15.August 2026

Sprichwörter 26,17

Streitlust

 

Mische dich nicht in einen Streit, der dich nichts angeht! Sonst schaffst du dir ähnlichen Ärger wie jemand, der einen vorüberlaufenden Hund bei den Ohren packt. (Gute-Nachricht-Bibel)

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

ich habe keine Angst vor Hunden, aber größten Respekt. Um den Wachhund auf der mongolischen Briefmarke würde ich einen großen Bogen machen. Und es versteht sich von selbst, dass man einen Hund nicht an den Ohren zwackt. Weder den eigenen Hund, noch einen fremden Hund. 

 

Die Sprichwörter Salomos, zu denen auch der heutige Rat gehört, sind Lebensweisheiten. Sie wollen helfen, dass das Leben gelingen kann. Dazu gehört auch der Rat, sich nicht in einen fremden Streit einzumischen. Es gibt Streitigkeiten, die mich nichts angehen! Die Kontrahenten sollen ihre Probleme selbst lösen oder einen Vermittler suchen. Entweder einen Mediator oder einen Schlichter. Oder sie sollen den Streit gerichtlich klären lassen.

 

Manchmal wird man in einen fremden Streit hineingezogen. Das hat unser Herr Jesus erlebt. Als er unterwegs ist und predigt, wird er von einem Mann angesprochen. Der Mann fordert Jesus dazu auf, sich in einen Erbstreit einzuschalten (Lukas-Evangelium 12, 13, f): „»Lehrer, sag doch meinem Bruder, er soll unser Erbe gerecht mit mir teilen.«

 

Doch Jesus erteilt ihm eine Absage: »Bin ich etwa euer Richter oder euer Vermittler in Erbstreitigkeiten?« Jesus spricht Klartext. Wenn es schon so weit kommt, dass um das Erbe gestritten wird, dann sollen die Erben ihren Streit vor ordentlichen Gerichten austragen oder einen Schlichter suchen.

 

Ich erinnere mich an eine Person, die ihren Erbstreit in unseren Gebetskreis hineinbrachte. Sie bat um unsere Gebete, dass der Streit zu ihren Gunsten ausgehen möge. Ich habe ihr Gebetsanliegen damals zurückgewiesen und ihr den Text aus dem Lukas-Evangelium gezeigt. Sie wurde nachdenklich. Später erzählte sie mir, dass die Streitigkeiten gütlich beigelegt wurden. Sie hatte wieder ihren Frieden gefunden.

 

Jesus warnte damals seine Zuhörer: „Seht zu und hütet euch vor aller Habgier; denn niemand lebt davon, dass er viele Güter hat.“ Das gilt auch heute. Ich frage mich, wie oft Habgier die Ursache von Streit ist! Besonders dann, wenn es um die Verteilung des Erbes geht.

 

Wir Christen sollten uns nicht in fremde Streitigkeiten einmischen, sagt mir Salomos Rat. Wir sollen grundsätzlich Menschen des Friedens sein! Doch wenn wir mit Streitigkeiten konfrontiert werden, dann müssen wir nicht tatenlos zuschauen. Wir können helfen: wir können für die Kontrahenten beten! Für beide Parteien! Wir dürfen in der Stille zu unserem Vater im Himmel beten und ihn bitten, dass sein göttlicher Friede und menschliche Vernunft zu denen kommt, die sich wegen Geld und Gut wie wütende Hunde beißen. 

 

Ich danke Ihnen, dass Sie mich besucht und mir zugehört haben. Gott segne Sie! Er bewahre Sie vor Habgier und Streit. Er schenke Ihnen seinen Frieden und die Bereitschaft zur Versöhnung, wenn Sie sich zerstritten haben sollten.

 

Ich freue mich, wenn Sie mich bei der nächsten Kurzpredigt am 1.September wieder besuchen. 

Druckversion | Sitemap
© 2026 Free