Jesus Christus sagte zu seinen Jüngern: „Ihr werdet den Heiligen Geist empfangen und durch seine Kraft meine Zeugen sein in Jerusalem und ganz Judäa, in Samarien und überall auf der Erde.« Apostelgeschichte 1, 8

 

Liebe Leser,

 

Pfingsten bedeutet für mich: Jesus Christus hat sein Versprechen hundertprozentig eingelöst. Was er seinen Jüngern an Himmelfahrt versprach, erfüllt sich in Jerusalem. Gott kommt mit unbeschreiblicher Kraft und startet mit seinem Rettungsplan. Es ist die Geburtsstunde der christlichen Gemeinde. Allen Menschen steht das Evangelium offen. Alle Menschen sollen erfahren, dass Gott sie liebt. Gott ist Liebe. Sie zeigt sich in Jesus Christus.  Alle Menschen sollen die Chance haben, durch Gottes Geist ein neues Leben zu bekommen. Erlöst von Sünde und ewigem Tod.

 

Pfingsten hat nichts mit Verzückung und Massenhysterie zu tun. Schon der Apostel Petrus wehrte sich gegen den Vorwurf, dass die Pfingst-Gemeinde berauscht wäre vom Geist des süßen Weines. Das Gegenteil ist richtig: Pfingsten ist ein Fest der verständlichen Sprache und Rede. Was Petrus predigte, war so klar und deutlich, dass sich danach dreitausend Menschen taufen ließen. Diese Predigt traf mitten ins Herz. Das Herz brannte für Jesus Christus.

 

Was Gottes Geist wirkt, ist mir vor ein paar Jahren in London bewusst geworden. Ich machte mit meiner Frau einen Stadtbummel. Wir müssen wohl, ohne es zu wissen, in der Aldersgate Street gewesen sein. Plötzlich standen wir vor einer Gedenktafel: „John Wesley Conversion Place Memorial – The Aldersgate Flame“. John Wesley war ein Theologe und Prediger im 18. Jahrhundert. Er war der Mitbegründer der Methodisten.

 

Auf der Tafel stand, was John Wesley am Abend des 24. Mai 1738 erlebt hat: „Am Abend ging ich sehr widerwillig zu einer christlichen Versammlung in der Aldersgate Street, wo jemand Luthers Vorwort zum Römerbrief las. Es war ungefähr Viertel vor neun, als er den Wandel beschrieb, den Gott durch den Glauben an Christus im Herzen bewirkt. Da spürte ich, dass mein Herz seltsam warm wurde. Ich fühlte, dass ich auf Christus vertraute, auf Christus allein zum Heil: Und es wurde mir zur Gewissheit, dass er meine Sünden, auch die Meinen, fortgenommen und mich vor dem Gesetz der Sünden und des Todes gerettet hatte.“

 

Das war der einschneidende Wendepunkt in seinem Leben. Schon am nächsten Tag schreibt John in sein Tagebuch: »Wenn du glaubst, warum gibt es dann keine deutliche Veränderung?« Diese Frage zeigt, wie sehr er gesucht hat nach der Antwort, wie der Glaube an Jesus Christus auch sichtbar werden kann und werden soll.

 

John Wesley liest danach intensiv in der Bibel. Gemeinsames Beten und praktische Dienste an Armen, Kranken, Arbeitslosen und Gefangenen sind jetzt ganz wichtig. Aus diesem Studenten mit dem brennenden Herz für Jesus Christus wird eine große Erweckung, die das Leben vieler Menschen verändern wird. Innerhalb weniger Jahrzehnte entsteht daraus eine weltweite evangelische Freikirche, die auch die USA erreicht.

 

Was Jesus Christus versprochen hat, das ist zu allen Zeiten geschehen an vielen Orten in dieser Welt. John Wesley ist nur ein Beispiel von vielen. Auch heute noch baut Gott seine Kirche durch die Kraft des Heiligen Geistes. Diese Kraft verändert Menschen.

 

Welche Kraft der Geist Gottes in John Wesley entfaltet hat, ist für mich unfassbar. Als Prediger legte er 250.000 Meilen auf dem Pferderücken zurück, um 40.000 Predigten zu halten. Er verschenkte 30.000 Pfund seines Privatvermögens an Bedürftige.

 

Ohne den Geist Gottes sind wir blind für die Wahrheit. Der Geist Gottes öffnet unsere Augen, Ohren und Hände. Er verwandelt unsere alte Existenz in eine neue Existenz. Der Apostel Paulus sagt es so:

„Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist gewor­den" (2. Korinther 5,17).

 

Darum gebe ich dem Geist Gottes in meinem Leben gerne Raum. Das Neue soll wachsen, soll heranreifen. Pfingsten erinnert mich daran: Der Heilige Geist will uns zu leidenschaftlichen Jüngern Jesu machen. Seine Kraft weckt die Freude am Wort Gottes. Seine Kraft bringt Frieden ins Herz und Frieden in unsere Beziehungen. Seine Kraft macht uns fähig, die Liebe Gottes zu anderen Menschen zu bringen. Der heilige Geist will uns helfen, die beste Nachricht aller Zeiten anderen Menschen weiterzusagen. 

 

Ich wünsche Ihnen, dass der Heilige Geist auch Ihr Herz erwärmt und mit seiner Kraft Ihr Leben erfüllt.

 

Ich würde mich freuen, wenn Sie wieder mein Gast wären am 15. Juni. Thema ist „Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde“. (Psalm 23, 5)

 

 

Meine deutschsprachigen Leser lade ich ein, meine Predigten zu hören.

Sie finden die Audiodateien unter https://www.nord-ost-gemeinde.de/predigten

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