1.Februar 2026
Jesus flieht nach Ägypten
Matthäus-Evangelium 2, 13 + 14
Als sie aber hinweggezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Josef im Traum und sprach: Steh auf, nimm das Kindlein und seine Mutter mit dir und flieh nach Ägypten und bleib dort, bis ich dir’s sage; denn Herodes hat vor, das Kindlein zu suchen, um es umzubringen. Da stand er auf und nahm das Kindlein und seine Mutter mit sich bei Nacht und entwich nach Ägypten...
Liebe Leserin, lieber Leser,
die heutige Briefmarke zeigt Ihnen König Tut-Ank Amun, der von 1332 – 1323 v.Chr. in Ägypten regierte. Ägypten und die Heilsgeschichte Gottes mit seinem Volk sind eng miteinander verknüpft. Abram und seine Frau Sarai zogen nach Ägypten, weil in ihrer Heimat eine Hungersnot entstanden war (Genesis 12, 10 f). Mose wurde am Berg Horeb von Gott berufen, sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten in die Freiheit zu führen (Exodus 3).
Nun soll auch Josef mit Maria und dem Kind nach Ägypten. Der Engel des Herrn gibt Josef dazu die Anweisung in einem Traum. Der Grund: Es besteht höchste Lebensgefahr für das Kind Jesus. Die Weisen aus dem Morgenland hatten den Tyrannen Herodes nicht informiert, wo er das Kind finden würde. Das macht Herodes so wütend, dass er alle Kleinkinder in Bethlehem und Umgebung töten will und auch töten wird. Erschreckend grausam! Die Finsternis will Jesus, das Licht der Welt, vernichten. Herodes ist ein „Werkzeug der Finsternis“.
Gott lässt diesem Kindermörder freie Hand. Das erschreckt mich, das schmerzt mich. Es ist diese schmerzhafte Erfahrung bis zum heutigen Tag, dass Gott unmenschliche Tyrannei zulässt und das Böse oft nicht verhindert. Gott wusste, was Herodes vorhatte. Er sah in das böse Herz dieses Mörders. Gott kannte seine teuflischen Pläne.
Gott sieht auch heute das große Leid, dem viele Menschen ausgesetzt sind. Viele Christen fragen sich, wann Gott eingreifen wird, um dem weltweiten Leiden seiner Schöpfung ein Ende zu setzen. Viele Menschen sehnen sich nach einer Welt der Gerechtigkeit und des Friedens, eine Welt ohne Terror und ohne Kriege.
Jesus wurde damals vor dem Zugriff der Finsternis verschont. Er fand Schutz in Ägypten. Doch am Kreuz von Golgatha vor den Toren Jerusalems hat der Vater den Sohn nicht verschont (Brief an die Römer 8, 32 f). Jesus, der Friedefürst, musste den Sühnetod sterben, um uns ein für alle Mal von der Macht der Sünde und des Todes zu erlösen. Seine Auferstehung bringt neues, ewiges Leben. Es beginnt hier und jetzt.
Josef tat, was Gott von ihm forderte. Wahrscheinlich hatte er sich sein Leben anders vorgestellt. Ich denke nicht, dass er jemals vorhatte, nach Ägypten zu ziehen. Aber er gehorchte Gott ohne zu zögern und wurde so zum Segen für uns. Wir Christen sollten genauso wie Josef handeln: auf Gottes Wort hören und diesem Wort gehorsam sein. Wir sollen bereit sein, mit Jesus Christus neue Glaubenswege zu gehen und Gott, den Vater im Himmel, loben für seine Fürsorge, mit der er uns auch in schweren Zeiten sicher leitet.
Daher lade ich Sie heute ein, Gott zu loben und einzustimmen in den Lobpreis des Apostels Paulus (Römer 8, 38+39): „Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.“
Vielen Dank, dass Sie mich besucht und mir zugehört haben. Ich freue mich, wenn Sie mich bei der nächsten Kurzpredigt am 15.Februar wieder besuchen. Dann geht es um die Rückkehr aus Ägypten. Gott segne Sie und behüte Sie an Geist, Seele und Leib. Er leite Sie sicher durch die Zeit.