2.April 2022

 

Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn! Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. Johannes-Evangelium, Kap. 19, 26 + 27

 

Liebe Leser,

 

jeder Krieg, jede Gewalttat, jede Lüge ist ein Schlag in Gottes heiliges Angesicht. Gott ist Liebe. Gott will Nächstenliebe. Jesus Christus ist die Wahrheit. Er will Frieden. Gottes Gebote sind Wege zum Leben.

 „Wer mich sieht, der sieht den Vater“, sagt Jesus Christus (Johannes-Evangelium, Kap. 14, 8).  Am Kreuz von Golgatha hängt der erniedrigte und mit Fäusten geschlagene Gottessohn. Christus am Kreuz sehen heißt Gott sehen. Heißt den zu sehen, der jeden Menschen bedingungslos liebt. Der auch Sie liebt und mich. „Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm“, sagt uns Johannes (1.Johannesbrief, Kap. 4, 16)

 

„Liebe ist das Element Gottes. Wer zu ihm gehört, der muss in der Liebe leben, so wie er Liebe ist“ (Roland Werner). In dieser Liebe zu leben ist nicht vereinbar mit Hass und Gewalt gegen seine Mitmenschen. Wer seine Mitmenschen hasst und tötet, verhöhnt Gott.

 

Noch im Sterben zeigt Jesus Christus seine Liebe. Er ist und bleibt der liebende Gott auch im Sterben am Kreuz. Er weiß, wie es seiner Mutter geht. Er sieht ihr Herz. Er kennt ihr Leid. Noch am Kreuz schafft er etwas ganz Neues: er sorgt sich um seine Mutter und gibt ihr ein neues Zuhause. Sie soll zukünftig bei seinem Jünger Johannes leben. Johannes wird sich um sie kümmern. Bei ihm findet sie ein Zuhause. Bei ihm wird sie eine Heimat haben.

 

Jesus spricht seine Mutter an mit dem Wort „Frau“. Er sagt nicht „Mutter“. Damit wird deutlich, dass er seiner Mutter nicht gehört wie wir, liebe Leser, unseren Müttern gehören. Er ist Gottes Sohn und vollendet den Willen des himmlischen Vaters. Und doch tröstet er seine leibliche Mutter. Er sieht, was sie braucht und was Johannes braucht. Ihre verwundeten Herzen brauchen Trost. Dieser Trost ist am stärksten, wenn er sich in der Liebe zum Mitmenschen entfalten kann. Wer trösten will, übernimmt Verantwortung für den, der Trost braucht. Wer trösten will, muss keine großen Worte machen. Trost bedeutet oft, eine konkrete Aufgabe zu übernehmen. Bedeutet zu helfen in der Not. Das begreift Johannes. Er nimmt Maria bei sich auf und sorgt für sie wie für die eigene Mutter. So sieht Liebe aus. – Wir erleben in diesen Tagen, wie 

Millionen Menschen auf der Flucht sind vor Tod und Elend. Diesen Frauen und Kindern zu helfen ist Trost.

 

 „Liebe ist stark wie der Tod“ (Hohelied 8, 6). Wasser kann das Feuer der Liebe nicht auslöschen und Wasserströme können sie nicht ertränken. Wir Christen teilen miteinander Glaube, Hoffnung, Liebe. Davon ist die Liebe zu Gott und zu unseren Mitmenschen die Größte (1.Korintherbrief 13, 13). Der Tod verändert alles, er zerstört. Doch die Liebe überwindet alles. Sie schafft neues Leben. Sie schafft Zukunft. Sie heilt Beziehungen. Sie verändert das Herz. Sie tröstet.

 

Ich lade Sie ein zum Gebet:

 

Jesus Christus, wir danken dir für deine grenzenlose Liebe. Wir danken dir, dass du aus Liebe zu uns am Kreuz von Golgatha alle Schuld auf dich genommen hast. Du hast nicht zurückgeschlagen, als man dich schlug. Du hast nie zerstört, gehasst, gemordet. Du hast geliebt bis ans Ende.

Wir danken dir für deinen Trost, den uns dein Wort uns gibt. Wir danken dir für den Trost, den uns andere Menschen spenden. Mache uns zu Tröstern für unsere Mitmenschen.

Erfülle unser Herz mit deiner Liebe und deinem Frieden, der größer ist als alle Vernunft. Verändere die Welt durch deine Liebe und zeige uns, was wir ganz konkret aus Liebe zu dir und den Mitmenschen tun können. Amen.

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