Unterwegs sagte jemand zu Jesus: »Ich bin bereit, dir zu folgen, ganz gleich, wohin du gehst!«

Jesus antwortete ihm: »Die Füchse haben ihren Bau und die Vögel ihr Nest; aber der Menschensohn hat keinen Platz, wo er sich hinlegen und ausruhen kann.« Lk. 9, 57 - 58

 

Liebe Leser,

 

wollten Sie schon mal etwas kaufen, aber der Verkäufer hat Ihnen gesagt: „Überlegen Sie sich das gut! Die Kosten sind höher als Sie denken!“ Ich kann mich an kein Gespräch erinnern, wo ich so ehrlich beraten wurde. Ich kenne leider das Gegenteil: „Ja, kaufen Sie das! Sie haben eine sehr gute Wahl getroffen!“ Erst nach einiger Zeit merkte ich dann, dass es ein schlechtes Geschäft war.

 

Jesus sagt einem Mann offen die Wahrheit. Er sagt ihm, dass das Leben mit ihm sehr unbequem sein kann. Er bittet ihn, seine Entscheidung zu überdenken.

 

Doch Jesus ist kein Verkäufer. Er verkauft nicht Religion. Er lockt niemanden mit leeren Versprechungen. Er sagt die Wahrheit, weil er die Wahrheit ist. Er will niemanden verführen. Er will niemand gegen seinen Willen zum Glauben an ihn zwingen. Sein Wort sagt jedem die Wahrheit, der die Wahrheit auch hören will.

 

Jesus legt die Karten offen auf den Tisch. Auch anderen Menschen hat er klar gesagt, was es kostet, mit ihm zu leben. Ich denke an folgendes Aufklärungsgespräch im Lukas-Evangelium, Kap. 14, 28: „Wenn jemand von euch ein Haus bauen will, setzt er sich doch auch zuerst hin und überschlägt die Kosten. Er muss ja sehen, ob sein Geld dafür reicht. Sonst hat er vielleicht das Fundament gelegt und kann nicht mehr weiterbauen. Alle, die das sehen, werden ihn dann auslachen und werden sagen: ›Dieser Mensch wollte ein Haus bauen, aber er kann es nicht vollenden.‹

 

Mir sind immer wieder Menschen begegnet, die mit Begeisterung Christ wurden. Sie erhofften sich viel von anderen Christen und von Gott. Aber dann erkannten sie, dass die Mitchristen auch nur ganz normale Heilige waren. Mitmenschen mit Ecken und Kanten, mit Fehlern und Schwächen. Sie mussten auch erleben, dass manches Gebet nicht erhört wurde. Sie glaubten, dass Gott zu viel von ihnen verlangt. Sie gaben auf und suchten ihr Heil bei anderen Heilsbringern oder suchten nach bequemen Möglichkeiten der Selbstverwirklichung.

 

Auch Petrus und die anderen Jünger standen eines Tages vor der Frage: aufgeben oder bleiben? Viele hatten sich über Jesus geärgert. Er sagte: „Ich bin das Brot des Lebens. Wer dieses Brot isst, wird leben in alle Ewigkeit“ (Johannes 6, 47 f). Das gefiel vielen nicht (Joh. 6, 66 – 69): „Nach dieser Rede wandten sich viele, die ihm gefolgt waren, von Jesus ab und gingen nicht mehr mit ihm. Da fragte Jesus seine zwölf Jünger: »Und ihr – wollt ihr mich auch verlassen?«  »Herr, zu wem sollten wir denn gehen?«, antwortete Simon Petrus. »Nur deine Worte schenken das ewige Leben. Wir glauben und haben erkannt, dass du der Heilige bist, den Gott gesandt hat.«

 

Wer sein Leben Jesus Christus anvertraut, der macht sich auf den Lebensweg an der Hand Gottes. Es wird ein Pilger-Weg des Friedens und der Freude. Es wird ein Weg der Geborgenheit und ein Weg des Trostes in allen Lebenslagen. Wer mit Jesus Christus durch den Tag geht, der kann abends beten mit Psalm 4, 9: „Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn allein du, HERR, hilfst mir, dass ich sicher wohne.“ 

 

Ich wünsche Ihnen jeden Abend diese wunderbare Geborgenheit. Ich wünsche Ihnen, dass Sie jeden Morgen mit neuem Mut in den Tag gehen. Weil Sie wissen, dass Sie geliebt sind von Gott, dem Vater im Himmel. Vertrauen Sie auch heute Jesus Christus. Seine Worte geben Lebenskraft für jeden neuen Tag. 

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