Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen. Joh. 6, 37 b

 

Liebe Leser,

 

ich schreibe Ihnen diese Zeilen Mitte Dezember 2021. Die Corona-Pandemie schränkt die Freiheit vieler Menschen massiv ein. Ich darf zum Beispiel mit der Straßenbahn oder der U-Bahn nur noch mitfahren, wenn ich geimpft, genesen oder negativ getestet bin. Auch im Fernverkehr gilt diese sogenannte 3G-Regel. Wer gegen diese 3G-Regel verstößt muss bei einer Kontrolle den Zug an der nächsten Haltestelle verlassen und wird mit einer Geldbuße bestraft. Die Pandemie hat unserer Bewegungsfreiheit Grenzen gesetzt, die wir früher nicht kannten.

 

Aber es gibt noch andere Grenzen. Unüberwindbare Grenzen. Grenzen, die mit Mauern und Stacheldraht gesichert sind. Grenzen, die politische Systeme geschaffen haben und die oft mit brutaler Gewalt gesichert werden. Eine solche Grenze war die Berliner Mauer. Ich erinnere mich noch daran, als diese Mauer im Jahr 1961 gebaut wurde. Ein paar Jahre später stand ich als Jugendlicher in West-Berlin vor dieser Mauer des Schreckens. Aber ich habe auch den Fall der Berliner Mauer im Jahr 1989 miterleben dürfen. Vor Freude habe ich geweint! Und mich bald danach ins Auto gesetzt, um nach Leipzig zu fahren. Unvergessliche Erinnerungen.

 

An welche Grenzen werde ich im diesem Jahr 2022 stoßen? Wer wird mir Grenzen setzen? Corona? Mit Sicherheit wird mir mein Alter Grenzen setzen. Auch Krankheiten werden mir Grenzen setzen. Mitmenschen werden mir Grenzen setzen. Wie wohltuend ist das Jesus-Wort: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“ Grenzenlose Liebe erwartet mich. Jesus steht da mit ausgebreiteten Armen und sagt: herzlich willkommen! Du kannst immer zu mir kommen! Ich werde dich nicht zurückschicken. Die Tür zu mir ist offen.

 

Um zu Jesus Christus zu kommen, müssen wir keine Grenzen überwinden. Oder doch? Vielleicht gibt es Grenzen im Kopf, Stacheldraht im Herzen? Ich kenne Mitmenschen, die scheinen eine Mauer im Herzen zu haben. Diese Herzensmauer hindert sie nicht nur daran, zu Jesus Christus zu gehen und seiner Einladung zu folgen. Stacheldraht im Herzen hindert auch daran, dem Menschen neben mir mit Wertschätzung und Mitgefühl zu begegnen. Wie oft kommen diese Gedanken: „Ich lasse Nähe nicht zu. Ich will dem anderen weder zuhören noch mit ihm ins Gespräch kommen. Den weise ich zurück. Den weise ich ab“.

 

Jesus Christus lädt jeden Menschen ein, zu ihm zu kommen. Er hat ein Herz für uns! Jesus Christus ist nur ein Gebet weit entfernt. Aber vielleicht ist auch das eine unüberwindbare Grenze? Vor ein paar Tagen sagte mir eine Christin: viele Menschen wissen gar nicht, wie man betet! Sie würden es gerne, sind sich aber unsicher, wie das geht. Darüber hatte ich noch gar nicht nachgedacht. Das wäre doch schlimm, wenn man mit Jesus Christus reden will und stumm bleiben muss. Daher will ich im neuen Jahr meine Gedanken immer mit einem Gebet abschließen. Vielleicht ist es Ihnen eine Hilfe:

 

Jesus Christus, ich danke dir für deine Einladung. Ich darf jetzt zu dir kommen im Gebet. Du schickst mich nicht weg, sondern hörst mir zu. Ich darf mit jedem Problem, das mich beschäftigt, zu dir kommen. Ich darf dir alle Sorgen sagen, die mich belasten. Du hörst mich und schickst mich nicht zurück in mein Elend. Ich darf dir auch sagen, worüber ich mich freue. Ich darf dir sagen, wofür ich heute dankbar bin. Ich danke dir, dass du mich grenzenlos liebst. Was mir auf dem Herzen liegt, das sage ich dir jetzt, unter vier Augen: ….. Amen.

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