1.Juli 2026

36 Startups

Lukas-Evangelium 9, 61+62

 

Und ein andrer sprach: Herr, ich will dir nachfolgen; aber erlaube mir zuvor, dass ich Abschied nehme von denen, die in meinem Hause sind. Jesus aber sprach zu ihm: Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes. 

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

Bangladesh ist ein dichtbesiedeltes Land in Südasien. Die Hauptstadt Dhaka hat rund 10 Millionen Einwohner und ist eine der am schnellsten wachsenden Mega-Städte der Welt. Die Landwirtschaft erzeugt überwiegend Reis, Tee und Zuckerrohr. Die heutige Briefmarke zeigt einen Arbeiter, der mit zwei Rindern ein Feld pflügt. 

 

Ich kann mir gut vorstellen, dass Jesus auch einen Bauern beim Pflügen angesprochen hat. Er hatte ihn eingeladen, sein Jünger zu werden und mit ihm zu gehen. So, wie Jesus das immer wieder tat. Die beiden Berufsfischer Simon Petrus und Andreas berief er in seine Nachfolge, als sie arbeiteten. Jesus sagte: „Folgt mir nach, ich will euch zu Menschenfischern machen!“ (Matthäus-Evangelium 4, 18 – 20). Was taten die beiden Fischer? „Sogleich verließen sie ihre Netze und folgten ihm nach.“ Oder Matthäus war bei seiner Arbeit am Zoll. Jesus sagte: „Folge mir!“ (Matthäus-Evangelium 9, 9). Was tat der Zolleinnehmer Matthäus? „Und er stand auf und folgte ihm!“ Nun beruft Jesus wieder jemand, sein Jünger zu werden und ihm nachzufolgen. Für Jesus heißt das, sofort dem Reich Gottes die oberste Priorität zu geben. Alles andere rückt auf Platz zwei.

 

Immer wieder haben Frauen und Männer das getan und sich für ein Leben mit Jesus Christus entschieden. Sie ließen das alte Leben zurück und begannen mit Jesus Christus das Reich Gottes „zu pflügen“, also zu bearbeiten. Sie säten das Wort Gottes aus oder sie durften die Früchte ihres Dienstes ernten. Sie dienten Gott mit ihren Gaben und setzten ihre ganze Kraft dafür ein, dass auch andere Menschen die frohe Botschaft von der Liebe Gottes hören und erleben durften. Sie ließen das alte Leben hinter sich und folgten Jesus Christus.

 

Wie sich der Bauer am Pflug entschied, wird nicht berichtet. Vielleicht gehörte er zu den 72 Jüngern, die Jesus kurz danach in seinen Dienst rief (Lukas-Evangelium 10, 1–2)? Er schickte 72 neu Berufene in Zweierteams in die umliegenden Städte und Dörfer. Sie sollten als Boten Jesu die Liebe Gottes und den Frieden Gottes wie Saatgut zu den Menschen bringen. Das war ihr Auftrag. Das Ziel ihrer Arbeit würde Barmherzigkeit sein und Frieden durch Vergebung und Versöhnung.

 

Ein Bauer, der pflügt, hat schon die Ernte im Blick. Sonst würde er gar nicht mit der Arbeit beginnen. Natürlich muss die Saat erst wachsen. Aber er bestellt seine Felder, um eine reiche Ernte zu bekommen. Er hat beim Pflügen schon die Ernte im Blick. 

 

Ich will das mit einem Startup-Unternehmen vergleichen. Das sind junge, frisch gegründete Unternehmen, die schnell wachsen wollen. Erfolgreich sein ist das Ziel. So ähnlich schickt auch Jesus seine Zweierteams los. Gott bringt etwas völlig Neues zu den Menschen: alle Menschen sollen die Liebe Gottes kennen lernen. Alle Menschen sollen durch Jesu Sühnetod am Kreuz von der Bindung an Sünde erlöst werden. Alle Menschen sollen versöhnt mit Gott leben. Alle Menschen sollen von der Kraft des Heiligen Geistes erfüllt werden und Gott und den Mitmenschen dienen. Das gab es vorher noch nie. Das ist und bleibt einmalig.

 

Nun schickt Jesus seine 36 „geistlichen Startups“ los. Auch heute können Christen in unseren Gemeinden solche kleinen „geistlichen Startups“ sein. Sie können ihre Gaben und Fähigkeiten einsetzen zur Ehre Gottes und zum Segen für ihre Mitmenschen. Wir Christen können auch heute in unserem Alltag Gott und den Mitmenschen dienen, um in unserer Gesellschaft zu „pflügen“ und die Liebe Gottes aussäen. Das Ziel: Gutes soll dort wachsen, wo wir leben und wirken können. Wir Christen sollen zum Segen für andere werden. Packen wir es also an, und schauen nach vorne! Unser himmlischer Auftraggeber wird es gedeihen lassen!

 

Ich danke Ihnen, dass Sie mich besucht und mir zugehört haben. Ich freue mich, wenn Sie mich bei der nächsten Kurzpredigt am 15.Juli wieder besuchen.

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