„Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.“ (Psalm 23, 4)

 

Liebe Leser,

 

der Death Valley National Park gehört zu den beliebtesten Reisezielen Kaliforniens. Ein Tal mit extremen Temperaturen. Bis zu 57° im Schatten wurden gemessen. Eine lebensfeindliche Umgebung!

 

Wer durch dieses „Tal des Todes“ will, macht das natürlich mit dem Auto. Voll getankt! Mindestens eine Gallone Wasser dabei pro Tag und Person. Auch an eine Kopfbedeckung und Sonnenspray denken!

 

David ist unterwegs im Tal des Todesschattens. Nicht als Tourist, sondern als Wanderer durch das Leben. Wer wandert, hat einen langen Weg vor sich. Damals war Wandern keine Freizeitbeschäftigung, sondern oft die einzige Art, zu seinem Ziel zu kommen. Das gilt auch für David, der zu seinem Lebensziel will: die ewige Gemeinschaft Gottes, bildhaft beschrieben mit einem reich gedeckten Tisch im Hause Gottes. Das ist sein Ziel!

 

Das Tal der Todesschatten durchwandert David mit mutigen Schritten. Die Todesschatten können zwar Angst machen, aber er weiß: der gute Hirte ist bei ihm. Er ist nicht allein. Er sieht den Hirtenstab neben sich. Das tröstet ihn. Der gute Hirte begleitet ihn auf dem Weg zum Ziel.

 

Manche Menschen müssen auf ihren Lebenswegen durch so ein Tal der Todesschatten. Da überschattet plötzlich eine schwere Krankheit das Leben. Da überfällt eine Krise den „Wanderer“ und verfinstert alles. Auch böse Menschen können das Leben zur Qual machen. David kannte das! Im Psalm  69 (Verse 1+2+5) schreit er: „Gott, hilf mir! Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle! Ich versinke in tiefem Schlamm, wo kein Grund ist. Die mich ohne Grund hassen sind mehr, als ich Haare auf dem Haupt habe.“

 

Körperliche und seelische Krankheiten, Einsamkeit,  Demenz können zu Schatten werden, die alles verfinstern. Lebenskrisen, böse Menschen können den Lebensmut rauben. Was schützt in solchen Situationen noch vor Hoffnungslosigkeit und Resignation? Was tröstet? Für David ist es nur noch das Wissen um den guten Hirten. Er weiß, dass der gute Hirte bei ihm ist. Er weiß es, weil er Stecken und Stab neben sich sieht.

 

In engen und dunklen Lebensphasen kann es so finster werden, dass der Mensch den guten Hirten Jesus Christus nicht mehr sehen kann. Dass er nur noch den Hirtenstab erkennt. Nur noch der Hirtenstab lässt ihn erkennen: ich bin nicht allein! Jesus ist bei mir! Jesus bleibt bei mir!

 

Wie kann der Hirtenstab heute aussehen in Zeiten einer Krise, der Angst, der Einsamkeit? Der Hirtenstab, der mich in solchen Lebensphasen am Morgen in den Tag hinein begleitet hat, das war das Vaterunser, das Glaubensbekenntnis und der Morgensegen Martin Luthers. Der Stecken, der mich abends zur Ruhe und in die Nacht begleitet hat, das war das Vaterunser, das Glaubensbekenntnis und der Abendsegen Martin Luthers. Mehr hatte ich nicht.

 

Mehr Beten geht manchmal nicht. Mehr Glauben geht manchmal nicht. Aber meine Erfahrung: Gott tröstet! Er bringt uns hindurch zu seinem Ziel.

 

Gott segne Sie!

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© 2020 Hans-Peter Nann, Frankfurt am Main