1.September 2026
Klebstoff
Brief an die Römer 8, 38+39
Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.
Liebe Leserin, lieber Leser,
die heutige Briefmarke aus Ungarn zeigt einen Arbeiter beim Schweißen. Untrennbar werden Eisen oder Stahl zusammengeschweißt. Edelmetalle wie Gold und Silber verlötet man miteinander. Und Papier oder Kunststoffe klebt man untrennbar zusammen.
Solche Techniken kannten schon die Ägypter vor ein paar tausend Jahren. In Europa nutzten Handwerker diese Techniken im Mittelalter. Die Buchbinder brauchten Leim für die Herstellung ihrer Bücher. Leim wurde auch gebraucht, um Musikinstrumente zu bauen. Unsere Autoindustrie verwendet viel Klebstoff beim Bau eines Autos. Schätzungsweise zwischen 10 und 20 kg Klebestoffe werden dazu gebraucht, habe ich gelesen. Ich denke, Sie selbst haben mit Leim sicher auch schon etwas zusammengeklebt. Einen Papierdrachen für Kinder? Oder haben Sie etwas zusammengelötet für Ihre Modelleisenbahn? Wenn es gut gemacht war, hat es auch zusammengehalten.
Der Apostel Paulus berichtet von einem ganz anderen Klebstoff: es ist die Liebe Gottes. Durch diese Liebe verbindet sich Gott mit uns. Und zwar untrennbar. So sagt es uns der Apostel im Brief an die Römer. Keine Macht der sichtbaren oder unsichtbaren Welt kann uns Christen wieder trennen von der Liebe Gottes, die durch Jesus Christus in unser Herz kam. Gott hat uns untrennbar mit sich und seiner Liebe verbunden. Seine Liebe ist stärker als der stärkste Klebstoff. Wir sind mit Gott zu einer Einheit untrennbar „zusammengeschweißt“. Jetzt und in alle Ewigkeit. „Denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.“ (Brief an die Römer 5,5b).
Ich musste an ein altes Kirchenlied aus dem Jahr 1598 denken. Der deutsche Pfarrer Cyriakus Schneegass dichtete das Lied „In dir ist Freude in allem Leide, o du süßer Jesu Christ“. Dann singt er sein Halleluja auf die unzertrennliche Liebe Gottes: „An dir wir kleben im Tod und Leben, nichts kann uns scheiden. Halleluja!“ Wir kleben an Gott, der seine Liebe in unser Herz ausgegossen hat. Halleluja!
Daher kommt es nicht darauf an, wie gut oder schlecht unsere Lebenssituation ist. Nichts kann uns scheiden von seiner Liebe. Nicht die Gebete, die nicht erhört wurden. Nicht unsere Ängste in schwierigen Zeiten, nicht unsere Sorgen vor dem Morgen, auch nicht Krankheit oder Tod. Wir kleben fest an Gottes Liebe. Er hat sich untrennbar mit uns verbunden! Und diese Verbundenheit will ich mir immer wieder ins Gedächtnis rufen. Nichts kann mich trennen von der Liebe Gottes, die in Jesus Christus ist.
Wie wäre es, diese wunderbaren Bibelworte aus dem Römerbrief auf ein Blatt Papier zu schreiben und neben den Badspiegel zu kleben? Damit Sie morgens beim Zähneputzen wissen: egal was heute passiert - ich bin von Gott geliebt. Nichts kann mich von dieser Liebe trennen. Und abends, wenn Sie die Zähne wieder putzen, dann lesen Sie es wieder und schlafen dann ein im Vertrauen auf Gottes Zusage: Niemand und nichts kann Sie trennen von der Liebe Gottes, die in Jesus Christus ist. Halleluja!
Ich danke Ihnen, dass Sie mich besucht und mir zugehört haben. Gott segne Sie! Ich freue mich, wenn Sie mich bei der nächsten Kurzpredigt am 15.September wieder besuchen.