Jesus sprach am Kreuz: Es ist vollbracht! Joh. 19, 30:

 

Albert Einstein soll einmal Kardinal Faulhaber gefragt haben: Was werden Sie tun, wenn die Mathematik beweist, dass der Glaube an Gott und Jesus Christus falsch ist? Der Kardinal ant­wortete: Ich würde mit Geduld warten, bis sich der Rechenfehler gefun­den hat.

 

Uns passieren dauernd Rechenfehler. Wie viele Pläne und Berechnungen stellen sich am Ende als Fehlkalkulationen heraus? Hat sich unsere Gesellschaft verrechnet mit ihren Plänen vom endlosen Wirtschaftswachstum, vom immer währenden Wohlstand? Wie viele Rechnungen gehen in diesen Tagen nicht mehr auf?

 

Gott rechnet anders. Er macht aus dem Minus ein Plus. Das Kreuz von Golgatha ist Gottes unübersehbares Plus-Zeichen für jeden Menschen. Jesus sagt am Kreuz: Es ist vollbracht! Drei Plus-Zeichen der Liebe Gottes:

 

Unser erstes Plus: Es ist vollbracht - ohne unsere Zustimmung!

 

Gott hat sein Erlösungswerk für diese Welt vollendet, durch Jesus Christus. Er tat es ohne unse­re Zustimmung. Er hat uns nicht gefragt. Er hat es vollbracht auch gegen unseren Willen. Niemand hat es gewollt. Niemand hat damit gerechnet. Von Anfang an trifft Jesus eine eisige Ablehnung. Schon bei seiner Geburt war "kein Platz in der Herberge". Jesus hatte nichts in dieser Welt. Er hatte keinen Komfort. Menschen lehnten ihn ab. Das ist bis heute so geblieben. Gott hat sein Erlösungswerk von Anfang an gegen den Willen der Menschen getan. Nichts konnte ihn davon abbringen. Am Kreuz von Golgatha vollendet Jesus den Weg Gottes zur Rettung des Menschen. Gott hätte uns auch laufen lassen können! Aber Gott liebt uns Menschen grenzenlos, Sie und mich. Auch wenn wir das vielleicht gar nicht wahrhaben wollen.

 

Die Liebe Gottes hat alle Schuld bezahlt. Jesus hat bezahlt für alle falschen Berechnungen, für alle Fehlkalkulationen. Jesus hat bezahlt für unser Minus, das wir bei Gott haben. Zu wenig Nächstenliebe. Zu wenig Barmherzigkeit. Zu wenig Demut. Gott hat viele Forderungen. „Er hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war und hat ihn weggetan und ans Kreuz geheftet.“ (Kol. 2, 14). Jesus hat für alles bezahlt.

 

Das gilt jedem Menschen. Auch denen, die in der „letzten Reihe“ leben, deren Leben kaputt ist. Ihm liegen die Menschen am Herzen, die ihr Leben am liebsten wegwerfen möchten, weil sie mit ihrem Latein am Ende sind. Die am weitesten weg sind, die sind Jesus am nächsten. Gott, der Schöpfer, lässt seine Geschöpfe nicht los. Er will alle heilen und ihr Leben mit seiner Liebe durchfluten. Im Sterben Jesu ist unser Heil begründet. Jesus Christus hat es vollbracht.

 

Unser zweites Plus: Es ist vollbracht- ohne unsere Hilfe

 

Manche fragen: bin ich wirklich nicht irgendwie am Heil in Christus beteiligt? Nein. Der Heilsplan Gottes ist ganz allein sein Werk. Kein Mensch ist daran beteiligt. Auch wenn viele Menschen etwas dazu tun möchten. Sie wollen mit Gott auf Augenhöhe sein, wie zwischen gleichberechtigten Partnern. Das ist unmöglich. Kein Mensch ist an seiner Erlösung von Schuld und Sünde beteiligt.

 

Alles ist vollendet, allein durch Jesus. Auch seine engsten Jünger konnten nicht helfen. Petrus und die anderen sind unter den Kreuz nicht mehr zu sehen. Petrus und seine vollmundigen Worte von der Treue bis in den Tod: nur Wunschdenken. Die Rechnung ging nicht auf. In seinem Gebetskampf im Garten Gethsemane können die Jünger nicht einmal wach bleiben. In tiefster Not hat Jesus keine menschliche Hilfe. Er hat alles allein getragen. Gott wollte das Heil ohne menschliche Mitwirkung vollbringen, da­mit kein Mensch auf seine Mithilfe stolz sein kann. Deshalb ist die Er­lösung auch vollkommen. Sie steht fest, weil sie allein auf Jesus ruht. Menschliche Hilfe hätte das Erlösungswerk Jesu nur frag­würdig und wacklig gemacht.

 

Was müssen wir tun? Nichts! Sondern nur das Geschenk des Heils durch Jesus in Empfang nehmen. Wir dürfen uns von ihm mitnehmen lassen auf den Weg zum ewigen Leben. Das ist Gnade! Der selbstgerechte reli­giöse Mensch in uns muss sterben. Wir sind allein durch Jesus Christus gerechtfertigt vor Gott.

 

Unser drittes Plus: Es ist vollbracht- zu unserem Trost

 

Für uns ist alles vollbracht. Doch ich muss Jesus, den Arzt, den Heiland, an mein Herz lassen. An meine seelischen Wunden. „Du siehst die Wunden, du heilst das Herz“, heißt es in einem Lied.

Ich darf heil werden. Jesus will mich heilen. Jesus heilt meine Vergangenheit, meine Gegenwart. Er ist meine Zukunft. Alles liegt geborgen in der Hand des Heilands Jesus.

 

Er hat alles vollbracht, damit er wieder kommen kann. Damit unser Gebet in Erfüllung geht: „Erlöse uns von dem Bösen!“ Die Zukunft gehört dem dreieinigen Gott, dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist. Der Böse wird entmachtet.

 

„In der Welt habt ihr Angst“, sagt Jesus seinen Jüngern (Joh. 16, 33). „Aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ Jesus Christus hat mit seinem Tod am Kreuz auch den Unfrieden dieser Welt überwunden. Wir warten auf das Kommen des Friedensfürsten Jesus Christus. Damit rechnen wir! Deshalb loben wir Gott, unseren Vater im Himmel: Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

 

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