15.Juni 2026
Von Jesus lernen
Matthäus-Evangelium 11, 28+29
Jesus sagt: Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Ruhe geben. Vertraut euch meiner Leitung an und lernt von mir, denn ich gehe behutsam mit euch um und sehe auf niemanden herab. Wenn ihr das tut, dann findet ihr Ruhe für euer Leben.
Liebe Leserin, lieber Leser,
vielleicht erinnert Sie die Szene auf der Briefmarke an Ihre eigene Berufsausbildung. Abgebildet sind Jugendliche, die unter Anleitung eines grauhaarigen Meisters eine „Lehrlingsausbildung bei der Deutschen Post, Fernsprech- und Fernschreibwesen“ machen. So wie damals in der DDR, der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, ging es in vielen Ausbildungsbetrieben zu. Junge Menschen lernten ein Handwerk oder einen Beruf. Und immer war ein Ausbilder dabei oder ein Meister. Daran hat sich nichts geändert.
Meine kaufmännische Ausbildung war mir an manchen Tagen eine Last. Ich war froh, als die Ausbildung endlich vorbei war. Jesus spricht auch von einer Last. Er spricht von den Belastungen, die das Leben mit sich bringt. Er spricht besonders diejenigen an, die unter ihren Mühen und Lasten leiden müssen. Es gibt schwere Belastungen, die Menschen jeden Tag tragen müssen. Belastungen in der Familie, in einer Krankheit, im Beruf, in der Gesellschaft. Mit allen Lasten sollen wir zu Jesus Christus kommen. Jesus, der Lehrer und Meister, lädt uns ein, bei ihm zu lernen, wie wir mit den Belastungen umgehen können. Und er hilft uns, die Lasten zu tragen.
Jesus lädt uns ein, von ihm zu lernen. Bei ihm können wir sehen, wie wertschätzend er mit seinen Mitmenschen umgegangen ist. Von ihm können wir lernen, wie barmherzig er mit Menschen in Not war. Wir können bei Jesus lernen, wie wir erwartungsvoll beten dürfen. Wir können bei ihm sehen, wie vertrauensvoll er mit seinem Vater im Himmel verbunden blieb, auch unter größtem Leiden.
Wer mit einer Ausbildung oder einem Studium beginnt, der schaut sich zuvor an, wo er das machen will. Das ist im Glauben an Jesus Christus ganz ähnlich. Die Evangelien und die Lehrbriefe des Neuen Testaments sind für mich wie ein großer „Ausbildungsplan“. Sie zeigen mir ganz konkret, wie ich als Christ in unserer Zeit leben und glauben kann. Die Nachfolge Jesu ist keine Theorie, sondern hat jeden Augenblick einen ganz praktischen Bezug zum Alltag.
Wer von Jesus lernt, der findet dabei innere Ruhe. Das unruhige Herz findet göttlichen Frieden. Wer mit Hilfe des Heiligen Geistes ein Schüler Jesu wird, der findet Ruhe und Gelassenheit. Der weiß sich geborgen in allen Stürmen, die manchmal über das Leben hinwegfegen. Der erfährt Ruhe und Geborgenheit bei Jesus Christus.
Eine Berufsausbildung in Deutschland dauert zwischen zwei und dreieinhalb Jahren. Aber jeder weiß: mit dem Abschluss ist das Lernen noch lange nicht vorbei. Eine Ausbildung oder ein Studium sind erst der Beginn für eine berufliche Karriere. Bis zur Rente heißt es immer wieder Neues zu lernen.
Auch das ist im Glauben an Gott nicht anders. Wir Christen bleiben lebenslang Schülerinnen und Schüler Jesu. Die Glaubensschule endet erst, wenn wir zur ewigen himmlischen Ruhe gekommen sind. Aber bis dahin dürfen wir Tag für Tag neugierig und fröhlich Lernende bei Jesus sein!
Ich danke Ihnen, dass Sie mich besucht und mir zugehört haben. Ich wünsche Ihnen diese Ruhe, die Jesus verspricht. Ich freue mich, wenn Sie mich bei der nächsten Kurzpredigt am 1.Juli wieder besuchen.
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