisse weg!“ (Matthäus 3).

 

Auch das wünsche ich Ihnen und mir: dass wir Wegbereiter sein dürfen für unsere Mitmenschen. Dass wir helfen können, den Weg für Jesus Christus frei zu machen. Wie das praktisch aussieht, zeigt der Apostel Paulus im Römerbrief (Römer 12,18): „So weit es möglich ist und auf euch ankommt, lebt mit allen in Frieden.“ Umkehren zu Jesus Christus heißt, sich dem Frieden Gottes zuwenden. Wo Jesus Christus die Lebensmitte ist, ist kein Platz mehr für Hass und Gewalt, für Rache und Vergeltung. Jesus Christus ist mein Wegbegleiter, der uns täglich zuspricht: „Friede sei mit euch!“ (Joh. 20, 26)

 

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die kommende Woche! Seien Sie ein Wegbegleiter Jesu und ein Wegbereiter seiner Liebe. Der Friede Gottes sei mit Ihnen!

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