1.August 2026
Matthäus-Evangelium 6, 26
Mehrwert
Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel kostbarer als sie?
Liebe Leserin, lieber Leser,
auf der deutschen Nordsee-Insel Helgoland gibt es eine sogenannte „Vogelwarte“. Schon seit mehr als 100 Jahren beobachten dort Ornithologen, wie Zugvögel brüten und wie sie sich verhalten bei ihrer Rast auf der Insel. Die heutige Briefmarke würdigt diese Forschungseinrichtung. Im unteren Teil der Briefmarke sehen Sie die Insel, im oberen Teil einen Vogelschwarm am Himmel.
Vögel am Himmel gehören zur Menschheitsgeschichte. Schon im Paradies beauftragte Gott den Menschen, auch über die Vögel unter dem Himmel zu herrschen (Genesis 1, 28). Gemeint ist, dass Gott uns Menschen alle Geschöpfe anvertraut. Wir sollen mit den Vögeln und Fischen und allen Tieren, ja der gesamten Schöpfung fürsorglich umgehen. Wir Menschen sollen sie hegen und pflegen.
In seiner Bergpredigt nimmt Jesus die Vögel unter dem Himmel zum Beispiel für Gottes liebevolle Fürsorge. Unser Vater im Himmel sorgt für ihre Existenz. Denn Gott kümmert sich um das, was er geschaffen hat. Unsere gefiederten Freunde finden Nahrung, ohne dass sie dafür arbeiten. Sie machen sich keine Sorgen. Das können sie nicht. Aber der Mensch kann es, und er tut es oft im Übermaß. Jesus ermahnt seine Zuhörer, sich nicht ausschließlich nur mit Essen und Trinken, Kleidung und Geld zu beschäftigen. Selbstverständlich gehört das zum Leben dazu. Aber es darf nicht oberste Priorität haben. Leben ist mehr! Leben heißt, Gott und seinem Willen und Wollen oberste Priorität zu schenken (Matthäus-Evangelium 6, 33): „Setzt euch zuerst für Gottes Reich ein und dafür, dass sein Wille geschieht. Dann wird er euch mit allem anderen versorgen.“
Warum? Jesus sagt, ihr Menschen seid „wertvoller, kostbarer“ als die Kreatur am Himmel. Wie ist das zu verstehen? Mein Schlüssel zum Verständnis ist die Schöpfungsgeschichte. Im Buch Genesis, Kap. 1, 27 sehe ich, was uns Menschen „wertvoller, kostbarer“ als die Tier- und Pflanzenwelt macht: „So schuf Gott die Menschen nach seinem Bild, als Gottes Ebenbild schuf er sie und schuf sie als Mann und als Frau.“ Diese Ebenbildlichkeit macht den Unterschied.
Mit dieser Ebenbildlichkeit überträgt uns Gott auch die große Aufgabe, dass wir uns um seine gesamte Schöpfung fürsorglich kümmern sollen. Das ist die große Herausforderung. Da geht es eben nicht mehr darum, den eigenen Wohlstand zu vermehren und die eigenen Vorteile zu suchen, sondern es geht um den Erhalt des Lebens anderer Menschen und um die Pflege der gesamten Schöpfung, vom Amazonas bis zur Arktis.
Mit dem Blick zum Himmel und den fliegenden Vögeln lenkt Jesus den Blick weg von uns. Er lenkt den Blick auf Gott und seine Schöpfung. Sie gilt es zu bewahren!
Darf ich Ihnen zum Schluss eine kleine Denksportaufgabe stellen? Nehmen Sie doch bitte ein Blatt Papier und machen Sie darauf zwei Spalten. Schreiben Sie in die linke Spalte die Vogelarten, die es in der Bibel gibt. An welche denken Sie? Nun schreiben Sie bitte in die rechte Spalte Ihre Sorgen. Ihre Sorgen um Geld, Wohlstand, Essen und Trinken, Kleidung und vieles mehr. Meine Gratulation, wenn die linke Vogel-Liste länger ist als Ihre rechte Sorgenliste!
Ich danke Ihnen, dass Sie mich besucht und mir zugehört haben. Gott segne Ihre Ebenbildlichkeit Gottes. Er mache Sie zum Segen für Andere und zum Hüter Ihrer Umwelt. Ich freue mich, wenn Sie mich bei der nächsten Kurzpredigt am 15.August wieder besuchen.
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