15.Februar 2026

Gott wartet

Matthäus-Evangelium 2, 19-21

 

Als aber Herodes gestorben war, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Josef im Traum in Ägypten und sprach: Steh auf, nimm das Kindlein und seine Mutter mit dir und zieh hin in das Land Israel; sie sind gestorben, die dem Kindlein nach dem Leben getrachtet haben. Da stand er auf und nahm das Kindlein und seine Mutter mit sich und kam in das Land Israel. 

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

die heutige deutsche Briefmarke zeigt eine Flötenuhr. Diese Uhren sind kostbare Kunstwerke. Sie zeigen nicht nur die Tageszeit, sondern spielen zu einer bestimmten Uhrzeit auch eine schöne Melodie. 

 

In Psalm 31 dichtet der Musiker David: „Meine Zeit steht in deinen Händen.“ David war sich bewusst, dass jede Stunde Lebenszeit ein Geschenk Gottes ist. Für viele Christen ist dieses Psalmwort auch heute noch ein Trostwort. Wir Christen wissen, dass unser Leben auf dieser Erde endlich ist. Unser Leben liegt ganz in Gottes Hand. Das gibt Frieden und Geborgenheit.

 

Ich weiß nicht, ob Herodes „der Große“ seine Lebenszeit auch in Gottes Hand sah. Er starb im gesegneten Alter von 70 Jahren. Gott hatte ihm, dem oft sehr grausamen Herrscher, ein langes Leben geschenkt. Ich sehe darin Gottes Langmut mit ihm. Gott hat Geduld auch mit den Menschen, die ihn ablehnen und seinen Willen verachten. Gott sagt durch den Propheten Hesekiel (Hesekiel 18, 23 (HfA):

 

„Ich, Gott, der HERR, frage euch: Meint ihr, es würde mir Freude machen, wenn ein Gottloser sterben muss? Nein, ich freue mich, wenn er von seinen falschen Wegen umkehrt und lebt!“

 

Gott wartet auch heute darauf, dass Menschen von ihren Irrwegen umkehren und sich ihm wieder zuwenden. Denn Gott liebt grenzenlos. Jesus sagt (Matthäus-Evangelium 9, 13): „Ich bin gekommen, die Sünder zu rufen und nicht die Gerechten.“

 

Am Kreuz von Golgatha zeigt Jesus diese Liebe ganz deutlich. Er liebt auch die beiden, die neben ihm sterben müssen. Links und rechts neben ihm werden zwei Kriminelle hingerichtet. Der eine bleibt bei seinem alten Leben und hat für Jesus nur Spott übrig. Der andere begreift im letzten Augenblick, dass er unmittelbar vor der Ewigkeit steht. Demütig bittet er: Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst!

 

Was antwortet Jesus? Er sagt nicht: Tut mir leid, das hättest du dir früher überlegen müssen, jetzt ist es zu spät. Nein! Er liebt diesen armen Menschen auch noch im Sterben. Er verspricht ihm: „Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“ (Lukas-Evangelium 23, 43) Gott wartet sehnsüchtig, dass Menschen seine liebende, ausgestreckte Hand ergreifen. Gott ist langmütig und geduldig.

 

Josef musste eine Zeitlang in Ägypten warten. Gott hatte Zeit. Erst als für Herodes und seine Helfer die Lebenszeit abgelaufen war, da war es für Josef, Maria und dem Kind an der Zeit, wieder in die Heimat zurückzukehren.

 

Gott wartet auf uns, doch niemand sollte Gott warten lassen. Jesus Christus wartet jeden Augenblick darauf, dass wir zu ihm umkehren. Denn er liebt uns, Sie und mich, grenzenlos.

 

Vielen Dank, dass Sie mich besucht und mir zugehört haben. Ich freue mich, wenn Sie mich bei der nächsten Kurzpredigt am 1.März wieder besuchen. Gott segne Sie und behüte Sie an Geist, Seele und Leib. Er segne Ihre Zeit.

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