15.Juli 2026

Mein Name im Himmel

Lukas-Evangelium 10, 20b

 

Freut euch aber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind. 

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

selten freuen sich Menschen auf Briefmarken. Meist blicken uns Staatsoberhäupter oder berühmte Persönlichkeiten mit ernstem Gesicht an. Der amerikanische Flugzeugpionier William T. Piper ist eine Ausnahme. Am Himmel hinter ihm fliegt die berühmte, nach ihm benannte Piper J-3 Cub. Soweit ich weiß, war Piper ein erfolgreicher Geschäftsmann.

 

Auch die 72 Jünger, die Jesus zum Dienen aussandte, waren „erfolgreich“ (Lukas-Evangelium 10, 17-20). Voll Freude kamen sie zu Jesus zurück und berichteten über ihre geistlichen Siege. Jesus Christus war mit seiner Kraft und Macht mit ihnen. Doch dann sagt er etwas Entscheidendes: „Doch freut euch nicht so sehr, dass euch die bösen Geister gehorchen müssen; freut euch vielmehr darüber, dass eure Namen im Himmel aufgeschrieben sind!« Allein darauf kommt es also an! 

 

Nicht jeder Dienst für unseren Herrn Jesus wird sichtbar von „Erfolg“ gekrönt sein. Der Apostel Paulus musste an die Christen in Galatien schreiben (Brief an die Galater 4,11): „Ihr macht mir Sorgen! Soll meine ganze Arbeit an euch vergeblich gewesen sein?“ Es kann entmutigen, wenn man betet, sich zu Jesus bekennt, seinen Mitmenschen in Liebe dient – und trotzdem Ablehnung erfährt.

 

Jesus lenkt den Blick seiner Jünger auf die Freude. Wer zu ihm gehört, der wird in der Ewigkeit mit ihm leben. Sein Name ist im Himmel bekannt. Das ist wirklich ein Grund zu großer Freude! 

 

Mich ermutigt immer wieder die Geschichte des alten Simeon (Lukas-Evangelium 2, 22 ff.). Bei ihm geht es nur um Freude. Simeon wartete auf den Messias. Gott hatte ihm durch den Heiligen Geist versprochen, dass er noch zu Lebzeiten den Messias sehen wird. Und eines Tages ist es für den altgewordenen Mann soweit. Maria und Josef bringen Jesus in den Tempel, um ihr Kind Gott zu weihen. Auch der alte Simeon ist in dieser Stunde im Tempel (Vers 29). Da nahm Simeon Jesus in seine Arme und lobte Gott:

 

»Herr, du hast dein Wort gehalten, jetzt kann ich, dein Diener, in Frieden sterben. Ich habe es mit eigenen Augen gesehen: Du hast uns Rettung gebracht, die ganze Welt wird es erfahren. Dein Licht erleuchtet alle Völker, und deinem Volk Israel bringt es Größe und Herrlichkeit.«

 

Können Sie sich vorstellen, mit welcher Freude Simeon erfüllt war? Wie seine Augen geleuchtet haben? Simeon erlebt den Höhepunkt seines irdischen Lebens. Er hält Jesus, den Messias, in seinen Armen. Wie glücklich muss Simeon gewesen sein. Nun ist er auch bereit für den Himmel. Dort ist auch sein Name bekannt. Unauslöschlich aufgeschrieben. Nicht mit Tinte, sondern mit Liebe.

 

Aus dem kleinen Jesus in Simeons Armen wurde Jesus Christus, der gekreuzigte und auferstandene Herr über Alles. Er hält alles in seinen Händen, auch Ihr Leben. Er kennt Ihren Namen, Ihre Geschichte, Ihr Gestern, Ihr Heute. Wenn Sie SEINEN Namen kennen und lieben, sind auch Sie im Buch des Lebens aufgeschrieben. Nicht als Randnotiz, sondern wie auf einer Urkunde. Wie auf einer Geburtsurkunde für das ewige Leben bei Gott Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist.

 

Ich danke Ihnen, dass Sie mich besucht und mir zugehört haben. Ich freue mich, wenn Sie mich bei der nächsten Kurzpredigt am 1.August wieder besuchen. 

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