Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen noch tritt auf den Weg der Sünder noch sitzt, wo die Spötter sitzen, sondern hat Lust am Gesetz des HERRN und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht! (Psalm 1, 1+2)

 

Liebe Leser,

 

die Psalmen sind ein wunderbares Gebetsbuch. Eigentlich sind es 150 Loblieder. Die Melodien gingen  verloren (sie wären sicher nicht mehr nach unserem Geschmack!), aber die wertvollen Worte sind geblieben. Viele Psalmen hat David geschrieben. Für den englischen Baptistenprediger Spurgeon waren die Psalmen eine „Schatzkammer Davids“. Diese geistliche Schatzkammer möchte ich in den kommenden Monaten mit Ihnen besuchen. Ich bin überzeugt: wir werden reich beschenkt!

 

Psalm 1 beginnt mit dem Wort „Wohl“. Man kann es auch mit „Glück“ übersetzen. Das ist wie der erste Ton eines Liedes. Es ist wichtig, den ersten Ton eines Liedes richtig zu treffen. Die Psalmen stimmen uns ein, Gott zu loben. Mit dem Wort „Glückselig“ (Mt. 5, 3) stimmen uns die Seligpreisungen der Bergpredigt ein. Sie stimmen uns ein, auf Jesus Christus zu hören. Glückselig ist der Mensch, der auf Jesus Christus hört und tut, was er sagt.

 

Auf wen hören wir heute? Wir leben in einer Informationsflut. Täglich werden wir mit Nachrichten aus aller Welt überschüttet. Ein Unglück im entferntesten Winkel der Erde kommt als push-Nachricht auf das Smartphone. Was Politiker und Wirtschaftsbosse sagen, beeinflusst unser Leben.

 

Der erste Vers warnt vor Meinungsmachern und Stimmungsmachern, die Gott verachten. Mit dem „Rat der Gottlosen“ sind sicher nicht qualifizierte Ratschläge von Fachleuten gemeint. Hier geht es wichtige, gute Ratschläge und eben nicht um Manipulation. Gefährlich wird es dort, wo Menschen manipuliert werden. Das ist der Fall, wenn ich dazu verführt werden soll, etwas illegal zu tun. Wenn ich dazu verführt werden soll, gegen Gottes Lebensordnung zu handeln.

 

Der Apostel Paulus sah solche Zeiten kommen. Seinen Mitarbeiter Timotheus warnt er (2. Tim. 3, 1 - 5 GN) „Du musst wissen: In der letzten Zeit vor dem Ende der Welt stehen uns schlimme Zustände bevor. Die Menschen werden selbstsüchtig, geldgierig, prahlerisch und eingebildet sein. Sie werden Gott lästern, ihren Eltern nicht gehorchen und vor nichts mehr Ehrfurcht haben. Sie sind undankbar, lieblos und unversöhnlich, verleumderisch, unbeherrscht und gewalttätig, sie hassen das Gute, sind untreu und unzuverlässig und aufgeblasen vor Überheblichkeit. Sie kümmern sich nicht um das, was Gott Freude macht, sondern suchen nur, was ihre eigene Lust vermehrt. Sie geben sich zwar den Anschein der Frömmigkeit, aber von der wahren Lehre, von der Kraft, aus der echte Frömmigkeit lebt, wollen sie nichts wissen. Halte dich von diesen Menschen fern!“

 

Der Beter sagt: glücklich ist, wer über Gottes Gesetz Tag und Nacht nachdenkt. Für mich sind das die Worte Jesu. Über sie will ich immer wieder nachdenken. An den Worten Jesu habe ich Freude, Tag und Nacht.

 

Was sind Ihre Gedanken, wenn Sie die Zähne geputzt haben und unter die Bettdecke kriechen? Mit welchen Gedanken schlafen Sie ein? An was denken Sie, wenn Sie nachts aufwachen? Mit welchen Gedanken stehen Sie morgens auf? Sorgen? Ängste? Oder bleibt Platz für ein Loblied wie bei Paulus und Silas im Gefängnis? Apostelgeschichte 16, 23 – 25: „ Nachdem sie so misshandelt worden waren, warf man sie ins Gefängnis und gab dem Aufseher die Anweisung, die Gefangenen besonders scharf zu bewachen. Also sperrte er sie in die sicherste Zelle und schloss zusätzlich ihre Füße in einen Holzblock ein. Gegen Mitternacht beteten Paulus und Silas. Sie lobten Gott mit Liedern, und die übrigen Gefangenen hörten ihnen zu.“

 

Paulus und Silas konnten Gott auch im Leid loben. Der Psalm-Beter ist glücklich, weil er Gott kennt. Weil er weiß, dass er von Gott geliebt ist. Dieses Glück ist nicht abhängig von den Lebensumständen. Die Psalmen sprechen auch von Angst und Not, Krankheit und Tod. Dennoch: Glücklich ist der Mensch, den Gott wie einen Baum in seinem Garten des Glaubens eingepflanzt hat. Er versorgt ihn mit allem, was er zum Leben braucht. Glücklich ist der Mensch, auf den Gott achtet. Sein Leben ist wertvoll.

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© 2020 Hans-Peter Nann, Frankfurt am Main