Du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an. Psalm 73, 24

 

Liebe Leser,

 

vor einiger Zeit fuhr ich in die Schweiz nach Zürich. Normalerweise fahre ich mit der Bahn, also mit dem ICE. Aus besonderem Anlass musste ich das Auto nehmen. Wer von Frankfurt nach Zürich will, muss Richtung Süden fahren. Wer da unsicher ist, sollte schon zuhause sein „Navi“ einschalten und das Ziel eingeben. 

 

Die Fahrt auf der Autobahn war kein Problem. Doch je näher ich nach Zürich kam, desto wichtiger wurde das Navi. Ich hätte die Straße in Zürich ohne das Navi nicht gefunden! Ich erinnere mich, dass mich vor 30 Jahren meine Frau als Beifahrerin mit einem Stadtplan durch die Straßen dirigiert hatte. Das war oft eine mühselige Suche nach der richtigen Straße und der Hausnummer. Heute ist das dank GPS meistens einfacher. Welche Freude, wenn man dann endlich da ist!

 

Bei Asaf ging es nicht um einen Verwandtenbesuch, sondern um die Lebensreise. Er lässt sich auf seinem Weg durch sein Leben von Gott leiten. Sein Ziel ist Gott selbst. Gott selbst soll ihn zu ihm leiten. Für uns Christen ist dieses Ziel die ewige Gemeinschaft mit Gott, dem Vater im Himmel und unserem Retter und Erlöser Jesus Christus. Gott erwartet uns. Gott heißt uns willkommen.

 

Meine Fahrt nach Zürich wurde mir zu einem Bild für die Lebensreise zu Gott: Ich kenne nur die grobe Richtung meiner Lebensreise. Ich habe Etappenziele, die ich erreichen will. Aber vieles bleibt ein Wagnis. Es können sich unterwegs Dinge ereignen, die meine Pläne verändern. Aber das Ziel bleibt: ewiges Leben bei Gott.

Die wunderschöne Schweiz hat viele herrliche und große Berge! Auf dem Weg nach Zürich musste ich auch durch einige kilometerlange Tunnel hindurch. Das ist natürlich viel einfacher als über den Berg zu fahren. Diese Straßentunnel sind aber keine langen, geraden Röhren, bei denen man schon bei der Einfahrt den Ausgang wieder sieht. Diese Tunnelröhren haben sanfte Biegungen, damit der Autofahrer konzentriert fährt und nicht am Steuer einschläft. Das wäre ein Desaster.

 

Genau solche „Tunnel“ gehören zu unserem Lebens- und Glaubensweg. Manchmal führt uns Gott ÜBER einen Berg, der vor uns liegt. Psalm 121 Vers 1 beschreibt das: „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe?“ Wie komme ich über den Berg der Sorgen, den Berg der Angst? Der Beter weiß es: „Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.“ Auf ihn und seine Hilfe verlässt er sich. Gott navigiert ihn über den Berg. Dann kann er sich freuen wie der Prophet Habakuk: „Denn der HERR ist meine Kraft, er hat meine Füße wie Hirschfüße gemacht und führt mich über die Höhen.“ (Kap. 3, 19)

Doch auch „Tunnel-Erfahrungen“ gehören zum Leben. David beschreibt sie in Psalm 23, 4: „Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.“ Dieses finstere Tal schlängelt sich vor uns und wir sehen nur die nächste Kurve. Aber genau wie beim Autofahren heißt es konzentriert auf Gott zu bleiben und wach zu bleiben im Gebet. Wir dürfen wissen, dass der Tunnel ein Ende hat und das Tageslicht wieder kommt. Unser Licht ist Jesus Christus, der uns sagt (Johannes-Evangelium 8, 12): „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“

 

Jesus Christus will uns ans Lebens- und Glaubensziel bringen. Wir müssen nur auf Empfang bleiben. Unsere Navigation muss eingeschaltet bleiben und wir müssen seiner Navigation vertrauen! Ganz egal, ob wir freie Fahrt haben und alles problemlos läuft. Oder ob wir über Berge müssen oder durch lange Tunnel – wir sollen seiner Führung vertrauen! „Online“ bleiben heißt für mich: bleiben im Wort Gottes, bleiben in der Gemeinschaft mit anderen Christen, bleiben im Gebet, bleiben im Sakrament des Abendmahls (Apostelgeschichte 2, 42).

 

Am Ziel heißt uns Gott „Willkommen“. Das sagt er übrigens heute schon. Jeden Morgen heißt er uns „Willkommen!“ Er will Sie auch heute durch den Tag leiten! Bleiben Sie auf Empfang. Bleiben Sie online! Vertrauen Sie seiner Führung!

 

Danke fürs Zuhören. Ich freue mich auf Ihren nächsten Besuch am 1. Oktober zu Psalm 73, 25+26: Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.

 

Gott segne Sie und bewahre Sie an Geist, Seele und Leib.

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