Und der Hohepriester stand auf, trat in die Mitte und fragte Jesus und sprach: Antwortest du nichts auf das, was diese gegen dich bezeugen? Er aber schwieg still und antwortete nichts. Da fragte ihn der Hohepriester abermals und sprach zu ihm: Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten? Jesus aber sprach: Ich bin's; und ihr werdet sehen den Menschensohn sitzen zur Rechten der Kraft und kommen mit den Wolken des Himmels. Mk. 14, 60 – 62

 

Liebe Leser,

 

Jesus steht als Angeklagter vor dem Hohepriester. Er schweigt. Er wehrt sich nicht gegen die Lügen, die gegen ihn vorgebracht werden. Das geistliche Oberhaupt stellt eine letzte Frage: wer bist du? Bist du wirklich der Christus?

 

Diese Frage überrascht mich. Jahrelang hatten sie ihn beobachtet. Jahrelang hatten sie gesehen, wie er Wunder tat. Er heilte einen blinden Bettler, der am Rande der Gesellschaft lebte (Lk. 18,35). Er gab einer Frau, die fünfmal geschieden war, ihre Würde und ihren Glauben an Gott zurück (Joh. 4, 18). Er machte fünftausend hungrige Männer und ihre Familien mit ein paar Broten und Fischen satt (Mt. 14, 13). Er holte ein totes Mädchen zurück ins Leben (Lk. 8, 40). Er ging auf dem Wasser und wusch seinen Jüngern die Füße (Mt. 14 und Joh. 13).  Was er tat, hatte niemals zuvor ein Mensch getan.

 

Er predigte von der Liebe Gottes zu seinen Freunden und Feinden. Er war sanftmütig und demütig. Er war barmherzig und friedevoll. Er sagte: „Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen; segnet, die euch verfluchen; bittet für die, die euch beleidigen“ (Lk. 6, 27). Er sagte: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich“ (Joh. 14,6). Was er predigte, hatte niemals zuvor ein Mensch gehört.

 

Aber weder seine göttlichen Worte noch seine Wunder konnten seine Beobachter überzeugen. Sie hatten ein Herz aus Stein. Sie zerrten ihn vor ihr Gericht und behandelten ihn wie einen Verbrecher. Sie hassten ihn. Er war ihr Todfeind.

 

Ich frage mich: hat sich zweitausend Jahre später etwas daran geändert? Auch heute fragen Menschen: Jesus, wer bist du? Bist du wirklich der Messias, der Christus? Bist du Gottes Sohn? Auch heute gibt es überall Menschen, die sich weder von den Worten Jesu noch von seinen Taten überzeugen lassen. Misstrauisch oder ablehnend stehen sie Jesus gegenüber. Für manche ist Jesus Christus auch heute ein Todfeind. Sie bekämpfen ihn und seine Leute.

 

Die Antwort, die Jesus dem Hohepriester gibt, ist ewig gültig. Er sagt: Ich bin es. Ich bin der Christus, der Sohn Gottes. Ich bin der Sohn des Hochgelobten, der allein angebetet werden darf. Ich werde auferstehen von den Toten und mich zur Rechten Gottes setzen. Ich bin der, über den David im Psalm 110 schreibt: „Der HERR sprach zu meinem Herrn: »Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel unter deine Füße lege.«

 

Jesus bekennt sich zu seiner Messias-Würde. Öffentlich bekennt er, dass er der Weltenrichter ist, der mit göttlicher Macht und Herrlichkeit wiederkommen wird (siehe Prophet Daniel, Kap. 7).

 

Für den Hohepriester und seine Leute ist das Gotteslästerung. Daher lautet das Urteil: Todesstrafe! Das weltliche Gericht, vertreten durch den Heiden Pontius Pilatus, wird dies bestätigen. Jesus stirbt am Kreuz von Golgatha.

 

Ich bin dankbar, dass ich an Jesus Christus glauben darf. Er ist kein Gott, der irgendwo im Universum schwebt und sich nicht für mich interessiert. Er ist ein Gott, der Schmerz und Leid bis ins letzte kennt. Er ist ein Gott, der den Tod durchlitten hat. Er ist ein Gott, der auch heute jedem Menschen ganz nah sein will wie ein Bruder.

 

Ich möchte mit einem Lobpreis schließen. Ich will den Sohn des hochgelobten Gottes loben mit Worten des Apostels Paulus aus dem Philipperbrief, Kap. 2. Ich wünsche Ihnen, dass Sie in diesen Lobpreis einstimmen können:

 

„Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist, dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.“

 

Gott segne Ihre Osterzeit. Er schenke Ihnen ein frohes Herz und die Gewissheit, ein von Gott, dem himmlischen Vater, bedingungslos geliebter Mensch zu sein.

 

Ich freue mich auf die Begegnung am 15. April.

 

Ich lade Sie ich ein, auch meine Predigten zu hören. Sie finden die Audiodateien unter 

https://www.nord-ost-gemeinde.de/predigten

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