1.Mai 2022

 

Evodia und Syntyche bitte ich eindringlich, sich wieder zu vertragen. Sie glauben doch beide an den Herrn Jesus Christus. Vielleicht kannst du, Syzygus, mein treuer Mitarbeiter, den Frauen dabei helfen! Schließlich haben die beiden mit mir – Seite an Seite mit Klemens und meinen anderen Mitarbeitern – für die Verbreitung der rettenden Botschaft gekämpft. Gott hat ihre Namen in das Buch des Lebens eingetragen. Brief an die Philipper, Kap.4, 2 + 3

 

Liebe Leser,

 

Wladimir Putin schreibt Geschichte. Sein Krieg in der Ukraine verändert die Welt. Viele Menschen sterben in diesem sinnlosen und brutalen Krieg. Soldaten und Zivilisten, Frauen und Kinder verlieren ihr Leben. Mütter verlieren ihre Kinder, Kinder ihre Eltern. Hass und Gewalt verbreiten sich. Millionen Menschen sind auf der Flucht vor diesem entsetzlichen Krieg. Sie haben ihre ganze Existenz verloren.

 

Ob der russische Präsident Weltgeschichte schreibt, wird sich erst in der Zukunft zeigen. Viele Zeitgenossen erwähnen seinen Namen im Zusammenhang mit Stalin und Hitler. Dann wäre sein Name mehr als nur eine Fußnote in Geschichtsbüchern.

 

In keinem Geschichtsbuch finden wir Evodia und Syntyche. Der Apostel Paulus erwähnt sie in seinem Brief an die Philipper. Sie sind eher eine Fußnote. Außer ihren Namen wissen wir nicht viel von diesen beiden Frauen. Aber was wir erfahren, ist doch sehr interessant für uns:

 

1.Die beiden Frauen stritten miteinander. Der Grund ist nicht bekannt. Jeder Mensch kennt Streitereien,  damals wie heute. Auch zwischen Christen gibt es Meinungsverschiedenheiten. Auch Christen streiten leider. Paulus ermahnt die beiden Frauen, ihren Streit beizulegen. Mit ihrem Streit schaden sie sich und der Gemeinde. Ein treuer Mitarbeiter soll helfen, wieder Frieden zu schaffen. Das ist vernünftige Konfliktlösung schon vor 2000 Jahren. Genau so, wie in unseren Zeiten Politiker oder Papst Franziskus in diesem Krieg vermitteln wollten. Leider ohne Chance.

 

Wir Christen, die wir an Jesus Christus glauben, wir müssen immer wieder die Einheit suchen. Wenn das nicht aus eigener Kraft möglich ist, braucht es eine Vertrauensperson, die vermitteln kann. Ein weiser Christ sagte mir mal: „Ein Kompromiss ist es, wenn beide Seiten weinen“. Manchmal kann es nur mit einem Kompromiss weitergehen. Es geht nicht um Sieger oder Verlierer. Es geht um die Schlichtung eines Streites, bei dem beide Seiten auf etwas verzichten, um wieder eine gemeinsame Zukunft zu gewinnen.

 

2.Paulus kennt diese Frauen persönlich. Sie waren Kämpferinnen. Mit einem Team hatten sie sich für die gute Nachricht von Jesus Christus eingesetzt. Sie hatten dafür gekämpft, dass viele Menschen das Evangelium hören konnten. Die Liebe zu Gott und zu den Menschen machte sie zu Kämpferinnen für den Frieden und für das Leben. Aber Achtung: wer für das Evangelium kämpft, der hat nicht Menschen als Gegner, sondern sich selbst. Der muss zum Überwinder werden. Manch einer muss seine Trägheit bekämpfen. Die Trägheit, nicht mehr zu beten. Die Trägheit, nicht mehr zum Gottesdienst zu gehen. Andere müssen kämpfen gegen Stolz oder die Gier nach Macht und Geld. Wer diese Kämpfe gegen sich selbst verliert, der kann schnell zum Streithammel innerhalb der Gemeinde werden. Das aber will Jesus Christus nicht. Er will die Einheit seiner Gemeinde. Jesus will keine Spaltungen. Er will Frieden in seiner Gemeinde.

 

3.Auch wenn die beiden streitbaren Frauen noch eine Menge an Beziehungsarbeit vor sich haben, steht eines fest: Gott kennt sie und liebt sie dennoch. Ihre Namen sind im Buch des Lebens aufgeschrieben. Das ist das Allerbeste, was einem Menschen je passieren kann. Wen Gott ins Buch des Lebens schreibt, der hat eine ewige Zukunft bei ihm. Der darf sich freuen!

 

Johannes schreibt in der Offenbarung (Kap. 20, Vers 12) vom Weltgericht:

 

Und ich sah alle Toten vor dem Thron Gottes stehen: die Mächtigen und die Namenlosen. Nun wurden Bücher geöffnet. Über alle Menschen wurde das Urteil gesprochen, und zwar nach ihren Taten, wie sie darin beschrieben waren. Auch das Buch des Lebens wurde aufgeschlagen.“

 

Niemand wird dem Gericht Gottes entgehen. Alles Unrecht, alle Feindschaft gegen Gott wird ans Licht kommen. Enttäuscht wird wer glaubt, niemand würde ihn zur Verantwortung ziehen. Enttäuscht wird, wer Gott vom Thron stoßen wollte um sich selbst zum Herrscher über Menschen und deren Leben zu machen.

Entscheidend ist, ob Jesus Christus unsere Namen in sein Lebensbuch geschrieben hat. Neben Evodia, Syntyche und Paulus soll auch Ihr Name, liebe Leserin, lieber Leser, im Buch des Lebens geschrieben sein!

 

Ich lade Sie ein zum Gebet:

 

Jesus Christus, du bist mein Retter und Erlöser. Ich danke dir, dass du mich kennst und liebst. Du kennst meinen Namen, weißt alles über mich. Ich danke dir, dass ich im Buch des Lebens aufgeschrieben bin. Niemand kann mich aus diesem himmlischen Namensverzeichnis streichen. Das macht mich froh.

 

Ich bitte dich: mache mich zu einem Menschen, der in Frieden mit anderen leben will. Vergib mir, wo das nicht gelungen ist. Schenke mir den Willen und die Kraft, die Einheit in der Gemeinde zu fördern.

 

Ich bitte dich: mach aus mir einen Menschen, der anderen helfen kann, ihren Streit beizulegen. Lass mich ein Vermittler sein, wo sich Mauern oder Gräben zwischen Menschen auftun. Hilf mit bitte, meinen Mitmenschen deine barmherzige Liebe zu zeigen. Dafür will ich mich einsetzen mit aller Kraft.

 

Ich bitte dich für ein Ende des Krieges in der Ukraine. Ich bitte dich für Frieden. Lass endlich Vernunft einkehren bei allen, die für dieses Leid verantwortlich sind. Amen.

 

Danke, dass Sie mir zugehört haben. Gott segne Sie und bewahre Sie an Leib, Seele und Geist. 

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© 2021 Hans-Peter Nann, Frankfurt am Main