Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde (Psalm 23, 5).

 

Liebe Leser,

 

David hatte viele Feinde. König Saul gehörte dazu. Er wird auf den jungen David neidisch. Er will ihn umbringen. David musiziert auf seiner Harfe. Vom Hass erfüllt wirft Saul mit dem Speer nach ihm. Er will David brutal an die Wand spießen (1.Sam. 18, 11). David kann gerade noch ausweichen.

 

Auch sein Sohn hat David später angegriffen. Sein Sohn Absalom wurde sein Feind. Absalom kämpfte gegen seinen Vater (2. Sam. 15 ff). Eine tödliche Familientragödie.

 

Jesus Christus hat seinen Jüngern gesagt, dass es in der eigenen Familie Feindschaften geben wird (Matth. 10, 35). Er, Jesus, ist der Grund dafür. Wer sich für Jesus Christus entscheidet und mit ihm leben will, der wird auch angegriffen. Der findet kein Verständnis für diese Entscheidung. Der muss mit Ablehnung rechnen. Manchmal sogar mit Gewalt.

 

David erlebt, wie der gute Hirte den Tisch für ihn deckt. Er ist eingeladen zum Tisch des guten Hirten. Seine Feinde müssen zuschauen. Sie bleiben außerhalb der Tischgemeinschaft mit dem Gott der Liebe.

Womit ist dieser Tisch gedeckt? Für uns Christen sind auf diesem Tisch alle Segnungen ausgebreitet, die Jesus Christus durch sein Leiden und Sterben für uns erworben hat. Wir sind eingeladen, Brot und Wein zu empfangen. Wir sind eingeladen, Gottes Trost zu empfangen. Am Tisch des guten Hirten Jesus ist kein Mangel an Frieden und Hoffnung.

 

Wer Gottes Feind ist, der bleibt nur Zuschauer. Wer Jesus Christus zum Feind hat, der hat keinen Anteil an seinen Segnungen. Aber dabei soll es nicht bleiben! Jesus Christus hat uns gesagt, dass wir unsere Feinde lieben sollen (Mt. 5, 44): „Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen.“

 

Wir sollen die Menschen lieben, die Gottes Liebe noch nicht kennen. Wir sollen diese Frauen und Männer mit der Liebe Gottes begegnen. Das heißt nicht nur freundlich und liebevoll mit den Anderen umgehen, sondern für sie beten. Jesus hat uns das gezeigt. Am Kreuz von Golgatha bittet er für seine Feinde: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“ (Lk. 23, 34). Auch Hiob, der Mann voller Leid und Trauer, betete für seine Freunde, die ihm fremd geworden waren (Hiob 42, 10).

 

Wir dürfen uns am gedeckten Tisch freuen! Aber wir dürfen keine Platzkarten verteilen und bestimmen, wer an den Tisch des Herrn kommen darf und wer nicht. Wir haben kein Recht darüber zu entscheiden, wer zum Tisch des guten Hirten kommen darf. Dass ich eingeladen bin, ist Gnade! Das ist ein Geschenk. Und deshalb bin ich auch privilegiert, für andere Menschen zu beten und den Gastgeber Jesus zu bitten, dass er auch meine „Feinde“ an seinen Tisch einlädt. Damit aus Feinden echte Freunde werden, Schwestern und Brüder, versöhnt durch Jesus Christus.

 

Gott segne Ihre Fürbitte!

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