Und er sprach zu einem andern: Folge mir nach! Der sprach aber: Herr, erlaube mir, dass ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe. Er aber sprach zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes! Lk. 9, 59 - 60

 

Liebe Leser,

 

der Tod ist in dieser Corona-Pandemie allgegenwärtig. Wir können ihn nicht mehr aus unserem Alltag verbannen. Wir begegnen dem Tod in allen Medien und in täglich neuen Statistiken. Und leider auch ganz persönlich, schmerzvoll, in der Familie und im Kreis der Freunde. Der Tod gehört zum Leben, sagte die schweizerische Ethik-Expertin Ruth Baumann-Hölzle. „Was es fürs Sterben braucht, ist letztlich das, was es für ein gelungenes Leben braucht.“ Damit das Leben gelingt, braucht es gute Beziehungen zu anderen Menschen. Um vom anderen Abschied nehmen zu können, braucht es eine intakte Beziehung, Raum und Zeit für die Trauer. Braucht es Trost.

 

Klingt es nicht unbarmherzig, was Jesus diesem Mann sagt? Dieser Mann will sich um seinen Vater kümmern. Er will Zeit haben für diesen letzten Dienst, den er seinem Vater erweisen kann. Danach wird er Zeit haben, um ein Jünger Jesu zu werden. Aber Jesus sagt: lass die Toten ihre Toten beerdigen. Aber du, geh los! Erzähle allen von Gottes Herrschaft und von seiner neuen Wirklichkeit.

 

Gottes neue Wirklichkeit wird sichtbar in Jesus Christus. Wo immer er Menschen begegnet, wird Gottes Herrschaft sichtbar. Er heilt Aussätzige und Gelähmte und öffnet ihnen wieder den Raum zum Leben in der Gemeinschaft mit Anderen. Er tröstet eine Mutter, die ihr Kind zur Beerdigung trägt. Die ganze Stadt nimmt Anteil an ihrer Verzweiflung. Jesus leidet mit. Er berührt den Sarg, erweckt den Jungen zum Leben und gibt ihn seiner Mutter zurück (Lk. 7, 11 f). Weil der Tod nicht zum Leben gehört.

 

Wer ist Jesus? Jesus Christus sagt (Joh. 11, 25 – 26): „»Ich bin die Auferstehung, und ich bin das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, selbst wenn er stirbt. Und wer lebt und an mich glaubt, wird niemals sterben. - Glaubst du das?«

 

Jesus ist das Leben. Er schenkt allen ewiges Leben, die ihm vertrauen. Ewiges Leben beginnt schon heute und wird vollendet in der ewigen Gemeinschaft bei Gott. Der Tod hat eben nicht das letzte Wort. Der Tod konnte Jesus Christus nicht im Grab festhalten. „Der Messias Jesus ist auferstanden, als Erster von allen, die gestorben sind.“ (1.Kor. 15, 20).

 

Aber nicht nur das! Der Apostel Paulus bezeugt uns: wenn Gott seine Königsherrschaft errichtet hat, wird auch der allerletzte Feind vernichtet, das ist der Tod (1.Kor. 15, 26 und Offb. 20, 14). „Der Tod ist vom Sieg verschlungen! Wo ist nun, Tod, dein Sieg? Ja, Tod, wo ist dein Stachel?“ ruft triumphierend der Apostel Paulus.

 

Wie ging es damals weiter mit diesem Mann, der ein Jünger Jesu werden sollte? Die Bibel sagt es nicht. Ich hoffe aber, dass er mit Jesus Christus, dem ewig lebendigen Gottessohn, mitgegangen ist. Ich hoffe, dass er sein ganzes Leben und sein Sterben Jesus Christus anvertraut hat. Und ich hoffe, dass er seinen Vater noch auf dem letzten Weg begleiten konnte. Dass er am Grab diese Hoffnung weitergeben konnte, die uns der Apostel Paulus sagt (1.Kor. 15, 42 f): „Unser irdischer Körper ist wie ein Samenkorn, das einmal vergeht. Wenn er aber auferstehen wird, ist er unvergänglich. Unser Körper ist jetzt noch unansehnlich und schwach; wenn er aber aufersteht, ist er herrlich und voller Kraft. Begraben wird unser irdischer Körper; aber auferstehen werden wir mit einem Körper, der von unvergänglichem Leben erfüllt ist. Denn wie es einen sterblichen Körper gibt, so gibt es auch einen unsterblichen. – Gott sei Dank! Er schenkt uns den Sieg durch Jesus Christus, unseren Herrn!“

 

Ich wünsche Ihnen Bewahrung an Geist, Seele und Leib! Gott segne Sie.

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