1.Oktober 2026
Heimwärts
Matthäus-Evangelium 24, 40 - 42
Jesus Christus mahnt zur Wachsamkeit und sagt:
„Zwei Männer werden dann zusammen auf dem Feld arbeiten: Der eine wird angenommen, der andere zurückgelassen. Zwei Frauen werden zusammen Korn mahlen: Die eine wird angenommen, die andere zurückgelassen. Darum seid wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommen wird.“ (Gute-Nachricht-Bibel)
Liebe Leserin, lieber Leser,
die deutsche Briefmarke aus dem Jahr 1971 zeigt zwei Frauen, die an einem Butterfass arbeiten. Hand in Hand geht es leichter. Was die beiden verbindet, ist die gemeinsame Arbeit. Ihre Haarfarbe und die Kleidung unterscheiden sie deutlich.
Um einen Unterschied geht es auch im heutigen Bibeltext. Jesus Christus spricht von seiner Wiederkunft und dem Tag des Weltgerichts. Dabei sagt er sehr deutlich, dass es dann eine Unterscheidung geben wird. Nichts Äußerliches, sondern die Herzenshaltung zu ihm wird entscheidend sein. Jesus Christus wird Menschen zu sich mitnehmen in seine Herrlichkeit, andere wird er zu ihrem Entsetzen zurücklassen.
Es ist eine frustrierende Erfahrung, wenn man sehnlichst irgendwohin möchte, aber nicht mitgenommen wird. Ich hatte das als junger Soldat erfahren. Nach Dienstschluss am Freitagnachmittag wollte ich so schnell wie möglich noch nach Hause zu meinen Eltern. Ich hatte kein Auto und die Bahnfahrt war zu teuer. Also musste ich die 300 km als Anhalter trampen. Zunächst stand ich noch als Zivilist abends am Straßenrand. Kaum jemand nahm mich mit. Dann trampte ich in Uniform. Und siehe da: fast jedes Auto hielt an. Einen jungen Soldaten auf dem Heimweg ins Wochenende nahm man gerne mit.
Wir Christen sind lebenslang auf unserem Heimweg zu unserem Herrn Jesus. Seinen Jüngern sagte er (Joh. 14, 1 + 2 nach HfA): „Glaubt an Gott und glaubt an mich! Denn im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Sonst hätte ich euch nicht gesagt: Ich gehe hin, um dort alles für euch vorzubereiten.“
Jesus will, dass alle seine Nachfolger mit ihm in seiner ewigen Herrlichkeit sein sollen. Doch nicht alle werden von ihm mitgenommen. Das ist erschreckend. Doch es kommt ganz allein auf SEINE Erwählung an. Jesus Christus kennt unser Herz und sieht, ob unser Glaube authentisch ist oder nur einen frommen Anstrich hat. Gehören wir zu ihm? Oder sind wir nur Scheinheilige?
Viele Christen arbeiten in Gemeinden miteinander. Sie arbeiten Hand in Hand. Das ist gut so. Und doch gibt es unterschiedliche Herzenshaltungen:
Da singen zum Beispiel zwei Männer im Kirchenchor nebeneinander. Aber nur einer der beiden nennt Jesus seinen Herrn und Heiland. Der andere hat einfach nur Freude an der Musik. Für Jesus interessiert er sich nicht.
Zwei Frauen arbeiten ehrenamtlich im Arbeitskreis Diakonie miteinander. Aber nur eine von diesen beiden lebt im Alltag mit Jesus, die andere sucht nur eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung.
Da arbeiten Zwei in einer Gemeinde. Der eine kämpft den guten Kampf des Glaubens und weiß, wie abhängig er von Gottes Gnade ist. Der andere macht nur seinen Job, für den er bezahlt wird. Seinen Glauben gibt er nach Feierabend an der Garderobe ab.
Jesus mahnt, wachsam zu sein, das heißt aufmerksam leben. Niemand weiß, wann er heimgerufen wird in die Ewigkeit. Wir sollen HEUTE von ganzem Herzen Jesus Christus, unserem Retter und Erlöser vertrauen. Ihm sollen wir unser ganzes Leben anvertrauen. Glaube ist Vertrauenssache, genauso wie trampen. Aber mit Jesus Christus kommen wir sicher ans Ziel. Wer ihm vertraut, den wird er mitnehmen in seine Herrlichkeit. Egal ob mit roten oder schwarzen Haaren, mit blauem oder rotem Kleid.
Ich danke Ihnen, dass Sie mich besucht und mir zugehört haben. Gott segne Sie! Ich freue mich, wenn Sie mich bei der nächsten Kurzpredigt am 15.Oktober wieder besuchen.