Psalm 92, 13

 

Der Gerechte wird grünen wie ein Palmbaum, er wird wachsen wie eine Zeder auf dem Libanon. 14 Die gepflanzt sind im Hause des HERRN, werden in den Vorhöfen unsres Gottes grünen. 15 Und wenn sie auch alt werden, werden sie dennoch blühen, fruchtbar und frisch sein, 16 dass sie verkündigen, dass der HERR gerecht ist; er ist mein Fels und kein Unrecht ist an ihm.

 

Liebe Leser,

 

ein wunderbarer Gedanke: im Alter immer noch blühen wie ein Baum im Frühling, fruchtbar und frisch zu sein. Wer wünscht sich das nicht. Die Lebenswirklichkeit sieht meistens anders aus. Der Prediger Salomo wusste, was das Alter bringt. Er schreibt im Buch Kohelet (Kap. 12, 1 – 6/7):

 

1 Denk schon als junger Mensch an deinen Schöpfer, bevor die beschwerlichen Tage kommen und die Jahre näher rücken, in denen du keine Freude mehr am Leben hast. 2 Dann wird selbst das Licht immer dunkler für dich: Sonne, Mond und Sterne verfinstern sich, und nach einem Regenschauer ziehen die Wolken von neuem auf. 3 Deine Hände, mit denen du dich schützen konntest, zittern; deine starken Beine werden schwach und krumm. Die Zähne fallen dir aus, du kannst kaum noch kauen, und deine Augen werden trübe. 4 Deine Ohren können den Lärm auf der Straße nicht mehr wahrnehmen, und deine Stimme wird immer leiser. Schon frühmorgens beim Zwitschern der Vögel wachst du auf, obwohl du ihren Gesang kaum noch hören kannst. 5 Du fürchtest dich vor jeder Steigung und hast Angst, wenn du unterwegs bist. Dein Haar wird weiß, mühsam schleppst du dich durch den Tag, und deine Lebenslust schwindet. Dann trägt man dich in deine ewige Wohnung, und deine Freunde laufen trauernd durch die Straßen. 6 Ja, denk an deinen Schöpfer, ehe das Leben zu Ende geht. (Übersetzung Hoffnung-für-Alle-Bibel)

 

Natürlich gibt es bei uns vitale Senioren, die noch mit 75 mit der Harley-Davidson durch die Lande reisen. Natürlich gibt es junggebliebene Seniorinnen, die noch tanzen. Aber irgendwann kommen für alle jene Tage, „die uns nicht mehr gefallen“.

 

Vor der Corona-Pandemie hatte ich ehrenamtlich einen Bibel-Gesprächskreis in einem Pflegeheim geleitet. Das geht jetzt leider wegen der Ansteckungsgefahr nicht mehr. Einmal in der Woche traf ich mich mit alten und pflegebedürftigen Menschen. Etwa 15 Frauen und Männer kamen, um das Wort Gottes zu hören. Sie waren alle älter als 80 Jahre. Ihre Lebensgeschichten waren spannend. Vor mir saßen ehemalige Ingenieure, Kaufleute, Beamte. Damals waren sie dynamisch, jetzt mussten sie im Rollstuhl gebracht werden.

 

Doch alle hatten einen Wunsch: Gemeinschaft miteinander und mit Jesus Christus zu haben. Wir sangen alte Choräle, beteten, feierten das Abendmahl, hörten auf ein Bibelwort. Einen Psalm, ein Gleichnis Jesu, einen Brief aus dem Neuen Testament. Und immer wieder musste ich einen aus unserem Kreis auf seinem letzten Weg begleiten.

 

In diesem Kreis habe ich verstanden, was der Apostel Paulus sagt (2.Kor. 4, 16): „Wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert.“ Das ist wahr! Wenn auch unser Körper von Jahr zu Jahr immer mehr abbaut und eines Tages ganz verfallen ist wie ein altes Haus, so wird durch den Geist Gottes unser innerer Mensch von Tag zu Tag erneuert. Er trägt das ewige Leben in sich. Sogar noch am Sterbebett einer alten Dame habe ich dieses „innere Erneuern“ miterleben dürfen.

Wer im Glaubens-Garten Gottes gepflanzt wurde, der wächst von Tag zu Tag seiner Ewigkeit bei Gott entgegen. Der wächst himmelwärts. Er wird im Glauben weiter frisch und grün bleiben wie ein immergrüner Baum. Denn der lebendige Gott sorgt für ihn. Was Gott einmal gepflanzt hat, das will er in der Ewigkeit bei sich haben. Das pflegt er.

 

Gott segne Sie! Er möge Sie mit seiner Liebe umhüllen wie mit einem warmen Mantel. Er möge Sie beschützen und im Glauben an Jesus Christus stärken.I 

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