1.Mai 2026

Friede auf Erden

Brief an die Hebräer 12, 14

 

Jagt dem Frieden nach mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird.

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

auch Deutschland ehrte Papst Johannes XXIII mit einer Briefmarke. 1963 veröffentlichte der Papst die Enzyklika „Pacem in terris“, zu deutsch „Friede auf Erden“. Dieses Bekenntnis steht unten auf der Briefmarke. Der Papst sagte damals, dass es Frieden nur geben kann durch Freiheit, Gerechtigkeit, Liebe und der Anerkennung von Menschenrechten. 

 

Für Frieden setzte sich Johannes XXIII im Kalten Krieg zwischen Ost und West ein. Bei der Kuba-Krise 1962 drohte ein Atomkrieg zwischen den beiden Supermächten USA und Russland. Die damalige Sowjetunion wollte Mittelstrecken-Raketen auf Kuba stationieren. Auf Initiative des katholischen Präsidenten John F. Kennedy vermittelte der Papst in diesem Konflikt. Johannes XXIII schrieb eine Friedensbotschaft an den russischen Regierungschef Chruschtschow und an Präsident Kennedy, in der stand:

 

„Ich flehe die Staatsoberhäupter an, sich dem Schrei der Menschheit: Friede, Friede nicht zu verschließen. Mögen sie alles tun, was in ihrer Macht steht, um den Frieden zu retten ... Mögen sie weiter verhandeln“. Daraufhin zog Chruschtschow die Raketen aus Kuba ab. (Quelle: Wikipedia)

 

„Den Frieden retten“, das war der flehentliche Auftrag des katholischen Kirchenoberhauptes an die beiden Politiker. Dem Frieden nachjagen ist der Auftrag an uns alle. Der deutsche Reformator Martin Luther übersetzte Vers 14 des Hebräerbriefes mit diesen starken Worten: „Jagt dem Frieden nach!“ Dem Frieden nachjagen wie einem scheuen, seltenen Tier. Man will es unbedingt haben! Man will es in den Händen halten, um es dann zu hegen und zu pflegen. 

 

Wie und wo könnte diese „Jagd“ nach Frieden beginnen? Für mich beginnt sie schon bei der Geburt Jesu. Da sangen die himmlischen Heerscharen „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens“ (Lukas-Evangelium 2, 14). Die Chöre im Himmel wissen, wie wir Menschen auf der Erde Frieden finden: wir sollen Gott ehren! 

 

Unsere tägliche Jagd nach dem Frieden in der Familie, mit den Nachbarn oder mit Freunden beginnt mit damit, dass wir Gott ehren. Das können wir tun, indem wir unsere Beziehungen liebevoll hegen und pflegen. Beginnen Sie also heute noch mit der „Jagd“ nach Empathie, Bereitschaft zum Dialog, Verzicht von Vergeltung und Rache. Jagen Sie dem Guten nach, wo immer Sie dazu Gelegenheit haben. Und bleiben Sie geduldig, wenn es nicht auf Anhieb gelungen ist. Wer dem Frieden nachjagt, braucht einen langen Atem.

 

Vielen Dank, dass Sie mich besucht und mir zugehört haben. „Der Friede Christi regiere in euren Herzen“ (Brief an die Kolosser 3, 15). Ich freue mich, wenn Sie mich bei der nächsten Kurzpredigt am 15.Mai wieder besuchen. 

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