1.April 2026
Petrus scheitert beim Hahnenschrei
Markus-Evangelium 14, 72
Und alsbald krähte der Hahn zum zweiten Mal. Da gedachte Petrus an das Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er fing an zu weinen. Markus-Evangelium 14, 72
Liebe Leserin, lieber Leser,
in Kuba sind Hahnenkämpfe populär. Auf der heutigen kubanischen Briefmarke ist ein weißer Kampfhahn zu sehen. Für mich sind Hahnenkämpfe eine grausame Tierquälerei. Es ist ein blutiges Spektakel, bei dem oft das schwächere Tier verendet. Daran habe ich keine Freude!
Um Blut und Tod geht es auch an Karfreitag. Die Römer bieten vor den Toren Jerusalems eine öffentliche Hinrichtung. Für die Zuschauer ist das ein blutiges Spektakel. Das musste man ansehen (Lukas-Evangelium 23, 32 f).
Als Jesus seine Jünger auf diesen Tod am Kreuz vorbereitet, halten noch alle zu ihm! Besonders der Wortführer Petrus verspricht ihm seine Loyalität (Kap. 15, 26 ff). Nein, er wird Jesus nie im Stich lassen. Er hält zu ihm! Doch Jesus warnt ihn. Petrus wird sein Versprechen nicht halten können. Er wird scheitern, bevor der Hahn zweimal kräht. Und genau so geschieht es auch. Welch eine Niederlage im Leben dieses Mannes. Wozu hatte ihn Jesus berufen?
„Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen.“ (Matthäus-Evangelium. 16, 18). Das war seine Berufung! Das war sein Auftrag! Diese gewaltige Aufgabe hatte ihm Jesus anvertraut. Und jetzt will er seinen Herrn und Auftraggeber nicht mehr kennen.
Simon Petrus und alle anderen Jünger brauchen Vergebung. Sie haben versagt. Am Kreuz von Golgatha sühnt Jesus ihre Schuld. Doch er stirbt den Sühnetod auch für alle Menschen. Er stirbt für alle, die ihn, den Gottessohn, nicht kennen wollen oder die ihn kennen und deren Glaube immer wieder zerbricht. Er stirbt für alle, die Gott den Rücken zukehren. Er stirbt für alle, die wie Kampfhähne unterwegs sind, um blutig ihre Gegner zu vernichten.
Was wurde aus Simon Petrus? Er hatte eine wunderbare Begegnung mit dem auferstandenen Messias Jesus. Als der auferstandene Jesus seinen Jüngern am See Tiberias begegnet (Johannes-Evangelium, Kap. 21), da fragt Jesus diesen gescheiterten Simon Petrus dreimal, ob er ihn liebt (Verse 15 f). Das ist für mich unfassbar! Jesus Christus fragt Simon Petrus, ob er ihn liebt. Müsste das nicht genau umgekehrt sein? Müsste nicht der Versager Petrus den Messias fragen, ob ER ihn noch liebt nach dem, was passiert war?
Vielleicht kennen Sie das aus Ihrem Leben: wenn das Vertrauen zu einem geliebten Menschen gestört ist, will man vom anderen hören, dass alles wieder gut ist. „Liebst du mich noch?“ fragen sich Ehepartner nach einem Streit. Die ersehnte Antwort wäre: „Ja, ich liebe dich immer noch, obwohl du ...!“ Oder Kinder wollen wieder umarmt und geküsst werden, wenn sie spüren, dass sie ihre Eltern zum Zorn gereizt hatten. Sie wollen wieder harmonisch und fröhlich mit den Eltern zusammen sein. Sie wollen ganz nah die Liebe der Eltern spüren.
Jesus Christus ist die Liebe Gottes in Person. Der auferstandene und ewig lebendige Sohn Gottes liebt Sie und mich 24/7, also rund um die Uhr. Ohne Unterbrechung. Egal, wie glaubensstark wir sind oder welche Zweifler oder Versager. Und Jesus möchte, dass wir seine Liebe erwidern. Darauf wartet er. Wie wäre es, diesen schlichten Satz einfach zu sagen: „Jesus Christus, ich danke dir für deine große Liebe zu mir. Ich liebe dich auch!“ Und dann harmonisch und fröhlich mit der Liebe Gottes, die in Jesus Christus ist, Tag für Tag leben. Freuen Sie sich auf die Osterzeit! Der HERR ist auferstanden! ER ist wahrhaftig auferstanden.
Vielen Dank, dass Sie mich besucht und mir zugehört haben. Ich wünsche Ihnen gesegnete Ostern. Ich freue mich, wenn Sie mich bei der nächsten Kurzpredigt am 15.April wieder besuchen.