Beseitigt jede Art von Unterdrückung! Hört auf, verächtlich mit dem Finger auf andere zu zeigen, macht Schluss mit aller Verleumdung! Nehmt euch der Hungernden an und gebt ihnen zu essen, versorgt die Notleidenden mit allem Nötigen! Dann wird mein Licht eure Finsternis durchbrechen. Die Nacht um euch her wird zum hellen Tag. Jesaja 58, 9b + 10

 

Liebe Leser,

 

Barmherzigkeit ist kein religiöses Wort, sondern eine Herzenshaltung. Barmherzigkeit ist auch keine Erfindung der Christen. Schon durch seinen Propheten Jesaja forderte Gott vor mehr als 2600 Jahren dazu auf, die Mitmenschen würdevoll zu behandeln. 

 

Gott will keine fromme Fassade, sondern Menschen, die mitfühlen können. Die andere so behandeln, wie sie selbst behandelt werden möchten. Jesus Christus sagt (Matthäus 7, 12) »Behandelt die Menschen stets so, wie ihr von ihnen behandelt werden möchtet. Denn das ist die Botschaft des Gesetzes und der Propheten.«

 

Ich bin überzeugt: kein Mensch möchte von einem anderen unterdrückt werden. Niemand will  ausgenutzt werden. Niemand will, dass man mit dem Finger auf ihn zeigt und verächtlich über ihn redet. Niemand will, dass man Lügen über ihn verbreitet.

 

Aber Barmherzigkeit ist noch mehr. Es geht um die Not anderer Menschen. Hunger, Kälte, Isolation. Die Not vieler Menschen kenne ich aus den täglichen Nachrichten. Ich selbst gehöre zu einer Generation, die weder hungern noch frieren musste.

 

Ich erinnere mich an einen Besuch in der deutschen Hafenstadt Cuxhaven an der Nordsee. Dort besuchte ich „Steubenhöft“, den Amerika-Hafen. Von hier wanderten vor dem ersten Weltkrieg viele Deutsche nach Nord-Amerika aus. Die großen Schiffe brachten sie nach New York und Boston.

 

In einer Ausstellung können Besucher sehen, wie das damals war. Auch Briefe von Auswanderern sind zu lesen. Der Brief eines Mädchens ist mir in Erinnerung geblieben, ich hatte ihn damals fotografiert. Das Mädchen schrieb von Amerika zu ihrer Familie: Lieber Vater und Schwester, es friert mich so, dass ihr es gar nicht glauben könnt, denn mir hat es verdrossen (es hat mich geärgert), dass ich keine Bettdecke mitgenommen habe und ich muss diesen Winter so frieren. Alle Mädchen, die rüber gekommen sind, die nahmen eine Bettdecke mit. Liebe Schwester, sei doch so gut und mache mir im Sommer meine Bettdecke fertig und schicke es mit „Wieting“, wenn er wiederkommt und packe es in einen Tannenkasten. Lieber Vater und Schwester, vergesst das nicht, sonst muss ich den nächsten Winter wieder frieren."

 

Da musste ein junges Mädchen irgendwo in Nord-Amerika im Winter frieren, weil sie keine Bettdecke hatte. Und sie war offensichtlich so arm, dass sie keine Bettdecke kaufen konnte.

 

Wo könnten wir heute für jemand zur Schwester oder zum Bruder in Christus werden? Wo begegnet uns heute eine Not, die wir lindern könnten? In unserer Frankfurter Gemeinde haben wir eine Stiftung, die sich um Menschen kümmert, die in Not geraten sind (www.christliche-stiftung-nord-ost.de). Das ist für mich eine gute Möglichkeit, finanziell zu helfen. Ich bin überzeugt, dass auch Sie in Ihrer Nähe eine Möglichkeit haben, durch eine Kirchengemeinde oder eine gemeinnützige Organisation Menschen in Not zu helfen. Es ist im Sinne Jesu Christi, dass wir auf diese Weise anderen Menschen zu Schwestern und Brüdern werden.

 

Wie mag dieses Mädchen in New York oder Boston vor Freude gejubelt haben, als ihre Bettdecke in einem Holzkasten endlich ankam? Wir können in das Herz mancher Menschen Licht und Wärme bringen. Und Gott, der Vater im Himmel, wird auch unser Herz mit seinem Licht ganz hell machen. Er hat es versprochen.

 

Gott segne Ihre Barmherzigkeit!

 

Ich freue mich auf Ihren Besuch am 1. Februar.

 

Ich lade Sie ich ein, auch meine Predigten zu hören. Sie finden die Audiodateien unter 

https://www.nord-ost-gemeinde.de/predigten

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